» IMI-Aktuell
Tiefflüge: Freiflug
(28. November 2025)Wie u.a. n-tv berichtet, kann die Bundeswehr nun „Tiefflüge mit Kampfjets bis rund 75 Meter über dem Boden machen.“ Betroffen seien Gebiete in folgenden Bundesländern: Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, aber auch Hessen, Baden-Württemberg und Bayern. Irgendwelche Einschränkungen scheint es dabei nicht mehr zu geben: „Für diese Höhe wurden im Juli Beschränkungen zur Zahl der Flüge abgeschafft. Damit können laut Bundeswehr ‚Kampfjets nun ohne Flugzeitbegrenzung oder Maximaljahresstunden Tiefflug in 500 Fuß Flughöhe trainieren‘.“ (jw)
Quantum: Schwelle
(28. November 2025)Die neuen Defence-Start-Ups machen weiter von sich reden (siehe IMI-Studie 2025/02). Ganz vorne mit dabei ist der Drohnenhersteller Quantum Systems, der laut Vorstandschef Sven Kruck mit einer weiteren Erfolgsmeldung aufwartet: „Bei der jüngsten Investorenrunde hat Quantum Systems demnach 180 Millionen Euro eingeworben, in Summe seit Jahresbeginn 340 Millionen Euro. Die Bewertung des Unternehmens hat nach Krucks Worten nunmehr die Schwelle von drei Milliarden Euro überschritten. Hauptinvestor ist der Wagniskapitalgeber Balderton Capital“, schreibt das Manager Magazin. (jw)
EDIP: Präzedenzfall
(27. November 2025)Kürzlich hat das Europäische Parlament dem Industrieprogramm für die europäische Verteidigung (engl. EDIP) zugestimmt (siehe IMI-Aktuell 2025/633). Sollte der Rat wie absehbar Anfang Dezember ebenfalls grünes Licht geben, können darüber künftig insbesondere Maßnahmen zum Hochfahren der Rüstungsproduktion sowie gemeinsame Beschaffungsvorhaben mit 1,5 Mrd. Euro in den Jahren 2026 und 2027 bezuschusst werden (siehe IMI-Analyse 2024/23). Vielfach wurde der geringe Umfang des Programms bemängelt, allerdings stehen für die kommende Haushaltsperiode 2028 bis 2034 weit größere Summen im Raum. Wie in der Europäischen Sicherheit und Technik angemerkt wird, liegt zudem der bahnbrechende Charakter des Programms nicht in seinem Umfang: „Die politische Bedeutung liegt weniger in der Summe als im Präzedenzfall: Zum ersten Mal entsteht ein bezuschusstes, strukturell angelegtes Verteidigungsindustrieprogramm unter EU-Dach. […] Förderfähig sind Vorhaben ‚von gemeinsamem Interesse‘, an denen mindestens vier Mitgliedstaaten beteiligt sind. Zentral ist das „Buy-European“-Prinzip: Komponenten aus nicht-assoziierten Drittstaaten dürfen maximal 35 Prozent der Projektkosten ausmachen.“ (jw)
Ajax: Tinitus
(27. November 2025)In Deutschland hat sich der Puma seinen Ruf als Pannenpanzer redlich erarbeitet (siehe IMI-Analyse 2023/02). Aktuell macht in Großbritannien ein anderer Schützenpanzer, Ajax, ähnlich von sich reden. Das britische Verteidigungsministerium orderte 589 Exemplare vom US-Hersteller General Dynamics, deren Auslieferung sich aber um mittlerweile acht Jahre verzögert habe, wie u.a. der Guardian berichtet (der Preis stieg derweil von £5,5 Mrd. auf £6.3 Mrd.). Ursächlich seien Schwierigkeiten mit Lärm und Vibration gewesen, die schon bei Tests 2020 und 2021 zu Tinitus und Hörverlusten bei Soldaten geführt hätten. Nun musste das britische Verteidigungsministerium die Einführung der ersten 50 Schützenpanzer erneut stoppen, nachdem bei einem weiteren Test 31 Soldaten erneut ähnliche Verletzungen davongetragen hätten. (jw)
Drohnen-Batterien
(27. November 2025)Obwohl die Tests diverser Systeme aktuell noch laufen, hat die Bundeswehr laut tagesschau.de bereits einen Zeitplan für die Aufstellung von sechs Drohnen-Batterien bekannt gegeben: „Die Bundeswehr plant in den kommenden Jahren die Aufstellung von sechs Einheiten mit Angriffsdrohnen. […] Bis 2027 soll die erste Batterie mittlerer Reichweite einsatzbereit sein, bis 2029 fünf weitere.“ (jw)
Stark: Drohnenproduktion in UK
(26. November 2025)Das Handelsblatt vom 24.11.2025 berichtet auf Seite 22 von der feierlichen Eröffnung einer neuen Produktionsstätte des deutschen Drohnen-Startups Stark Defence in Swindon, westlich von London (Titel: „Drohnenbauer Stark expandiert nach Großbritannien“. Hier sollen demnach zunächst etwa 100 Mitarbeitende 100 Angriffsdrohnen pro Monat herstellen, später könne die Produktion auf 1.000 pro Monat gesteigert werden. Über den Aufstieg des Startups schreibt das Handelsblatt:
„Erst vor 15 Monaten mit einem Gründungskapital von 100 Millionen Dollar und der Unterstützung des deutschstämmigen Großinvestors Peter Thiel gestartet, ist Stark mit 300 Mitarbeitern inzwischen in Deutschland, der Ukraine und jetzt auch in Großbritannien vertreten. Angeblich laufen weitere Finanzierungsrunden, Investoren sollen das Start-up mit bis zu 500 Millionen Dollar bewerten.“
Zum hier beiläufig erwähnten Peter Thiel siehe IMI-Aktuell 2025/628.
Mehrheit gegen Führungsrolle
(26. November 2025)Faz.net berichtet: „In einer Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag der Körber-Stiftung antworteten 61 Prozent der Teilnehmer mit ‚eher nein‘ und nur 38 Prozent mit ‚eher ja‘. Mit 75 Prozent fiel die Ablehnung in Ostdeutschland besonders hoch aus, im Westen lag sie bei 58 Prozent.“
Die Ergebnisse stammen aus der Publikationsreihe Berlin Pulse, für die regelmäßig entsprechende Umfragen durchgeführt werden und deren neue Ausgabe 2025/2026 die Körber-Stiftung kürzlich veröffentlicht hat. Demnach halten es 72% der Befragten für angemessen, dass Deutschland seine „Verteidigungsausgaben“ in den nächsten zehn Jahren verdoppelt, 35% glauben, dass hierzulande bereits jetzt mehr als 5% für die Verteidigung ausgegeben würden.
EDIP: EP-Verabschiedung
(26. November 2025)Mit dem im März 2024 von der Kommission vorgelegten Programm für die europäische Verteidigungsindustrie (engl. EDIP) soll sowohl die Anbahnung europäischer Beschaffungsprojekte als auch das Hochfahren der Produktion unterstützt werden (siehe IMI-Analyse 2024/23). Nach langen Verhandlungen stimmte das EU-Parlament gestern dem mit Kommission und Rat verhandelten Kompromiss zu, durch den das Programm mit 1,5 Mrd. Euro ausgestattet wird. EDIP ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg sich militär- und machtpolitisch von den USA zu lösen, wie auch der Berichterstatter des Parlaments, François-Xavier Bellamy (EVP, Frankreich), in der Pressemitteilung unterstrich – wenn auch etwas blumiger formuliert: „Dieses Programm ist ein bedeutender Fortschritt für die Sicherheit des europäischen Kontinents und die Entwicklung unserer Verteidigungsindustrie. Nach Jahrzehnten gefährlicher Abhängigkeiten, die die Souveränität unserer Demokratien und den Schutz unserer Länder bedrohten, wird das EDIP-Programm die vorherrschende Importabhängigkeit der EU umkehren. Es wird unsere industrielle Basis tatsächlich stärken und uns ermöglichen, unseren Streitkräften autonom die Mittel zur Verfügung zu stellen, die sie für die Erfüllung ihres Auftrags benötigen.“ (jw)
Militärtransporte: Grünes Licht
(25. November 2025)Militärtransporte sind eine Belastung für Straßen und den normalen Verkehrsfluss. Sie belasten ohnedies marode Verkehrswege noch einmal mehr und führen nicht selten auch deren Kollaps herbei: sie sind schwer und im Falle von Kettenfahrzeugen auch nicht gerade zimperlich zur Oberfläche. Zudem sind sie in den Verkehr einzugliedern, oder besser: militärische Konvois fügen sich nicht einfach ein, sie konkurrieren mit dem normalen Verkehr und behindern ihn. Deshalb galt bisher, dass Militärkonvois bei den zivilen Behörden anzumelden sind, damit diese Maßnahmen ergreifen können, dass alle Verkehrsteilnehmer auf ihre Kosten kommen und ggf. bereits marode Straßen nicht überbelastetet werden. Das kann man sinnvoll finden, oder nicht mehr zeitgemäß.
Der grüne NRW-Verkehrsminister Oliver Krischner findet, das könne schneller gehen und hat nun mit dem Landeskommando NRW ein Abkommen geschlossen, dass diese ihre Fahrten in Konvois nur noch ankündigen müssen. Telefonat reicht und der Weg an die Ostfront durch NRW ist frei. Naja auch nicht ganz, wie der Artikel darüber in der WAZ schließt: „Problematisch ist allerdings der schlechte Zustand der Straßen in NRW. Schwere Militärtransporte können daher nicht einfach so jeden Weg nutzen.“
Aber nun ist ja Geld für die Infrastruktur da, die Löcher zu flicken, die die Bundeswehr erst reißen wird. (as)
Luftwaffe: Aufwuchs
(24. November 2025)Für September wird der Personalstand der Luftwaffe mit 28.046 angegeben. Insofern ist der vom neuen Luftwaffen-Inspekteur Holger Neumann angekündigte Aufwuchs beträchtlich. Bei n-tv wird er mit den Worten zitiert: „Wir haben Pläne erarbeitet bis 2035, um ungefähr 21.000 Dienstposten in den Dimensionen Luft und Weltraum zu wachsen, einerseits um die Anforderungen der Nato zu erfüllen und unsere Fähigkeiten weiter auszubauen. […] Die Luftwaffe muss für den Verteidigungsfall auf Siegfähigkeit ausgerichtet werden.“ (jw)
