» IMI-Aktuell
Berlin: Übung Verwundete
(4. März 2026)„Die Bundeswehr trainiert ab Mittwoch am Flughafen BER, wie im Nato-Bündnisfall Verwundete versorgt und in umliegende Krankenhäuser gebracht werden können“, berichtet rbb25.de – am Mittwoch, den 4.3.2026. Weiter heißt es dort:
„Daran beteiligt sind mehrere Kliniken in Berlin und Brandenburg, unter anderem die Charité am Standort Lichterfelde und das Vivantes-Klinikum in Neukölln sowie Brandenburger Krankenhäuser, etwa in Potsdam, Brandenburg an der Havel und Cottbus. Im Rahmen der Übung wird die Rettungskette für verwundete Soldaten simuliert, vom Einsatzgebiet bis zur medizinischen Versorgung im Krankenhaus.“
Stabilus: Verdreifachung
(4. März 2026)Die Verlagerung von Zivil- auf Militärproduktion ist aktuell ein breiter Trend (siehe IMI-Studie 2025/06). Auch der Auto- und Industriezulieferer Stabilus strebe eine „Verdreifachung des Umsatzes“ seiner Rüstungssparte an, berichtet die WirtschaftsWoche. (jw)
Reserve: Beordung auf Lebenszeit?
(4. März 2026)Um einen Aufwuchs zu forcieren, führte die im Oktober 2019 erlassene Strategie der Reserve die sechsjährige Grundbeordung in die Reserve nach Ausscheiden aus dem Dienst ein (siehe den Ausdruck-Schwerpunkt Reserve vom Dezember 2020). Wie aus dem gestrigen Bericht des Wehrbeauftragten hervorgeht führte dies seit Umsetzung ab 2021 zu spürbar gestiegenen Zahlen (2025: 60.192; 2024: 49.244; 2023: 43.065). Allerdings reicht dies selbst mit dem neuen Wehrdienst wohl nicht aus, um den angepeilten Aufwuchs der Reserve auf 200.000 bis zum Jahr 2033 zu erreichen. Im Bericht des Wehrbeauftragten findet sich deshalb der Hinweis, dass ausgeschiedene Soldat*innen mit einer neuen für das erste Quartal 2026 geplanten „Weisung für die Reservistenarbeit“ im Prinzip für nahezu ihr gesamtes späteres Berufsleben beordert werden können sollen: „Die neue Beorderung soll dann – statt der bisher sechsjährigen Grundbeorderung – grundsätzlich bis zum Ende der Dienstleistungsüberwachung (längstens bis zur Vollendung des 65. Lebensjahres) erfolgen, was zu einem weiteren Anstieg der Gesamtzahl der Beorderten führen dürfte.“ (jw)
Iran: Und die deutlichen Beweise…
(4. März 2026)Nur für den Fall, dass irgendwer den US-Kriegsbegründungen – die Behauptungen, der Iran sei unmittelbar davor, an Interkontinentalraketen und Atomwaffen zu gelangen – Glauben schenken sollte. Zu den Interkontinentalraketen in der Frankfurter Rundschau: „Nach Angaben von zwei US-Geheimdienstquellen, die der US-Sender zitierte, existieren jedoch keine Hinweise darauf, dass der Iran derzeit ein Programm verfolgt, um Interkontinentalraketen (ICBM) zu bauen, die die USA treffen könnten.“
Was diie Atomwaffen anbelangt, wird der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Raffael Grossi beim ORF zitiert: „Wir sehen kein strukturiertes Programm zur Herstellung von Atomwaffen.“
Im Übrigen, selbst wenn die US-Annschuldigungen zuträfen, wäre ein Angriff auf den Iran dadurch völkerrechtlich nicht gedeckt. (jw)
Freiwilliger Wehrdienst: Skepsis
(4. März 2026)Ganz so „freiwillig“ wie man tut, ist der Neue Wehrdienst schon heute nicht (siehe IMI-Analyse 2026/06). Sollten aber aber die über einen Zielkorridor definierten Rekrutierungsziele verfehlt werden, kann es zur Einführung einer Bedarfswehrpflicht kommen. Der gestern veröffentlichte Bericht des Wehrbeauftragten geht davon aus, dass es dazu wohl komen dürfte: „Dennoch bleiben mit Blick auf die sicherheitspolitische Lage und die vom Verteidigungsminister avisierte Größenordnung von rund 260.000 aktiven Soldaten sowie 200.000 Reservisten Zweifel an der Erfolgsaussicht des Freiwilligkeitsprinzips. […] Sollten die Streitkräfte die Zielzahlen des Gesetzes aber absehbar nicht erreichen, müssen Parlament und Regierung umgehend reagieren und die Bedarfswehrpflicht einführen.“ (jw)
So geht der Weg in den Krieg
(3. März 2026)Der FAZ ist man in Deutschland zu zögerlich. Erst einmal findet man es gut, dass der Kanzler, die andere nicht belehren will und dass er noch über das Völkerrecht nachdenkt, kurzum, niemanden (außer den Iran) davon abhalten möchte, Kriege anzufangen (siehe IMI-Aktuell 133/2026). Aber …
Man sollte dann doch auch so konsequent sein, über eigene Atomwaffen nachzudenken – gemeint ist, sie anzuschaffen – denn schließlich sei der 2+4 –Vertrag doch mehr oder minder Makulatur geworden: „Eine Bindung, die unter völlig anderen Umständen eingegangen wurde, sollte heute nicht existenzbedrohend wirken. Darüber muss man reden. Gern auch mit den Verbündeten.“
Das blendet die Geschichte dieses Vertrages, die der deutschen Wiedervereinigung und auch die Geschichte der Änderung der „Umstände“ aus, ist zutiefst revanchistisch und negiert alle Perspektiven einer Friedensordnung, die nicht auf der Bedrohung anderer basiert. Frei nach dem Motto: Wenn mein „Gegner“ nicht klein beigibt, so habe ich alles Recht mir so viele Waffen zuzulegen, damit ich ihn töten kann.
Unter diesem Aspekt ist die Wehrpflichtdebatte, eine über die notwendige Anzahl von Frontsoldaten. (as)
Iran: Übles Merz-Statement
(3. März 2026)Ein wirklich übles Statement zum amerikanisch-israelischen Angriff auf den Iran gab gestern Kanzler Friedrich Merz ab. Völkerrechtliche Einordnungen des Angriffs könne man sich sparen. Man habe dem Iran in der Vergangenheit zu viel durchgehen lassen – und zwar aus diesem Grund: „Das hat auch daran gelegen, dass wir nicht bereit waren, grundlegende Interessen notfalls mit militärischer Gewalt durchzusetzen. Deshalb ist jetzt nicht der Moment, unsere Partner und Verbündete zu belehren.“
„Krieg ist kein Gewohnheitsrecht“ lautete die Überschrift des gestrigen IMI-Standpunkts zum Angriff auf den Iran. Aus Sicht von Friedrich Merz ist es das offensichtlich schon – zumindest für die großen Mächte. Das völkerrechtliche Gewaltverbot und die UN-Charta jedenfalls sind ihm keinen Pfifferling wert, wie er mit diesem Statement mehr als deutlich vor Augen führte. (jw)
VW: Militärgeschäft
(3. März 2026)Volkswagen will erstmals spezifisch für den militärischen Einsatz entwickelte Fahrzeuge vor allem im Werk Osnabrück bauen, berichtet defence-network.com unter dem Titel„Volkswagen steigt ins Militärgeschäft ein“: „Anlässlich der Enforce Tac bietet VW jetzt die beiden Fahrzeuge Military Vehicle (MV) MV.1 und MV.2 an. Laut Volkswagen soll es in Zukunft noch einen MV.3 geben, auf Basis des VW Transporters vermutlich. […] Dreh- und Angelpunkt für Volkswagen wird hier das Werk in Osnabrück sein. […] Der MV.1 (AMAROK 2.0) ist das erste „Military Vehicle“, von Volkswagen spezifisch für den militärischen Einsatz entwickelt.“ (jw)
Rheinmetall: NVL-Übernahme
(3. März 2026)Rheinmetall würde damit nun zu einem „domänenübergreifendes Systemhaus“, verkündete CEO Armin Papperger anlässlich der nun abgeschlossenen Übernahme von NVL, über die u.a. die Europäische Sicherheit & Technik berichtet: „Rheinmetall gibt am 2. März die vollständige Übernahme von Naval Vessels Lürssen (NVL), dem militärischen Geschäftsbereich der Lürssen-Gruppe, bekannt. […] Das Unternehmen beschäftigt rund 2.100 Mitarbeiter und erzielt voraussichtlich 1,3 Milliarden Euro Umsatz im laufenden Jahr 2025. Der Kaufpreis bleibt vertragsgemäß geheim. […] Der Schritt passt in Rheinmetalls Wachstumskurs inmitten steigender Verteidigungsbudgets. […] Nun integriert Rheinmetall auch den Marineschiffbau.“ (jw)
MIK Berlin: Karte online
(2. März 2026)Bereits kürzlich wurde in einem Artikel auf der IMI-Internetseite das Projekt Machtzentrum Berlin Mitte vorgestellt (siehe IMI-Standpunkt 2026/010). Ergänzend nun der Hinweis, dass die dazugehörige Internetseite mit einer ausführlichen Karte der wichtigsten Schaltstellen sowie ausführlichen Hintergrundinformationen nun freigeschaltet ist. (jw)
