IMI-Standpunkt 2003/111 - in: IMI-List 180

NATO Response Force –

Die ultimative Koalition der Willigen

von: Claudia Haydt | Veröffentlicht am: 17. Dezember 2003

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Kriege fallen nicht vom Himmel. Kriege müssen geplant und vorbereitet werden. Und das geht manchmal erstaunlich schnell. Im November 2002 verpflichteten sich die NATO Staaten in Prag zu einem umfassenden Umbau der NATO-Strukturen. Weniger als ein Jahr dauerte es, bis das NATO-Hau How To Get My Girlfriend Back Fast ptquartier den Kern dieser Umstrukturierung der Öffentlichkeit präsentieren konnte: Am 15.Oktober 2003 wurde der Prototyp der neuen NATO-Einreiftruppe in Dienst gestellt. Die NATO Response Force (NRF) symbolisiert den Beginn eines vollständigen Umbaus der NATO. „Anfänglich ist sie (die NRF) eine Untergliederung der NATO-Streitkräftestruktur. Schlussendlich IST sie die zukünftige NATO-Streitkräftestruktur.“ (NATO-Homepage) Die kampforientierte NRF ist für die territoriale Verteidigung so gut wie nicht zu verwenden, dafür ist sie aber „schnell, agil, flexibel, einsetzbar innerhalb von fünf Tagen, wo immer sie gebraucht wird.“(Die Welt, 16.10.2003)

Dass es hier um harte (neudeutsch: robuste) Kampeinsätze überall auf der Welt geht, wird von der NATO nicht verschwiegen, sondern explizit betont: „Die NRF ist eine Truppe mit abgestufter Bereitschaft … fähig, die gesamte Spannbreite von Missionen auszuführen … bis zu Kriegsführung hoher Intensität.“(NATO-Homepage) Von zentraler Bedeutung für das Einsatzspektrum der NRF ist ihre schnelle Verfügbarkeit. „Praktisch werden sich die Einsätze der NRF auf solche (Missionen) konzentrieren, die die Fähigkeit erfordern, mit den leistungsfähigsten Truppen innerhalb sehr kurzer Zeit zu reagieren.“ Die Entsendung der NRF soll sowohl als Machtdemonstration fungieren können, als auch in konkreten Kampfeinsätze über Artikel 5 des NATO-Statuts hinaus, sogenanntes „Krisenmanagement“ ermöglichen. Die NRF soll alleine aber auch als offensive Voraustruppe einer größeren Streitkraft agieren können.

Die NRF setzt sich zusammen aus Land-, Luft- und Seestreitkräften sowie verschiedenen Spezialeinheiten. Die Soldaten werden aus den einzelstaatlichen Armeen rekrutiert. Alle müssen eine sechsmonatige Ausbildung – inklusive zugehöriger Prüfungen – in Norfolk/Virginia durchlaufen. Anschließend verbleiben sie weitere sechs Monate in erhöhter Bereitschaft. Die intensive Ausbildung und die moderne Ausrüstung machen die NRF zu einer „leistungsfähigen“ Elitetruppe. Durch die gemeinsame Ausbildung ist außerdem gewährleistet, dass die einzelnen nationalen Truppen untereinander voll kompatibel sind, sich in konkreten Einsätzen abwechseln und unterstützen können.

Diese Erweiterung der militärischen Handlungsfähigkeit ist offensichtlich für viele NATO-Staaten attraktiv. Statt der ursprünglich anvisierten 6.000 Soldaten für die erste Ausbaustufe der NRF haben die einzelnen Staaten bereits 9.000 Soldaten zur Verfügung gestellt. 1.200 Soldaten aus Luftwaffe und Marine stellt Deutschland, zusammen mit zwei Minenräumbooten, zwei Fregatten und sechs ECR-Tornados, bereits heute zur Verfügung.

Wenn die NRF im Herbst 2006 ihre volle Stärke erreicht haben wird, dann wird sie 21.000 Soldaten umfassen. Bis zu 6.000 davon werden dann von der Bundeswehr für die NRF abgestellt. Damit stellt Deutschland nicht nur innerhalb der EU-Truppen, sondern auch innerhalb der NRF das größte Kontingent. Womit der Anspruch, in beiden Organisationen starken Einfluss ausüben zu wollen, mehr als deutlich wird.

Die NRF ist der sichtbare Ausdruck der neuen Doktrin des Interventionismus der reichen westlichen Staaten gegen den Rest der Welt. Sie ist mit den Worten des NATO-Oberbefehlshabers James Jones, „die ultimative und permanente Koalition der Willigen“. (Die Welt, 16.10.2003)

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