» IMI-Aktuell

IMI-Aktuell 2026/307

Hormus: Vessel Protection Teams

(15. Mai 2026)


Augengeradeaus berichtet, Deutschland habe – vorbehaltlich eines Waffenstillstandes und eines UN-Mandates – neben zwei Schiffen für die Sicherung der Tankerroute auch Vessel Protection Teams zugesagt. Die seien bereits seit 2008 zur Bekämpfung von Piraten (de facto vor allem verarmte Fischer) am Horn von Afrika zum Einsatz gekommen. Allerdings würde man im Falle der Straße von Hormus nicht auf „vergleichsweise leicht bewaffnete Piraten“ treffen, sondern auf „möglicherweise deutlich gefährlichere iranische Revolutionsgarden mit ihren Schnellbooten.“ (jw)

IMI-Aktuell 2026/306

Haubitzenbestellung

(14. Mai 2026)


Das Joint-Venture Artec GmbH von KNDS Deutschland und Rheinmetall erhielt von der britischen Armee den Auftrag über die Lieferung von 72 Radhaubitzen des Typs RCH 155. Laut hartpunkt.de soll der Auftrag ein Volumen von 1,15 Milliarden Euro umfassen. (jw)

IMI-Aktuell 2026/305

Kanada: Riesenauftrag

(14. Mai 2026)


Um richtig viel Geld geht es für TKMS, das im Augenblick mit dem südkoreanischen Unternehmen Hanwha Ocean um das Canadian Patrol Submarine Project (CPSP) konkurriert. Laut Europäischer Sicherheit & Technik gehe die kanadische Regierung dabei von Lebenszykluskosten von 56 Mrd. Euro aus, eine Entscheidung stehe kurz bevor. (jw)

IMI-Aktuell 2026/304

Von Ramstein nach Rumänien

(13. Mai 2026)


Vor ziemlich genau zwei Jahren tauchten erste Meldungen auf, der rumänische Luftwaffenstützpunkt Mihail Kogălniceanu solle zur größten Nato-Basis Europas ausgebaut werden (siehe IMI-Analyse 2024/24). Wie nun die Welt schreibt, soll ein „maßgeblicher Teil“ der 5.000 Soldat*innen, die aus Deutschland abgezogen werden sollen, von Rammstein (bisher war meist die Rede davon, das Gros werde von Vilseck wegbeordert) nach Rumänien verlegt werden. (jw)

IMI-Aktuell 2026/303

Rheinmetall: Kamikaze-Drohnen

(13. Mai 2026)


Rheinmetall hat mit der Serienproduktion von Kamikazedrohnen (Loitering Munition) begonnen. Gefertigt werden soll das Modell FV-014 sowohl in Braunschweig als auch in Neuss bei Düsseldorf, wo der Konzern früher Autoteile hergestellt hatte, berichtet der Merkur. (jw)

IMI-Analyse 2025/302

Arrow 3: Leerstelle

(12. Mai 2026)


Unter dem Titel „Flugabwehr: Kann sich Deutschland gegen Angriffe schützen?“ hat der BR einen recht alarmistischen Beitrag veröffentlicht, in dem recht offen für eine massive Aufrüstung von Flugabwehr geworben wird. Als Beispiel wird auf die Anschaffung der israelischen Arrow-3-Systeme verwiesen (auch wenn deren tatsächlicher Nutzen für Deutschland durchaus fragwürdig ist) und als Kronzeuge wird der israelische „Ingenieur“ Uzi Rubin angeführt, der letztlich für Deutschland ein ähnliches Bedrohungsszenario wie für Israel an die Wand malt: „Uzi Rubin mahnt unterdessen, aus den aktuellen Kriegen in der Ukraine und im Nahen wie Mittleren Osten eine Lehre zu ziehen. Dort kommen Massen an Drohnen und Flugkörpern zum Einsatz“. Deshalb brauche man „Lagerhallen“ voller Abfangraketen.

Mit keiner Silbe erwähnt der Beitrag, dass dieser jüngste Beschuss Israels durch völkerrechtswidrige Angriffshandlungen Israels und der USA ausgelöst wurde und das Land verschiedene umliegende Territorien völkerrechtswidrig besetzt hält. (Diese sehr offensichtliche Leerstelle steht hingegen im Mittelpunkt der IMI-Studie 2026/02 „Aus Völkerrechtsbrüchen lernen?“) Angriff und Abwehr werden hier völlig verdreht dargestellt – mit diesem Hintergrund ließt sich das Pladoyer für „Lagerhallen voller Abfangraketen“ gleich ganz anders…

IMI-Analyse 2025/301

Flächen und OPLAN

(12. Mai 2026)


Oktober 2025 hatte das BMVg verfügt, dass mit sofortiger Wirkung die Konversion – also die zivile Umnutzung – von 187 ehemaligen militärischen Liegenschaften gestoppt wird (vgl. IMI-Analyse 2025/34). Das betrifft viele Flächen, die für den Wohnungsbau vorgesehen waren und sorgte für Unmut in einigen Kommunen. Auf einigen dieser Flächen sollen Kasernen entstehen, auch um die neuen Wehrpflichtigen aufnehmen zu können. Nun hat die taz das Thema wieder aufgegriffen und liefert zumindest eine Andeutung darauf, warum der Konversionsstopp auch viele Areale betrifft, für die eine dauerhafte militärische Nutzung fragwürdig scheint: „Nach dem ‚Operationsplan Deutschland‘ sollen mithilfe dieser Flächen ‚bei Bedarf‘ – also im Kriegsfall – massive Truppenverlegungen der Nato bewerkstelligt werden“.

IMI-Aktuell 2026/300

BW-Werbung: Verbieten!

(12. Mai 2026)


Daniel Hornuff, Kulturwissenschaftler und Professor an der Kunsthochschule Kassel, hat im transcript-Verlag das Buch „Krieg als Lifestyle? Ein Plädoyer gegen die Medienoffensive der Bundeswehr“ veröffentlicht. Darin analysiert er nicht nur die Ästhetik der Bundeswehr-Werbung und die darin enthaltenen Versprechen und Vorstellungen von „Sicherheitspolitik“ bzw. „Frieden“, sondern fordert auch ein gesetzliches Verbot solcher Werbung. Die HNA hat nun ein ausführliches Interview mit ihm geführt, in dem er außerdem ein „ein generelles Betretungsverbot der Bundeswehr an Schulen“ fordert. Zugleich spricht er sich jedoch angesichts der „Bedrohungslage“ für „eine allgemeine Musterungspflicht für alle 18-jährigen Deutschen“ aus und schließt persönlich auch „nicht grundsätzlich aus, mein Land, in dem ich lebe, dessen Bürger ich bin, dessen Freiheits- und Grundrechte ich in Anspruch nehme, auch mit der Waffe zu verteidigen“.

IMI-Aktuell 2026/299

Tomahawk: Joint Venture?

(11. Mai 2026)


Nachdem die USA weder eine mit landgestützten Mittelstreckenwaffen ausgestattete Einheit nach Deutschland verlegen noch – voraussichtlich – den Verkauf von Tomahawk gestatten wollen, wird fieberhaft nach Alternativen gesucht. Wie nun in den Medien berichtet wird, gehört dazu die Option, möglicherwiese in einem Joint Venture zwischen deutschen und amerikanischen Unternehmen diese Waffen in Deutschland herzustellen. Geprüft werde auch, ob weitreichende Waffen von der Türkei erworben würden. (jw)

IMI-Aktuell 2026/298

Facing Finance: ExitArms-Datenbank

(8. Mai 2026)


Facing Finance erklärt in einer gestrigen Pressemitteilung, es habe seine ExitArms-Datenbank mit Firmen, die Waffen an Kriegsparteien liefern würden, die an völkerrechtswidrigen Kriegen beteiligt seien, aktualisiert. Insgesamt seien darin 1523 Unternehmenerfasst. Spitzenreiter seien Unternehmen mit Hauptsitz in den USA (223), dahinter werden Russland (120), Großbritannien (117), China, inkl. Hongkong (107) und Deutschland (96) gelistet. Darunter sei wiederum die deutsche Airbus-Tochter Airbus Defence and Space (14) führend, gefolgt von MTU Friedrichshafen (12), KNDS (12), Rheinmetall (11 und Volkswagen (10). (jw)

Ältere IMI-Aktuells
Neuere IMI-Aktuelles