» IMI-Aktuell
Reserve: Ende der Freiwilligkeit (II)
(21. Mai 2026)Bislang gilt für Übungen der Reserve das Prinzip der doppelten Freiwilligkeit von Reservist*in sowie Arbeitgeber*in. Am 1. Juli soll das Kabinett ein neues Reservestärkungsgesetz verabschieden, das damit Schluss machen könnte, wie der heutige Security.Table berichtet. Außerdem werde über eine Kompensation der Unternehmen im Umfang von 500 Euro bei mindestens 30 Übungstagen nachgedacht. (jw)
Roman „Pulver“
(20. Mai 2026)In der Tageszeitung (taz) besprach Julia Hubernagel am 17.5.2026 den Roman „Pulver“ von Johann Reißer, der am Beispiel der Pulverfabrik in Rottweil (Schwarzwald) die Ursprünge der Rüstungsindustrie in Süddeutschland zum Gegenstand hat.
Besonders hebt Habernagel die Episode während des Ersten Weltkrieges hervor, die im Buch schon eher am Ende der tw. detailliert erzählten Geschichte steht:
„Während die Alten und Daheimgebliebenen große vaterländische Reden schwingen, fressen im Schützengraben die Soldaten Sägemehl und die Ratten ihre toten Kameraden. Im Neckartal produzieren die Frauen Schießpulver, das dafür sorgt, dass ebenjener Krieg andauert, der ihre Männer umbringt.“
Auf der Homepage des Autors finden sich weitere Kritiken und zahlreiche Termine für Lesungen des Romans, u.a. in Berlin, Frankfurt, Nürnberg, Tübingen, im Schwarzwald und am Bodensee.
MBDA: Marschflugkörper
(19. Mai 2026)Der „Land Cruise Missile“ von MBDA ist die einzige zeitlich naheliegende Alternativ zu den US-Marschflugkörpern, deren Lieferung sich entweder verzögern oder komplett ins Wasser fallen dürfte. Auf Nachfrage von hartpunkt.de soll der LCM ab 2029 einsatzfähig sein. Die Marine-Variante des Marschflugkörpers fliege 1.400km wodurch der LCM eine „souveräne europäische Alternative zum Kauf von Tomahawk-Marschflugkörpern darstellen“ soll. Siehe zu den Gefahren dieser Waffensysteme u.a. IMI-Studie 2024/07. (jw)
Rheinmetall: Jetzt auch Marschflugkörper? (II)
(19. Mai 2026)Kürzlich wurde gemeldet, dass Rheinmetall nun auch ins Marschflugkörper-Geschäft einsteigen will (siehe IMI-Aktuell 2026/289). Nun heißt es, das dafür gegründete Gemeinschaftsunternehmen „Rheinmetall Destinus Strike Systems“ wolle mit RUTA Block 3 einen „Marschflugkörper mit 250 kg Nutzlast und bis zu 2.000 km Reichweite“ entwickeln, „dessen Flugtestkampagne 2027 beginnen soll“, wie hartpunkt.de berichtet. (jw)
Zivilschutz: XL-Paket
(18. Mai 2026)Eine Stabsstelle „Kommando zivile Verteidigung“ zur stärkeren zivil-militärischen Verzahnung soll im Bundesinnenministerium eingerichtet werden, berichtet die Bild-Zeitung. Insgesamt will Minister Dobrint in den nächsten Jahren 10 Milliarden Euro in den Bevölkerungsschutz stecken. Davon sollen über 1000 Spezialfahrzeuge und mindestens 110.000 Feldbetten beschafft werden. Außerdem soll das THW ausgebaut und an 50 Standorten medizinische Taskforces für die Massenversorgung von Patient*innen ausgebaut werden. (jw)
Russland: Mythen
(18. Mai 2026)Endlich wird auch einmal in den Leitmedien kritisch über die Annahme berichtet, trotz der deutlichen militärischen Überlegenheit der NATO sei ein russischer Angriff spätestens 2029 durchaus wahrscheinlich. Das Handelsblatt berichtet über das neue Buch des Russland-Experten Mattias Uhl „Wie stark ist Russland wirklich?“, der dies für überaus fragwürdig hält. Die deutsche Debatte sei von Fehlwahrnehmungen oder Mythen geprägt. „Dies führt zu einer Überschätzung der russischen Fähigkeiten und birgt die Gefahr, in eine fatale Rüstungsspirale zu geraten, die der Nato keine Vorteile in der Auseinandersetzung mit Russland bringt.“ (jw)
Mercedes: Wachsende Nische
(16. Mai 2026)Laut Handelsblatt will auch Mercedes sein militärisches Profil aus ausbauen. Zitiert wird u.a. Konzernchef Ola Källenius mit Worthülsen wie es sei „völlig klar, dass Europa seine Verteidigungsfähigkeit ausbauen muss“ und dass wenn Mercedes „dabei eine positive Rolle spielen“ könnte, das Unternehmen „dazu bereit“ wäre. (jw)
Iran: Raketenbestände
(15. Mai 2026)Wenn Informationen der Geheimdienste den Medien zugespielt werden, muss das ja noch lange nicht bedeuten, dass sie wahr sind. Mit solchen Berichten machen die Geheimdienst auch Politik.
Auch vor diesem Hintergrund mag durchaus interessant sein, dass große US-Medien in letzter Zeit oft über Schätzungen berichten, wonach das Raketenarsenal des Iran nicht wie von Trump und Netanjahu mehrfach behauptet weitgehend zerstört, sondern noch ziemlich intakt sei. Zuletzt berichtete etwa die New York Times:
„Secret new assessments say Iran has operational access to 30 of its 33 missile sites along the Strait of Hormuz. […] The New York Times reported last month that U.S. officials believed that Iran could regain as much as 70 percent of its prewar missile arsenal. The Washington Post reported last week on U.S. intelligence showing that Iran retained about 75 percent of its mobile missile launchers and about 70 percent of its prewar missile stockpile.“
BfV: Chapsvision
(15. Mai 2026)Der Inlands-Geheimdienst Bundesamt für Verfassungsschutz hat sich angeblich bewusst gegen das US-Unternehmen Palantir entschieden und stattdessen für die großflächige, KI-gestützte Analyse unterschiedlichster Daten einen Vertrag mit dem französischen Startup Chapsvision unterzeichnet, meldete heise.de. Bislang werde dessen Software jedoch aus rechtlichen Gründen nur eingeschränkt genutzt, „da die volle Ausschöpfung der Analysefunktionen auch von der geplanten Reform des Nachrichtendienstrechts abhänge“.
Chapsvision wurde 2019 gegründet und hat 2023 und 2024 je Investitionen in Höhe von etwa 90 Mio. Euro bei verschiedenen, auf den ersten Blick französisch dominierten Risikokapitalfonds eingesammelt. 2022 hatte das Unternehmen nach eigenen Angaben bereits rund 600 Mitarbeiter*innen.
Boxer statt Sprinter?
(15. Mai 2026)Spiegel Online zufolge verhandelt KNDS mit Mercedes über eine Übernahme des Werkes in Ludwigsfelde südlich von Berlin. Dort werden derzeit Sprinter gebaut, künftig könnte es der Radpanzer Boxer werden. Auch die Übernahme des VW-Werks in Osnabrück werde weiter geprüft, heißt es. Einen möglichen Großauftrag von bis zu 3.000 dieser Radpanzer vor Augen, hat bereits kürzlich nahe München ein Werk eröffnet und dort mit der Serienfertigung begonnen (siehe IMI-Aktuell 2026/263).
