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IMI-Aktuell 2026/197

Rüstung: Schichtbetrieb?

(27. März 2026)


Den Übergang zum Schichtbetrieb in der Rüstungsindustrie fordert der Chef des Bundeswehrverbandes André Wüstner: „Die Rüstungsindustrie muss schneller als bisher ihre Produktionskapazitäten erhöhen, idealerweise endlich in einen Mehrschicht-Betrieb übergehen und gleichzeitig gemeinsam mit der Bundesregierung einen ‚Kick-Down‘ entwickeln, um bei weiterer Eskalation in eine Art Kriegswirtschaft zu gelangen.“ (jw)

IMI-Aktuell 2026/196

NATO: Rekordausgaben

(27. März 2026)


Wie absehbar vermeldet die NATO für das Jahr 2025 in Allzeithoch der Rüstungsausgaben ihrer Mitgliedsstaaten, wie n-tv berichtet: „Wie aus einem Bericht von Nato-Generalsekretär Mark Rutte hervorgeht, stiegen die Ausgaben der europäischen Alliierten und Kanadas um 19,6 Prozent auf 574 Milliarden US-Dollar (498 Milliarden Euro). Das Plus lag damit noch etwas höher als 2024, als eine Steigerung von rund 19,4 Prozent registriert wurde. Deutschland steigerte seine Ausgaben nach den Zahlen im Bericht sogar um rund 20 Prozent auf 88,8 Milliarden Euro. Nicht um Inflations- und Wechselkurseffekte bereinigt waren es sogar 106,9 Milliarden Euro. Der Anteil der Verteidigungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt betrug knapp 2,4 Prozent.“ (jw)

IMI-Aktuell 2026/195

Tech: At the frontline

(26. März 2026)


Emily Harding vom US-Thinktank Center for Strategic and International Studies (CSIS) nimmt die ausgeführten und angekündigten iranischen Angriffe auf Rechenzentren in der Golf-Region zum Anlass einerseits (auch mit Verweis auf die Ukraine) festzustellen, dass die Tech-Industrie mittlerweile essenziell für die westliche Kriegführung ist:

„Ukraine is fighting a data-driven, AI-enabled war, made possible only through partnership with tech companies… Tech companies are no longer in the back room; they are on the front lines.“

Darauf aufbauend fordert sie, das US-Militär solle einen Schutzschirm über die weltweiten Niederlassungen seiner Tech-Industrie und insbesondere deren Rechenzentren spannen, einen Angriff auf sie als Angriff auf die USA werten – und auch geheimdienstlich (noch) enger mit ihnen zusammenarbeiten:

„It is time for a clear policy that the U.S. government will view an attack on critical U.S. companies’ assets as an attack on the United States. Specificity in defining which companies is not necessary—this is one place ambiguity may be useful, extending a broad umbrella of protection while not tying the U.S. government’s hands. The first test of such a policy should be met with decisive force to send a clear message. Second, the United States should open the taps on intel sharing.“

IMI-Aktuell 2026/195

Jolani in Berlin

(26. März 2026)


Der syrische Machthaber Ahmed al-Scharaa soll Meldungen zu Folge am Montag nach Berlin kommen. Erst im Januar hatte der ehemalige al-Qaida Islamist einen Besuch abgesagt, nachdem er im November von Merz eingeladen worden war. Bei den Gesprächen soll es wohl um Abschiebungen nach Syrien gehen. Auffällig war demnach auch, wie Deutschland Anfang des Jahres Verbrechen der Übergangsregierung unkommentiert lies.

Zu diesem Zeitpunkt griffen syrische Regierungskämpfer, die sich größtenteils aus islamistischen Milizen zusammensetzen, die demokratische Selbstverwaltung DAANES in Nord-Ostsyrien an. Dabei kam es zur Belagerung der Stadt Kobanê, was eine humanitäre Krise auslöste die den Tod mehrerer Zivilist*innen, darunter Kinder zur Folge hatte. Bereits im Herbst 2025, wurden zudem über Tausend Alewit*innen im Westen Syriens durch Regierungskämpfer ermordet. (mg)

IMI-Aktuell 2026/194

Verwirrung um Drohnen

(26. März 2026)


Ist das noch journalistische Voreingenommenheit, oder hat das schon Methode? „Russische Drohne trifft Kraftwerk in Estland“ titelte BILD.de, „Russische Drohne trifft laut estnischem Geheimdienst Kraftwerk in Estland“ Welt.de und ZDFheute schrieb etwas präziser „Drohnen aus Russland stürzen in Estland und Lettland ab“. Dutzende weitere Meldungen v.a. in online-Medien wählten ähnliche Titel und suggerierten einen weiteren russischen Angriff auf NATO-Territorium. Tatsächlich handelte es sich um fehlgeleitete ukrainische Drohnen, die – wie u.a. n-tv.de berichtete, angeblich Teil des „schwerste[n] bislang verzeichnete[n] Drohnenangriff[s] aus der Ukraine“ waren, der in diesem Fall primär auf den russischen Ostseehafen Ust-Luga zielte und dort „mehrere Brände“ auslöste. Tagesschau.de hat es diesmal besser gemacht und titelte zutreffend „Ukrainische Drohnen stürzen in Estland und Lettland ab“.

Während es sich in diesem Fall um Langstrecken-Angriffsdrohnen mit beachtlicher Reichweite handelt, waren im Spätsommer 2025 sog. „Drohnensichtungen“ unbemannter und unbewaffneter Flugkörper mit deutlich geringerer Reichweite ein Aufreger-Thema in Deutschland, die gerne als Beweis für oder Teil eines hybriden Angriffs Russlands auf die NATO interpretiert wurden. Als Konsequenz wurde im vergangenen Dezember in Berlin das Gemeinsame Drohnenabwehrzentrum eröffnet (s. IMI-Aktuell 2025/680), in dem Polizei und Bundeswehr zusammenarbeiten.

Dem stellte nun tagesschau.de in einem u.a. von Florian Flade gezeichneten Beitrag unter dem Titel „Warum die Drohnenabwehr bislang kaum Erfolge zeigt“ ein schlechtes Zeugnis aus:

„Noch immer werden nahezu täglich verdächtige Drohnen gesichtet. Zugleich gelingt die Abwehr fast nie. Wenn dann tatsächlich einmal Verdächtige ermittelt wurden, erhärtete sich der Spionageverdacht nicht. Belege für Ausspähaktionen ausländischer Geheimdienste fehlen weiter. Diese ernüchternde Realität geht aus internen Lageberichten des neuen Zentrums vor, die WDR und NDR vorliegen.“

Es folgen verschiedene Beispiele, in denen sich Drohnensichtungen als völlig harmlose Ereignisse herausstellten. Dies als „ernüchternd“ zu etikettieren, zeugt schon von einem ordentlichen Maß an journalistischer Voreingenommenheit…

IMI-Aktuell 2026/193

UAV DACH: 100.000 Drohnen

(26. März 2026)


Der UAV DACH ist nach eigenen nach eigenen Angaben der größte europäische Industrieverband für unbemannte Luftfahrt (Sitz: Berlin). Laut hartpunkt.de wird er die Koordination von 25 Unternehmen übernehmen, die nun eine Absichtserklärung zum Bau von jährlich 100.000 Drohnen unterzeichnet hätten. Am Anfang stehe die Erarbeitung eines Berichts mit Zwischenschritten, der dem Verteidigungsministerium bis Januar 2027 übermittelt werden solle. Die Absichtserklärung ist eine der ersten Initiativen des neuen Innovationszentrums der Bundeswehr in Erding. (jw)

IMI-Aktuell 2026/192

Ukraine: 15.000 STRILA

(25. März 2026)


ESUT berichtet, dass Deutschland die Bestellung von 15.000 Abfangdrohnen des Typs STRILA beim deutschen Startup Quantum Systems bestätigt hat und finanzieren wird:

„Die deutsche Botschaft in der Ukraine hat in einem Post am 23. März auf X bestätigt, dass die Streitkräfte der Ukraine 15.000 Abfangdrohnen des Typs STRILA erhalten.“

Wie das Unternehmen selbst in einer Presseerklärung mitteilt, ging dem ein „strategisches Investment“ von Quantum Systems in das Ukrainische Unternehmen WIY Drones voraus, welches die Drohne ursprünglich entwickelt hatte und bereits an der Front in der Ukraine zum Einsatz brachte.

Ein ausführlicherer Beitrag auf techukraine.org schreibt entsprechend von der „integration of Ukrainian battlefield R&D with German industrial scaling“ – der Kombination von ukrainischer Entwicklung auf dem Schlachtfeld mit deutschen Fähigkeiten zur Massenproduktion. Dazu gehört natürlich auch, dass die Drohnen aufgrund der Gefechtserfahrungen kontinuierlich weiterentwickelt werden können und sollen – quasi in Echtzeit:

„Real-time feedback from the world’s most intense EW environment allows Wiy Drones to update software and hardware in weeks, not years.“

IMI-Aktuell 2026/191

Nrbg: Feldjäger an Uni

(25. März 2026)


Der AK selbstorganisierte Studierende berichtet in einer Mail von einer kleinen Bildungsmesse, antimilitaristischem Protest und dem anschließenden Einmarsch der Feldjäger auf das Unigelände:

„Diesen Dienstag, den 24. März 2026, veranstaltet die Fakultät Betriebswirtschaftslehre der TH Nürnberg ihren halbjährlichen ‚Career Day‘. Dabei eingeladen sind dieses Mal erneut sowohl die Bundewehr, als auch die Firma Diehl, welche durch ihre Tochterfirma Diehl Defence direkt von Kriegen in aller Welt profitiert. Wie schon bei den letzten beiden Durchführungen des „Career Days“ vor einem Jahr und vor 6 Monaten, kam es wieder zu energischen und meinungsstarken Protesten von Studierenden des AK Selbst organisierte Studierende (SOS) und solidarischen Mitstreitenden. Gegen 13:12 Uhr legten sich über 20 Personen mit ‚Blut‘ verschmierten T-Shirts auf den Boden vor den Stand der Bundeswehr und schwiegen, während eine Person über ein Megaphon eine Rede hielt. Es wurde unter Anderem die Komplizenschaft der anwesenden militärischen Akteure an imperialistischer Gewalt durch Israel, sowie die negativen Auswirkungen auf die Bevölkerung durch steigende Militärausgaben, kritisiert. […]

Gegen Ende der Mittagspause rückten plötzlich Feldjäger*innen an. Im Moment ist noch unklar, ob diese als Reaktion auf den Protest geschickt wurden, die Teilnehmenden gehen aber davon aus, dass das ganze eine Einschüchterungsmaßnahme sein sollte. Die Feldjäger*innen sind eigentlich quasi eine militärinterne Polizei, die zum Schutz der Bundeswehr gedacht ist. Dass diese in einer Hochschule auftaucht, ist extrem unüblich und ein klarer Schritt der Normalisierung von Militarismus in zivilen Räumen. Einerseits sind die Studierenden schockiert von diesem neuen Eskalationsschritt, andererseits fühlen sie sich fast geschmeichelt, da das zeigt, dass der Protest offensichtlich Wirkung zeigt.“

IMI-Aktuell 2026/190

Salzgitter: Sicherheitsstahl

(25. März 2026)


Auch der Stahlkonzern Salzgitter such sein Glück in Rüstungsgütern. Der Konzern will auf Sicherheitsstahl für die Rüstungsindustrie setzen, berichtet die HAZ: „Das ist ein Wachstumsfeld, was wir auf jeden Fall besetzen wollen, auch weil es ein margenstarkes Wachstumsfeld ist“, wird Konzernchef Gunnar Groebler zitiert. (jw)

IMI-Aktuell 2026/189

Land Shield 2027

(25. März 2026)


Für kommendes Jahr wurde mit Land Shield 2027 eine Großübung des Heeres angekündigt, meldet der Bundeswehrverband: „Die vor allem im April und Mai kommenden Jahres geplante Übung soll alle Phasen militärischer Einsätze von Frieden über Krise bis zum kriegerischen Konflikt umfassen, teilte das Heer mit. Dazu gehöre auch eine Verlegung von Teilen der 10. Panzerdivision nach Litauen im Rahmen der Nato-Planungen.“ (jw)

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