IMI-Aktuell 2019/307

Französischer Marine-Airbus?

von: 28. Mai 2019

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Schon länger gibt es Bestrebungen, die Marineindustrie ähnlich dem Luftfahrtsektor im Falle von Airbus europaweit zu bündeln. Die jüngsten Initiativen in diese Richtung gehen von der französischen Naval Group aus, die sich die vor einer grundlegenden Umstrukturierung stehende thyssenkrupp Marine System (tkMS) einverleiben will. Damit würde aber kein europäischer (oder gar deutscher, sondern ein französischer Marinegroßkonzern aus den Bündelungsprozessen hervorgehen, was explizit gegen den Willen der Bundesregierung geht, die keine Absicht hat, „Schlüsseltechnologien“ in fremde Hände übergehen zu lassen. Die „Europäische Sicherheit & Technik“ berichtet: „Die Beratungen zur Umstrukturierung von thyssenkrupp werden begleitet von Ankündigungen aus Frankreich, wonach Naval Group <nach wie vor> bereit sei, die Marinesparte des Konzerns, thyssenkrupp Marine Systems (tkMS) zu übernehmen. Meldungen zufolge kam zwar der Aufsichtsrat in seinen Beratungen am 21. Mai 2019 überein, thyssenkrupp als Ganzes „weitgehend“ erhalten zu wollen. Doch vor dem Hintergrund der in der letzten Woche bekannt gewordenen (die FAZ berichtete am 17. Mai) erneuten Interessenbekundungen aus Paris (Sitz der Naval Group), kann zur Zukunft der tkMS zurzeit keine definitive Aussage getroffen werden. […] In Deutschland ist der Marine-Unterwasserschiffbau eine Schlüsseltechnologie. Im Vorfeld der Nationalen Maritimen Konferenz 2019 wurde bekannt, dass der militärische Überwasserschiffbau im Laufe dieses Jahres den gleichen Status erhalten soll.“ (jw)

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