» IMI-Aktuell
NATO-Ausgaben: Neue Zahlen
(28. August 2025)Die NATO hat ihre Schätzungen für die Militärausgaben ihrer Mitglieder im Jahr 2025 veröffentlicht. Demzufolge sollen die Ausgaben von 1451 Mrd. Dollar (2024) auf 1588 Mrd. Dollar (2025) steigen. Damit würde jedes Land Militärausgaben von über 2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes aufweisen. Von 895 Mrd. Dollar (2015) ist das ein Anstieg um 77 Prozent (inflationsbereinigt um 39 Prozent). Die deutschen Ausgaben lagen den NATO-Schätzungen zufolge 2024 mit 86,6 Mrd. Euro unter den ursprünglichen Planungen von 90,6 Mrd. Euro. (jw)
Waffen & Wachstum?
(28. August 2025)Die im Februar 2025 veröffentlichte Studie des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) „Waffen und Wachstum: Die wirtschaftlichen Folgen steigender Militärausgaben“ wird seither gerne zitiert, wenn es um die vermeintlichen wirtschaftlichen Positiveffekte hoher Rüstungsausgaben geht. Das Handelsblatt zum Beispiel verstieg sich unter Verweis auf die Studie sogar dazu, von einem „olivgrünen Wirtschaftswunder“ zu titeln (siehe IMI-Standpunkt 2025/008). Vor diesem Hintergrund soll nicht unerwähnt bleiben, dass es Stummen aus diesem Haus gibt, die zu durchaus realistischeren Einschätzungen gelangen. Bei ZDF heute wird zum Beispiel Stefan Kooths vom Kieler Institut für Weltwirtschaft zum vermeintlichen olivgrünen Jobwunder folgendermaßen zitiert: „Die Rüstungsindustrie ist hierzulande ein vergleichsweise kleiner Wirtschaftsbereich, etwa zur Automobilindustrie haben wir ein Verhältnis von 1 zu 10. […] Ja, es ist derzeit ein stark wachsender Bereich, aber auch hier werden die Kapazitäten begrenzt, insbesondere dadurch, dass das Fachkräftereservoir beschränkt ist.“ Und generell zu den volkswirtschaftlichen Effekten äußert sich Kooths ebenfalls zurückhaltend: „Es mag dafür gute Gründe geben, aber man sollte sich dann nicht die Illusion machen, dass das Ganze dann praktisch unter dem Strich auch noch ein Plus bedeuten würde. Es wird uns alle Wohlstand kosten.“ (jw)
Rheinmetall: IMI-Cartoon
(27. August 2025)Anlässlich der Rheinmetall-Expansionspläne und des derzeit stattfindenden Protestcamps Rheinmetall entwaffnen haben wir auch noch einen IMI-Cartoon zum Thema auf die IMI-Seite geladen. (jw)
Rheinmetall: Maritime Expansion
(27. August 2025)Rheinmetall will bis 2030 zu den weltgrößten Rüstungskonzernen aufsteigen (siehe IMI-Aktuell 2025/483). Hierfür kaufe sich das Unternehmen in den letzten Jahren in fast jeden bedeutenden Rüstungssektor ein – bis auf die Marine. Das soll sich anscheinend ändern, wie hartpunkt.de berichtet, habe Rheinmetall-Chef Armin Papperger dies kürzlich angedeutet. Und auch einen möglichen Übernahmekandidaten nennt der Artikel: „Wie hartpunkt aus gut informierten Kreisen in Berlin erfahren hat, sollen dazu Gespräche unter anderem zwischen Rheinmetall und dem zur Lürssen-Gruppe gehörenden Marineschiffbauer NVL Group mit Sitz in Bremen geführt werden.“ (jw)
Kanada: Purl
(27. August 2025)Nach Deutschland, den Niederlanden und einem Gemeinschaftsprojekt von Dänemark, Norwegen und Schweden kündigt nun laut Europäischer Sicherheit & Technik Kanada 500 Mio. Dollar für die Purl-Initiative an. Dabei werden mit Geldern Dritter US-Waffen für die Ukraine gekauft – bislang sind dabei Geldern im Umfang von 2 Mrd. Dollar zusammengekommen. (jw)
Rheinmetall: Proteste gegen Rüstungschampion
(27. August 2025)Pünktlich zum gestrigen Beginn des Rheinmetall entwaffnen Camps in Köln weiht das Unternehmen heute in Unterlüß eine neue Munitionsfabrik ein. Dort sollen künftig bis zu 350.000 155-Millimeter-Geschosse jährlich produziert werden. Wie praktisch für das Unternehmen, dass sich deren Preis in den letzten Jahren von 2.000 auf 8.000 Euro vervierfacht hat, wie euractiv jüngst berichtete. Kein Wunder, dass der Gewinn des Unternehmens 2024 vor Steuern bei knapp 1,5 Milliarden Euro lag – ein Plus von 61 Prozent, wie der NDR berichtet. German-Foreign-Policy.com ergänzt, Rheinmetall wolle seinen Umsatz von 9,8 Mrd. Euro 2024 auf 50 Mrd. Euro bis 2030 steigern, was Stand heute Platz zwei im weltweiten Rüstungsranking wäre. Konzernchef Armin Papperger konstatierte nüchtern, Rheinmetall sei auf dem Weg, „ein globaler Rüstungschampion zu werden“.
Apropos Papperger, der immer profilierter in der deutsche Debatte präsent ist (siehe IMI-Studie 2024/01). Der Versuch, eine Demonstration vor Pappergers Wohnhaus in Meerbusch zu verbieten scheiterte nun ebenso wie generell das Rheinmetall entwaffnen Camp zu untersagen. Ein vorheriges Verbot der Polizei wurde vom Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster am Samstag einkassiert. (jw)
Walsrode: Zurück zur Munition
(27. August 2025)„In Bomlitz, heute Teil von Walsrode in Niedersachsen, wird künftig wieder ein Grundstoff für die Herstellung von Munition hergestellt – wie in der an diesem Ort 1815 eröffneten Pulvermühle, die in den 1880-er Jahren als gewachsene Chemiefabrik mit der Produktion von rauchlosem Pulver fürs Militär begann.“, schreibt Augengeradeaus.
Die spätere IFF N&H Germany konzentrierte sich auf zivile Anwendungen wie die Herstellung von Verpackungsdruckfarben und Lacken, wurde aber im Mai durch die Czechoslovak Group (CSG) übernommen. Seither firmiert der Betrieb unter dem Namen MSM Walsrode und soll sich wieder auf seine Wurzeln im Munitionsgeschäft besinnen, wie die Europäische Sicherheit & Technik schreibt: „In einem neuen strategischen Kapitel soll die MSM Walsrode neben der etablierten Produktion der Walsroder Nitrocellulose für zivile Anwendungen in Zukunft die Produktion auf energetische Nitrocellulose ausweiten, einem Rohstoff für die Munitionsherstellung.“ (jw)
Rüstung & Sozialabbau: Cartoon
(26. August 2025)Mit dem Zusammenhang der massiven Aufrüstung und den Rufen nach verschärftem Sozialabbau haben wir uns ein ums andere Mal ausführlich beschäftigt (siehe zB IMI-Studie 2025/01). Nun ist Kanzler Merz noch krasser auch Sozialkahlschlagsrhetorik umgesattelt hat, er von dem Rüstungswahn nicht ablassen will und die Reichen schon gar nicht besteuern will, nimmt das Ganze noch einmal andere Dimensionen an. Siehe dazu auch den neuesten IMI-Cartoon. (jw)
Hodapp: Kasernentore
(26. August 2025)Im Südwesten habe die IHK eine eigene Anlaufstelle für Unternehmen eingerichtet, die sich für einen Einstieg in die Rüstungsindustrie interessieren würden, berichtet der SWR. Das Interesse sei groß, heißt es in dem Artikel, der konkret neben Trumpf, Heidelberger Druckmaschinen und Vileda auch Hodapp benennt: „Der Mittelständler Hodapp GmbH & Co. KG mit Sitz im badischen Achern (Ortenaukreis) bietet seit Kurzem besonders gesicherte Türen und Tore für Bundeswehrkasernen und Werkstore für Rüstungsunternehmen an. Das Metallbauunternehmen mit insgesamt 300 Beschäftigten ist auf Spezialtüren und -tore spezialisiert. Geschäftsführer Peter Hodapp wollte ein neues Geschäftsfeld erschließen, weil die Nachfrage aus der Autoindustrie eigenen Angaben zufolge seit zwei Jahren zurückgegangen ist.“ (jw)
Wehrdienst: Weg frei
(26. August 2025)Morgen soll im Kabinett das Gesetz für einen neuen Wehrdienst verabschiedet werden. Streit gab es bis zuletzt, ob bei Nichterreichen der Rekrutierungsziele automatisch die Wehrpflicht wieder eingeführt werden soll, wie es die Union wollte. Das scheint jetzt erst einmal vom Tisch zu sein, dennoch soll in diesem Fall ein einfacher Bundestagsbeschluss ausreichen, um die Wehrpflicht wieder einzusetzen. Erst einmal ändern sich für Jugendliche vor allem zwei Dinge, die von der Morgenpost wie folgt zusammengefasst werden: „Ab 2026 gibt es zwei Neuerungen: die Erfassung und später auch die Musterung. Beginnend mit dem Jahrgang 2008 werden jeweils alle 18-Jährigen von der Bundeswehr angeschrieben mit der Bitte, einen Fragebogen auszufüllen […]. Männer müssen den Fragebogen ausfüllen, Frauen können es freiwillig tun. […] Ab 2028 sollen die erfassten Männer eines Jahrgangs auch wieder zur Musterung eingeladen werden.“ (jw)
