» IMI-Aktuell
Kriegsschiffe: Bereit
(5. Mai 2026)Augengeradeaus berichtet, zwei deutsche Schiffe seien vorsorglich für den Fall eines Einsatzes in der Straße von Hormus in Marsch gesetzt worden. Das Minenjagdboot Fulda und der Tender Mosel. (jw)
Kavallerieregiment: Abzug?
(5. Mai 2026)Nach der US-Ankündigung, 5.000 Soldat*innen oder mehr aus Deutschland abzuziehen, spekuliert Soldat & Technik, dass es wohl um 2nd Cavalry Regiment im bayerischen Vilseck gehen dürfte. Das melde auch der bayerische Rundfunk , der Abzug des Stryker Brigade Combat Team würde neben den Soldaten auch mehrere tausend Familienangehörige betreffen. (jw)
Kulturbereich: NATO-Propaganda
(4. Mai 2026)Die NATO organisiert in Europa und den USA vertrauliche Treffen mit Vertretern der Film- und Fernsehbranche, berichtet der Guardian. Das Nächste soll im Juni in London mit Drehbuchautoren stattfinden. Den Organisatoren zufolge sollen Botschaften – etwa, dass die NATO für Kompromissbereitschaft und die Pflege von Freundschaften stehe – in zukünftige Geschichten einfließen. Zu dem Treffen eingeladene Drehbuchautoren gewannen den Eindruck, zur NATO-Propaganda beitragen zu sollen. Sie zeigten sich entsprechend empört angesichts dieses Versuchs, künstlerische Arbeit für die Unterstützung von Krieg zu instrumentalisieren. (sv)
Rekrut*innen Doku: Erfrischend ehrlich?
(4. Mai 2026)Das FUNK-Reportageformat Y-Kollektiv des WDR hat eine neue Doku über junge Rekrut*innen bei der Bundeswehr veröffentlicht. Darin werden Teile des Alltags der jungen Rekrut*innen während ihrer dreimonatigen Grundausbildung gezeigt anhand der Leitfrage: Ist die Bundeswehr auch im Jahr 2026 nach wie vor ein hierarchischer, patriarchaler Laden mit dem Potential die Seelen junger Menschen zu brechen oder kann sie mittlerweile als „woke und wehrhaft“ bezeichnet werden? Ebenfalls werden innerhalb der Doku bemerkenswerte Situationen gezeigt, wie einengend die Bundeswehr mit der Berichterstattung vor Ort über sie umgeht. (rs)
Die Doku ist hier in der ARD ab sofort abrufbar!
Keine Tomahawks
(4. Mai 2026)Kürzlich kündigten die USA nicht nur einen Truppenabzug aus Deutschland an, sondern sagten auch die Verlegung einer mit landgestützten Mittelstreckenwaffen ausgestatteten Einheit ab. Parallel dazu hat die Bundesregierung die Lieferung von 400 US-Marschflugkörpern Tomahawk angefragt. Die dürfte aber, insbesondere nachdem die USA im Iran-Krieg Unmengen davon verschossen haben, wenn überhaupt noch eine ganze Weile auf sich warten lassen, wie Kanzler Merz bei der Tagesschau zitiert wird: „Die Amerikaner haben zurzeit selbst nicht genug“, so Merz. „Objektiv gibt es aus den USA heraus kaum eine Möglichkeit, Waffensysteme dieser Art abzugeben.“ Allerdings betonte er auch: „Der Zug ist nicht abgefahren.“ (jw)
Israel-Zusammenarbeit: Ehrung
(4. Mai 2026)Die Bundeswehr kooperiert mit der israelischen Armee auf unterschiedliche Weise (siehe IMI-Studie 2026/02). Wie tief israelische Soldat*innen beim Export von Rüstungsgütern nach Deutschland eingebunden sind, zeigt die Auszeichnung zweier hochrangiger Vertreter der Direktion für Verteidigungsforschung und -entwicklung (DDR&D) im israelischen Verteidigungsministerium mit dem Ehrenkreuz der Bundeswehr. Sie hätten sich dies „verdient“ für ihre „Verdienste“ bei der Einführung des Raketenabwehrsystems Arrow in Deutschland, schreibt defence-network.com. (jw)
ELSA-Forderungen
(3. Mai 2026)Es hat nicht lange gedauert von der US-Absage, ein mit Tomahawks bewaffnetes Bataillon nach Deutschland zu verlegen, zu Forderungen, die europäische Entwicklung landgestützter Mittelstreckenraketen im Rahmen des European Long Strike Approach zu beschleunigen.
Die ohnehin gegenüber allen Aufrüstungsmaßnahmen stets aufgeschlossene stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Siemtje Möller forderte laut tagesschau.de darüber hinaus zu prüfen „wie die Lücke bis zur Produktion der ELSA-Raketen über Kooperationen mit anderen Ländern wie beispielsweise der Ukraine überbrückt werden kann“. (jw)
Keine US-Mittelstreckenwaffen
(2. Mai 2026)Die für dieses Jahr angekündigte Stationierung diverser Mittelstreckenwaffen in Deutschland wurde von der Trump-Regierung einer erneuten Überprüfung unterzogen. Ob nun als Ergebnis dieser Überprüfung oder als Konsequenz aus der Verärgerung Trumps über (halbwegs) kritische deutsche Aussagen zum Iran-Krieg ist unklar, aber gestern wurde nicht nur der Abzug von 5.000 US-Soldat*innen gemeldet, sondern auch der Verzicht auf die Verlegung der US-Mittelstreckenwaffen. Jetzt wird es umso „interessanter“, ob die US-Regierung der deutschen Anfrage nach einer Lieferung von 400 Tomahawk-Marschflugkörper zustimmt oder diese auch streicht. Möglicherweise wird die Entscheidung auch der bislang eher schleppend unter dem ELSA-Programm angestrebten europäischen Eigenentwicklung dieser Waffensysteme Schub verleihen. (jw)
Dark Eagle: Iran-Einsatz?
(2. Mai 2026)Die Hyperschallwaffe Dark Eagle ist eines der landgestützten Mittelstreckensysteme, deren Stationierung in Deutschland für dieses Jahr angekündigt ist (und von US-Seite wohl immernoch geprüft wird). Laut defence-network.com soll nun das CENTCOM die Verlegung einer Dark-Eagle-Batterie angefragt haben, um gegen Ziele im Iran eingesetzt werden zu können, die außerhalb der Reichweite der vor Ort vorhandenen Precision Strike Missile liegen. Bei einer Genehmigung würde es sich um den ersten operativen Einsatz der bislang noch nicht für voll einsatzfähig erklärten Waffe handeln. (jw)
Ukraine: „Battlefield Laboratory“
(30. April 2026)Vor wenigen Tagen hatte die IMI einen Beitrag zur „Ökonomie des Drohnenkrieges“ veröffentlicht, in dem auch die Rolle der Ukraine als Testfeld für neue Waffensysteme hervorgehoben wurde:
„Das hatte der damalige ukrainische Minister für digitale Innovation und heutige Verteidigungsminister Mykhailo Fedorov bereits im ersten Jahr des Krieges genauso angekündigt: ‚Our big mission is to make Ukraine the world’s tech R&D lab.‘ (Red.: ‚Unsere große Mission ist es, die Ukraine zum technologischen Forschungs- und Entwicklungszentrum der Welt zu machen.‘) Wieder und wieder lud er westliche Rüstungsunternehmen ein, ihre Systeme im Krieg in der Ukraine zu testen und weiterzuentwickeln.“
Mit erstaunlicher Offenheit wird das mittlerweile auch in der (wirtschaftsnahen) deutschen Presse so geäußert, gestern etwa in einem Beitrag bei handelsblatt.com:
„Vor allem Investoren sehen in der Ukraine zunehmend eine Art „battlefield laboratory“, in dem neue Technologien – von Drohnen bis KI-Anwendungen – unter Gefechtsbedingungen entwickelt und getestet werden, und das in kürzester Zeit. Die Lesart, dass die Ukraine vom Bittsteller zum Fortschrittstreiber wird, setzt sich auch in Berlin durch.“
Am selben Tag berichtete u.a. n-tv.de über eine Ansprache des ukrainischen Präsidenten Selenskyj, wonach sich aus „der großen Waffenexpertise, die das Land in den vier Jahren Krieg gegen Russland gewonnen habe“, „Exportmöglichkeiten“ ergäben, „um die Finanzen des Landes aufzubessern“. In manchen Bereichen würde mehr produziert, als man selbst für den anhaltenden Krig bräuchte, teilwese bestünden 50% Überkapazität. Während die Ukraine also selbst Waffen – genannt werden immer wieder Drohnen – ins Ausland expoertiert, werden weiter aus den Haushalten westlicher Verbündeter Waffen bezahlt und an die Ukraine geliefert. Für viele ein einträgliches Geschäftsmodell, das ein Anhalten des Krieges aus ihrer Sicht profitabel erscheinen lässt. Insbesondere der Aufstieg Deutschlands – des in finanzieller Hinsicht größten Unterstützers der Ukrainischen Armee und Rüstungsindustrie – zu einem führenden Hersteller kampferprobter Kamikazedrohnen und Kampfroboter wäre ohne ihn kaum denkbar gewesen. Das tragische ist v.a., dass in diesem Krieg weiter täglich Menschen sterben und die Umwelt zerstört wird.
