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Ukraine: KI-Trainingsdaten
(20. März 2026)Die Ukrainischen Streitkräfte wollen ihren Verbündeten in großem Umfang Videos vom Gefechtsfeld zukommen lassen, damit diese KIs für Drohnenangriffe trainieren können. Das meldet in Deutschland u.a. der Tagesspiegel:
„Demnach habe die Regierung in Kiew beschlossen, ukrainischen Unternehmen – und internationalen Partnern – Zugriff auf die gesammelten Kampfdaten zu ermöglichen. Ziel sei das Training von Künstlichen Intelligenzen in Drohnen.“
Die Ankündigung kam vom ehemaligen Digital- und heutigen Verteidigungsminister Mykhailo Fedorov. Der hatte immer wieder international angekündigt, die Ukraine solle das größte Tech-Entwicklungslabor der Welt werden. Dies berichtete bereits 2024 ein vielbeachteter Beitrag im Time Magazine unter dem Titel „How Tech Giants Turned Ukraine Into an AI War Lab“. Jüngst wurde von ihm erneut wurde die Einladung an internationale Rüstungskonzerne ausgesprochen, ihre Waffen in der Ukraine zu testen.
Grönland: Stolperdraht
(20. März 2026)Wie ernst die US-Drohungen gegen Grönland genommen wurden, zeigt, dass Arctic Sentry, in dessen Rahmen auch deutsche Soldat*innen entsendet wurden, wohl keineswegs wie offiziell verkündet eine reine Erkundungsmission war. Augengeradeaus zitiert einen Bericht des dänischen Rundfunks: „Als dänische Soldaten im Januar dieses Jahres in aller Eile nach Grönland geflogen wurden, hatten sie Sprengstoff dabei, um unter anderem die Landebahnen in Nuuk und Kangerlussuaq zu zerstören. Dies sollte verhindern, dass US-Militärflugzeuge Soldaten auf der Insel absetzen, falls Präsident Donald Trump im Extremfall beschließen sollte, Grönland mit Gewalt zu erobern. Mit an Bord war auch Blut aus dänischen Blutbanken, damit Verwundete im Falle eines Kampfes behandelt werden konnten. (…) Das Ziel, Soldaten auf grönländischem Boden zu stationieren – mit so vielen verschiedenen Flaggen auf den Schultern wie möglich –, bestand laut sechs der Quellen darin, dass die Amerikaner zu einer größeren feindlichen Handlung gezwungen wären, sollte Donald Trump tatsächlich versuchen, Grönland militärisch zu besetzen. Das sollte die USA davon abhalten, es überhaupt zu versuchen.“ (jw)
Grönland: US-Präsenz
(20. März 2026)Angesichts offener Annexionsdrohungen der USA eskalierten unlänfst die Konflikte um Grönland (siehe IMI-Analyse 2026/01). Immer wieder wurde in den Auseinandersetzungen unter anderem betont, dass die USA schon heute umfassende Möglichkeiten zur Stationierung zusätzlicher Kräfte hätten, wovon sie nun scheinbar auch Gebrauch machen wollen, wie Stars and Stripes berichtet: „The U.S. is working to expand its military presence in Greenland to three additional areas as it seeks to add locations for special operations and establish permanent access to Arctic waters, the commander of Northern Command said Thursday. […] He described the discussions with Greenland and Denmark as ‚very productive‘ and said the 1951 agreement, which allows the U.S. to construct military installations, house troops and operate with broad operational authority within defense areas, is ‚very favorable to our operations or potential operations in Greenland‘.” (jw)
Und die deutlichen Beweise… (II)
(19. März 2026)Gestern wurde seitens der Chefin der US-Geheimdienstchefin Tulsi Gabbard bei einer Senatsanhörung erneut bestätigt, dass keine „unmittelbare Gefahr“ vom Iran ausgegangen sei, berichtet Straitstimes.com: „US intelligence concluded on March 18 that Iran was not rebuilding nuclear enrichment capacities that were destroyed in a June 2025 US-Israeli attack, contradicting US President Donald Trump’s justifications for his ongoing war. […] ‚As a result of Operation Midnight Hammer, Iran’s nuclear enrichment programme was obliterated. There has been no efforts since then to try to rebuild their enrichment capability,‘ Ms Gabbard said, in testimony to the Senate intelligence committee.“ (jw)
Iran: US-Bodentruppen?
(19. März 2026)Es werde von den USA erwogen, Bodentruppen zur Kontrolle der Straße von Hormuz entlang der iranischen Küstenlinie zu stationieren, berichtet Reuters. Auch über eine Entsendung auf die Insel Kharg soll nachgedacht werden, wird unter Berufung auf anonyme an den Planungen beteiligte Quellen berichtet. (jw)
Brand auf Flugzeugträger
(18. März 2026)An Bord des zuletzt am Krieg gegen den Iran beteiligten Flugzeugträgers „USS Gerald R. Ford“ sei ein Brand ausgebrochen, der rund 30 Stunden bekämpft werden musste, berichtet n-tv.de. Ausgebrochen sei der Brand in einem Wäschetrockner in der Wäscherei, 200 der etwa 600 Besatzungsmitglieder mussten angeblich wegen Rauchvergiftungen behandelt werden. Am Morgen des 18. März habe sich der Flugzeugträger noch im Roten Meer befunden, sollte dann aber vor Souda Bay auf Kreta vor Anker gehen.
N-tv.de weiss weiter zu berichten: „Die ‚USS Gerald R. Ford‘ befindet sich bereits im zehnten Monat ihres Einsatzes. Sollte das Schiff auch Mitte April noch im Einsatz sein, würde es den Rekord für den längsten andauernden Einsatz eines Flugzeugträgers seit dem Vietnamkrieg brechen. Dieser Rekord von 294 Tagen wurde 2020 von der „USS Abraham Lincoln“ aufgestellt. Im Oktober vergangenen Jahres wurde die ‚USS Gerald R. Ford‘ während eines Einsatzes im Mittelmeer von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth in die Karibik abkommandiert. Dort war sie Teil der US-Kampagne gegen Venezuela, die in der Entführung des dortigen Machthabers Nicolás Maduro gipfelte. Anschließend ging es für den Flugzeugträger wieder zurück über den Atlantik und in den Nahen Osten für den Krieg gegen den Iran.“
Hormus: Deutschland doch dabei?
(18. März 2026)Ralph Thiele, Bundeswehr-Oberst a.D. und Vorsitzender der Politisch-Militärischen Gesellschaft nimmt den deutschen Regierungs-Politiker*innen ihr Nein zu einer Beteiligung der Bundeswehr bei einem Einsatz in der Strasse von Hormus nicht ab. Gegenüber dem SWR meinte er am gestrigen Dienstag, „wir robben uns in Richtung eines Engagements“, man befände sich bereits im „üblichen, etwas langwierige[n] Prozess“ der Vorbereitung und Absprachen mit den Verbündeten. Es sei „naheliegend, dass man dafür eine Mission finden wird und ich bin auch davon überzeugt, dass es dazu kommt… Und sei es nur, dass wir ein Hauptquartier stellen, auch das muss ja gemacht werden…“.
Über ein mögliches Ende des Krieges wird in diesem Interview überhaupt nicht mehr gesprochen.
Bundeswehr: Ungenutzt
(17. März 2026)Die Bundeswehr weiß gar nicht, wohin mit dem ganzen Geld. Der Blog Sicherheit & Verteidigung berichtet, seien „nur“ 78,9 Mrd. Euro und damit 7,4 Mrd. Euro weniger als das bewilligte Budget von 86,3 Mrd. Euro abgerufen worden. (jw)
Trinity House: Details
(17. März 2026)In der Trinity House Vereinbarung verständigten sich Deutschland und Großbritannien im Oktober 2024 auf die gemeinsame Entwickljung einer Mittelstreckenwaffe (siehe zu den Gefahren solcher Waffen IMI-Studie 2024/7). Einer Pressemitteilung der britischen Streitkräfte sind nun einige weitere Details zu entnehmen: „Missiles to be capable of travelling more than 2,000 kilometres and are expected to enter service in the 2030s. […] The missiles will form a family of future stealth cruise and hypersonic weapons, expected to enter service in the 2030s. Initially focussed on ground-launched capabilities, the programme will also explore air and naval capabilities, delivering long range deterrence and operational flexibility.“ (jw)
Iran-Krieg: Offener Brief
(16. März 2026)Science4Peace hat einen offenen Brief formuliert, den auch die Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V. unterzeichnet hat und in dem die europäischen Regierungen u.a. aufgefordert werden, die Nutzung ihres Territoriums und Luftraums für die am Irankrieg beteiligten Militärs zu untersagen und sich für ein schnelles Ende des Krieges einzusetzen. Wir dokumentieren die Presseerklärung von Science4Peace:
„Europäischer offener Brief warnt vor Kriegsausweitung im Nahen Osten
Wissenschaftler, Friedensorganisationen und zivilgesellschaftliche Initiativen aus mehreren europäischen Ländern haben einen offenen Brief veröffentlicht, der vor einer weiteren militärischen Eskalation im Nahen Osten warnt und zu verstärkten diplomatischen Initiativen Europas aufruft.
„Europa muss alles daransetzen, eine weitere militärische Eskalation im Nahen Osten zu verhindern. Diplomatie und internationale Zusammenarbeit sind der einzige Weg, um eine Ausweitung des Krieges zu verhindern und langfristige Stabilität zu erreichen“, erklärte Hannes Jung vom Science4Peace Forum, einer der Initiatoren des Aufrufs.
Zu den Erstunterzeichnern gehören unter anderem die Politikwissenschaftler Prof. Michael Staack, Prof. August Pradetto und Prof. Johannes Varwick, Dr. Hans von Sponeck – ehemaliger Beigeordneter Generalsekretär der Vereinten Nationen – sowie der Friedensaktivist Reiner Braun.
Der Aufruf, initiiert von Science4Peace, wird zudem von mehreren Organisationen unterstützt, darunter NatWiss – Verantwortung für Frieden und Zukunftsfähigkeit, die britische Campaign for Nuclear Disarmament (CND), das International Peace Bureau, der Erhard-Eppler-Kreis sowie die Informationsstelle Militarisierung (IMI).
Der offene Brief wird heute erstmals im Rahmen einer Demonstration der Friedensbewegung in Hamburg vorgestellt.
Der vollständige Text und die Möglichkeit zur Mitzeichnung finden sich hier:
https://openpetition.eu/!rhndh
Weitere Unterstützerinnen und Unterstützer können sich dem Aufruf anschließen.„
