Vor wenigen Tagen hatte die IMI einen Beitrag zur „Ökonomie des Drohnenkrieges“ veröffentlicht, in dem auch die Rolle der Ukraine als Testfeld für neue Waffensysteme hervorgehoben wurde:
„Das hatte der damalige ukrainische Minister für digitale Innovation und heutige Verteidigungsminister Mykhailo Fedorov bereits im ersten Jahr des Krieges genauso angekündigt: ‚Our big mission is to make Ukraine the world’s tech R&D lab.‘ (Red.: ‚Unsere große Mission ist es, die Ukraine zum technologischen Forschungs- und Entwicklungszentrum der Welt zu machen.‘) Wieder und wieder lud er westliche Rüstungsunternehmen ein, ihre Systeme im Krieg in der Ukraine zu testen und weiterzuentwickeln.“
Mit erstaunlicher Offenheit wird das mittlerweile auch in der (wirtschaftsnahen) deutschen Presse so geäußert, gestern etwa in einem Beitrag bei handelsblatt.com:
„Vor allem Investoren sehen in der Ukraine zunehmend eine Art „battlefield laboratory“, in dem neue Technologien – von Drohnen bis KI-Anwendungen – unter Gefechtsbedingungen entwickelt und getestet werden, und das in kürzester Zeit. Die Lesart, dass die Ukraine vom Bittsteller zum Fortschrittstreiber wird, setzt sich auch in Berlin durch.“
Am selben Tag berichtete u.a. n-tv.de über eine Ansprache des ukrainischen Präsidenten Selenskyj, wonach sich aus „der großen Waffenexpertise, die das Land in den vier Jahren Krieg gegen Russland gewonnen habe“, „Exportmöglichkeiten“ ergäben, „um die Finanzen des Landes aufzubessern“. In manchen Bereichen würde mehr produziert, als man selbst für den anhaltenden Krig bräuchte, teilwese bestünden 50% Überkapazität. Während die Ukraine also selbst Waffen – genannt werden immer wieder Drohnen – ins Ausland expoertiert, werden weiter aus den Haushalten westlicher Verbündeter Waffen bezahlt und an die Ukraine geliefert. Für viele ein einträgliches Geschäftsmodell, das ein Anhalten des Krieges aus ihrer Sicht profitabel erscheinen lässt. Insbesondere der Aufstieg Deutschlands – des in finanzieller Hinsicht größten Unterstützers der Ukrainischen Armee und Rüstungsindustrie – zu einem führenden Hersteller kampferprobter Kamikazedrohnen und Kampfroboter wäre ohne ihn kaum denkbar gewesen. Das tragische ist v.a., dass in diesem Krieg weiter täglich Menschen sterben und die Umwelt zerstört wird.
