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IMI-Aktuel 2021/548

Von Starcraft aufs Schlachtfeld

(22. Oktober 2021)


In der Europäischen Sicherheit und Technik findet sich eine ebenso spannende wie gruselige Beschreibung, wie Computerspiele und KI über eine neue Studie des Amtes für Heeresentwicklung für „praktische“ Kriegsplanungen nutzbar gemacht werden sollen: „StarCraft ist ein Echtzeit-Strategiespiel, bei dem die Spieler ihre Einheiten mit verschiedenen Fähigkeiten produzieren und steuern müssen. […] Der Google-Tochter DeepMind ist es gelungen, einen KI-Agenten (AlphaStar) zu trainieren, der das Spiel auf Meisterniveau beherrscht. […] Die Studie des Amtes für Heeresentwicklung verfolgt das Ziel, die im Spielebereich erfolgreich angewandten Trainingsverfahren zu adaptieren und auf die Lageentwicklung in einer Gefechtsfeldsimulation zu übertragen. […] Ziel der Studie ist es nicht, eine allumfassende KI zu schaffen, die den Führungsprozess komplett übernimmt und den Menschen überflüssig macht.“ (jw)

IMI-Aktuell 2021/547

AUKUS: Asiatische NATO?

(21. Oktober 2021)


Im Jahr 2016 vereinbarten Australien und Frankreich die Lieferung von 12 konventionellen U-Booten mit einem Gesamtvolumen von zunächst 31 Mrd. Euro, der zuletzt auf 56 Mrd. Euro angewachsen war. Am 15. September wollte zudem die Europäische Union mit der Veröffentlichung ihrer Indo-Pazifik-Strategie ihre (militärischen) Ansprüche in der Region untermauern. Durch beides machte die ebenfalls am 15. September erfolgte Ankündigung eines AUKUS abgekürzten Bündnisses der Vereinigten Staaten, Großbritanniens und Australiens zumindest in Teilen einen Strich durch die Rechnung. Das AUKUS-Bündnis beinhaltet die Lieferung von acht atomgetriebenen U-Booten an Australien, wodurch der Deal mit Frankreich hinfällig wurde – dementsprechend verschnupft reagierte man in Paris. Gegenstand des Bündnisses soll aber auch ein weitergehender militärischer Hochtechnologieaustausch sein, wodurch sich ein gegen China gerichtetes Bündnis in der Region vollkommen abseits (und ohne vorherige Konsultation) der EU-Staaten gegründet hat. Die Tatsache, dass umgehend darüber spekuliert wurde, weitere Länder könnten dem AUKUS-Bündnis beitreten, unter den genannten sich aber kein einziger EU-Staat befand, dürfte erklären, weshalb nicht nur aus Frankreich, sondern auch aus anderen EU-Ländern erboste Reaktionen kamen (siehe IMI-Analyse 2021/42). Nun bestätigte der britische Verteidigungsminister bei abc.net, dass auch auf höchster Ebene über eine Erweiterung des Bündnisses ohne EU-Länder nachgedacht wird: „Asked whether countries like Japan feel excluded by the new partnership, General Carter suggested the nation could eventually join, along with remaining Five Eyes partners Canada and New Zealand. ‚AUKUS is not designed to be in any way exclusive,’ General Carter told an online audience. ‘It’s a first step in terms of industrial development between like-minded partners and I absolutely know that the architects of it reckon that if it could be made more inclusive, if there were opportunities there, then that’s the direction of travel it would go.’“ (jw)

IMI-Aktuell 2021/546

Jemen: Kinder als Opfer

(21. Oktober 2021)


Der Krieg im Jemen geht mit unverminderter Härte weiter, allein in der vergangenen Woche sollen etwa 700 jemenitische Houthis von saudischen Truppen getötet worden sein, berichtet die Presse. Derweil informiert das Redaktionsnetzwerk Deutschland (beides via Bpb-Newsletter) über einen traurigen vorläufigen Höhepunkt dieses Krieges: „Das Bürgerkriegsland Jemen hat nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks Unicef einen ‚beschämenden Meilenstein‘ erreicht: Set Beginn der Kämpfe im März 2015 seien mehr als 10.000 Minderjährige durch Kampfhandlungen getötet oder verwundet worden.“ (jw)

IMI-Aktuell 2021/545

Soldaten: Terroristische Vereinigung

(20. Oktober 2021)


Björn Müller macht in einem Tweet darauf aufmerksam, dass die Bundesanwaltschaft gegen zwei Soldaten Anklage wegen des dringenden Verdachts der Bildung einer terroristischen Vereinigung erhoben hat. Aus der Pressemitteilung der Bundesanwaltschaft: „Arend-Adolf G. sowie Achim A. fassten Anfang 2021 den gemeinsamen Entschluss, eine unter ihrem ausschließlichen Kommando stehende Söldnertruppe aufzustellen. Primäre Triebfeder zu diesem Vorhaben war bei den beiden Beschuldigten die Aussicht auf einen angestrebten monatlichen Söldnerlohn von rund 40.000 Euro für jedes Mitglied der Einheit. Nach den Plänen der Beschuldigten sollten der von ihnen aufgestellten paramilitärischen Einheit zwischen 100 und 150 Mann angehören, bei denen es sich vor allem um ehemalige Angehörige der Bundeswehr oder frühere Polizisten handeln sollte. Die beiden Beschuldigten waren in der Vergangenheit selbst Soldaten der Bundeswehr und verfügen daher über militärische Kenntnisse und Fähigkeiten. […] Nach erfolgreicher Aufstellung ihrer Söldnertruppe wollten die beiden Beschuldigten durch Kampfhandlungen in den im Jemen herrschenden Bürgerkrieg eingreifen.“ (jw)

IMI-Aktuell 2021/544

Friedensgutachten: Militarisierung als Lehre?

(20. Oktober 2021)


Der Abstieg der großen deutschen „Friedensforschungsinstitute“ und der des von ihnen herausgegebenen „Friedensgutachtens“ setzt sich fort. In einer Sonderstellungnahme zu den Lehren des Afghanistan-Krieges wird unter anderem unter dem Titel „Europäische zivile und militärische Fähigkeiten stärken“ gefordert. Dass für EU-Einsätze außerdem noch die Einführung von Mehrheitsentscheidungen gefordert wird, setzt dem Ganzen dann die Krone auf (siehe dazu kritisch hier): „Die Evakuierungsmission am Flughafen Kabul zeigte erneut: Die EU muss dringend eigenständig handlungsfähiger werden. Deutschland sollte den Ausbau der zivilen und militärischen Fähigkeiten der EU entsprechend unterstützen. ‚Koalitionen der Willigen‘ sind dabei nur ein Notbehelf. Erstrebenswert wären EU-Missionen, die über die Einführung qualifizierter Mehrheitsentscheide in der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik erleichtert werden sollten.“ (jw)

IMI-Aktuell 2021/544

NATO-Atomkriegsübung

(19. Oktober 2021)


Nach neueren Erkenntnissen lagern noch etwa 100 US-Atomwaffen in Europa, unter anderem wohl zehn davon in Deutschland (Büchel). Diese Waffen werden derzeit „modernisiert“, um sie „besser“ einsetzen zu können, was jährlich unter dem Titel „Steadfast Noon“ von der NATO in einem Manöver geprobt wird. Die diesjährige Übung findet laut dem Redaktionsnetzwerk Deutschland im Süden des Bündnisgebietes statt: „Schauplatz der Übung ist in diesem Jahr den offiziellen Angaben zufolge der Luftraum über dem südlichen Bündnisgebiet. Demnach könnte der Einsatz von taktischen US-Atomwaffen vom Typ B61 trainiert werden, die nach offiziell unbestätigten Angaben auf dem Militärflugplatz Ghedi in Norditalien lagern.“ (jw)

IMI-Aktuell 2021/543

NATO: Russische Schließung

(19. Oktober 2021)


Unter anderem die junge Welt berichtet über die Schließung seiner NATO-Vertretung und zitiert dabei den russischen Außenminister: „»Als Ergebnis der bewusst gewählten Schritte der NATO sind die Bedingungen für elementare diplomatische Arbeit nicht gegeben«, so Lawrow. Er erinnerte daran, dass das Kriegsbündnis bereits 2015 und 2018 die Zahl der russischen Diplomaten reduziert habe. »Seit 2014 hat die NATO jeglichen Kontakt mit unserer Mission abgebrochen und die vollständige Beendigung der praktischen Zusammenarbeit sowohl im zivilen Bereich als auch zwischen den Militärs angekündigt.« Es sei sogar ein Besuchsverbot in der NATO-Zentrale verhängt worden.“ (jw)

IMI-Aktuell 2021/542

China: Überschallrakete

(19. Oktober 2021)


Diverse Medien, u.a. der Tagesspiegel, griffen eine Meldung der Financial Times auf, derzufolge China eine nuklearwaffenfähige Überschallrakete getestet haben soll: „China soll im August eine atomwaffenfähige Hyperschallrakete getestet haben. Wie die „Financial Times“ unter Berufung auf fünf anonyme Quellen am Samstag berichtete, sei die Rakete bei niedriger Umlaufbahn einmal um den Globus gekreist, ehe sie das anvisierte Ziel um etwa 15 Kilometer verfehlt habe.“ (jw)

IMI-Aktuell 2021/541

Kongress: Afghanistan-Bilanz

(19. Oktober 2021)


Am 31. Oktober wird in Frankfurt die Konferenz „20 Jahre NATO-Krieg in Afghanistan: eine vorläufige Bilanz“ stattfinden  – das Programm findet sich hier. (jw)

IMI-Aktuell 2021/540

CIA: China-Zentrum

(18. Oktober 2021)


Immer mehr Ressourcen werden in den USA Richtung China umgeschichtet. Un schreibt die Washington Post, die CIA habe eine Art „China-Zentrum“ eingerichtet: „The CIA is creating a new center focused exclusively on gathering intelligence about China and countering its espionage against the United States, another sign that senior U.S. officials are preparing for an all-encompassing, years-long struggle with Beijing.” (jw)

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