IMI-Aktuell 2025/677

Pannenpanzer Puma: Mehr davon!

von: 17. Dezember 2025

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Der Schützenpanzer Puma hat eine spektakuläre Pannengeschichte vorzuweisen – Verspätungen, Verteuerungen und Fehlfunktionen pflastern seinen Weg. Obwohl im Dezember 2022 bei einer Übung 18 von 18 eingesetzten Panzer den Geist aufgaben, wurde einige Zeit später weitere 50 Exemplare geordert (siehe IMI-Analyse 2023/02). Ende Oktober tauchte dann eine Liste bei Politico auf, derzufolge das Verteidigungsministerium die Anschaffung von 600 weiteren Pumas zum Preis von 14 Mrd. Euro planen würde, wodurch der Bestand dann auf rund 1.000 Panzer steigen würde (siehe IMI-Aktuell 2025/599).

Die Bild zitiert nun aus einem anderen Papier des Verteidigungsministeriums, demzufolge bis 2030 „nur“ 200 Exemplare zulaufen sollen (ob die in der Politico-Liste auffindbare Zahl von 400 in den Folgejahren erreicht werden soll, geht aus dem Artikel nicht hervor). Spektakulär ist dabei, dass man  anscheinend selbst im Verteidigungsministerium skeptisch ist, dass der Produzent KNDS fristgerecht liefern können wird. Bild zitiert aus dem BMVg-Papier: „Die von der Auftragnehmerin angegebene Lieferkapazität liegt deutlich über der bisherigen Lieferkapazität. Laut BMVg besteht daher das Risiko, dass die Auftragnehmerin die angegebenen Stückzahlen nicht fristgerecht liefern kann.“

Trotz der Pannen, die das Projekt auf dem Kerbholz hat, beschloss das BMVg nun durch eine Vorabfinanzierung den „Puma im Sack „ zu kaufen, wie die Bild ziemlich deutlich kritisiert: „Das Verteidigungsministerium hat sich deshalb eine bemerkenswerte Bezahlmethode überlegt: Eine Vorauszahlung in Höhe von rund 885 Millionen Euro (entspricht den ersten 50 Fahrzeugen) wird an den Rüstungskonzern KNDS vorgestreckt – für noch nicht gebaute Schützenpanzer, die in der Vergangenheit vor allem durch Pannen auf sich aufmerksam gemacht haben.“ UPDATE: Wie erwartet genehmigte der Haushaltsausschuss am 17. Dezember 4,2 Mrd. Euro für die besagten 200 Exemplare (allerdings mit einer ganhen Reihe von Maßgabebeschlüssen). Außerdem sollen wohl hartpunkt.de zufolge darüber hinaus weiterhin 200 weitere Pumas beschafft werden: „Gut unterrichteten Kreisen zufolge beabsichtigt das Heer in den folgenden Jahren die Puma-Flotte auf über 1.000 Schützenpanzer anwachsen zu lassen.“ (jw)