Die im Februar 2025 veröffentlichte Studie des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) „Waffen und Wachstum: Die wirtschaftlichen Folgen steigender Militärausgaben“ wird seither gerne zitiert, wenn es um die vermeintlichen wirtschaftlichen Positiveffekte hoher Rüstungsausgaben geht. Das Handelsblatt zum Beispiel verstieg sich unter Verweis auf die Studie sogar dazu, von einem „olivgrünen Wirtschaftswunder“ zu titeln (siehe IMI-Standpunkt 2025/008). Vor diesem Hintergrund soll nicht unerwähnt bleiben, dass es Stummen aus diesem Haus gibt, die zu durchaus realistischeren Einschätzungen gelangen. Bei ZDF heute wird zum Beispiel Stefan Kooths vom Kieler Institut für Weltwirtschaft zum vermeintlichen olivgrünen Jobwunder folgendermaßen zitiert: „Die Rüstungsindustrie ist hierzulande ein vergleichsweise kleiner Wirtschaftsbereich, etwa zur Automobilindustrie haben wir ein Verhältnis von 1 zu 10. […] Ja, es ist derzeit ein stark wachsender Bereich, aber auch hier werden die Kapazitäten begrenzt, insbesondere dadurch, dass das Fachkräftereservoir beschränkt ist.“ Und generell zu den volkswirtschaftlichen Effekten äußert sich Kooths ebenfalls zurückhaltend: „Es mag dafür gute Gründe geben, aber man sollte sich dann nicht die Illusion machen, dass das Ganze dann praktisch unter dem Strich auch noch ein Plus bedeuten würde. Es wird uns alle Wohlstand kosten.“ (jw)
