IMI-Aktuell 2017/243

Korea: Aufmarsch

von: 27. April 2017

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„Angesichts der wachsenden Spannungen im Konflikt mit Nordkorea demonstrieren die USA militärische Stärke“, berichtet die taz. Während in dieser Formulierung unter den Tisch zu fallen droht, dass gerade das US-amerikanische Säbelrasseln („Stärke demonstrieren“) die „wachsenden Spannungen“ ausmacht, gibt der Artikel einen guten Überblick über die beiderseitigen Aufrüstungsschritte. Auf Seiten Nordkoreas bestehen diese in „zwei Atomversuchen und zahlreicheichen Raketentests“ (wobei die Atomwaffentests bereits im letzten Jahr stattgefunden hatten), „massiven Schießübungen“ und Drohungen mit „atomaren Erstschlägen“.

Auf Seite der USA sei einerseits mit dem Aufbau des Raketenabwehsystems THAAD begonnen worden, das auch chinesische Interessen berühre. Außerdem sei das atomgetriebene und mit Marschflugkörpern ausgestattete U-Boot USS Michigan am Dienstag vor Busan gelandet. Zudem befände sich weiter ein Flugzeugträgerverband um die USS Carl Vinson auf dem Weg nach Südkorea. Auch von gemeinsamen Schießübungen der südkoreanischen und US-amerikanischen Marine wird berichtet.

Ansonsten wird jedoch über die Position der Südkoreanischen Regierung und auch der Bevölkerung nichts berichtet. Uns erreichten hingegen Berichte, dass zumindest an der Basis Seongju Proteste gegen die Lieferung des THAAD-Systems stattgefunden hätten und von einem massiven Polizeiaufgebot begleitet gewesen seien. Insgesamt sei die Bevölkerung Südkoreas sehr besorgt und zunehmend kritisch gegenüber Aufrüstung und Kriegsgefahr. (bk)

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