Die NATO hat eine Angriffsdoktrin (Multi-Domain Operations), die sie zumindest theoretisch in die Lage versetzten soll, russische Abwehrriegel auszuschalten und die Enklave Kaliningrad einzunehmen. NATO-Generäle brüsten sich damit, das Bündnis sei hierzu in kürzester Zeit in der Lage und erst kürzlich fuhr das Militärbündnis in einer unangekündigten Übung – die von Russland aber auch als Angriff hätte fehlgedeutet werden können – im großen Stil Militärgerät in unmittelbarer Nähe auf. Selbstredend wird betont, dies diene ausschließlich der Abschreckung eines Angriffs – nur Russland kann das nicht wissen und wird sich auch nicht darauf verlassen, wie ein ums andere Mal gewarnt wurde (siehe IMI-Aktuell 2026/504).
Ob man die russischen Sorgen nun als Paranoia abtut oder nicht ist im Übrigen vollkommen irrelevant, was zählt ist, dass sie existieren und damit Moskaus Entscheidungen beeinflussen. Und das Russland tatsächlich einen Angriff auf Kaliningrad befürchtet, geht aus einer jüngsten diplomatischen Note hervor, die der NATO übermittelt wurde und aus der Reuters zitiert (übersetzt mit deepl.com): „Russland wird bereit sein, das gesamte ihm zur Verfügung stehende Arsenal an Streitkräften und Fähigkeiten, einschließlich Atomwaffen, einzusetzen, um sein Hoheitsgebiet zu verteidigen, sollten NATO-Staaten den Versuch unternehmen, die Region Kaliningrad vom Rest des Landes zu isolieren.“ (jw)
