30 Jahre IMI

30 Jahre IMI!

Die Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V. wurde 1996 gegründet und sieht sich seither als Mittler zwischen Friedensforschung und Friedensbewegung mit einem klaren Fokus auf der Kritik an der Militarisierung der deutschen Außenpolitik.

Die IMI besteht damit seit mittlerweile 30 Jahren, ist in dieser Zeit deutlich gewachsen und ihren Inhalten treu geblieben. Viele der Gründungsmitglieder sind weiterhin bei uns aktiv, viele sind neu hinzugekommen und noch mehr haben uns eine Zeit lang begleitet.

Wir möchten uns bei allen, die zu diesem Projekt in der einen oder anderen Form beigetragen haben, ganz herzlich bedanken!

Auf dieser Seite haben wir einige ausführlichere Hintergrundtexte rund um das Thema „30 Jahre IMI“ versammelt (weitere werden noch folgen). Es finden sich aber auch Grußworte, die unter anderem bei unserer kleinen Geburtstagsfeier am 8. August verlesen wurden. Auch hier nochmal einen ganz besonderen Dank an diejenigen, die an diesem Tag mit uns gefeiert haben!

Die vielen positiven Rückmeldungen haben uns sehr motiviert, intensiv mit unserer Arbeit weiterzumachen, auf dass hoffentlich ein weiterer Geburtstag in absehbarer Zukunft nicht mehr gefeiert werden muss.

Rückblicke und Ausblicke

Wir möchten das 30jährige Jubiläum auch zum Anlass nehmen, auf unsere Arbeit und die ausgetragenen Kämpfe gegen die Militarisierung der deutschen Außenpolitik zurückzublicken. Dazu werden wir selbst einige Texte verfassen und haben auch ehemalige und langjährige Mitstreiter*innen eingeladen und werden entsprechende Beiträge hier fortlaufend ergänzen. (Auch die Grußworte, die sich weiter unten finden, werden weiter ergänzt)

IMI-Standpunkt 2026/002 – in: Graswurzelrevolution 505 – Januar 2026
Bewegung im Wandel der „Zeitenwende“
30 Jahre Informationsstelle Militarisierung, 30 Jahre antimilitaristische Aufklärungsarbeit
Bereits im Januar diesen Jahres hat Christoph Marischka vor dem Hintergrund des anstehenden Geburtstages der IMI für die Graswurzelrevolution (GWR) Gedanken zum Stand und die Herausforderungen der (verschiedenen) Bewegungen gegen die deutsche Hochrüstung formuliert. Ergänzt wurde sein Beitrag durch ein sehr nettes Grußwort der GWR-Redaktion.
https://www.imi-online.de/2026/01/12/bewegung-im-wandel-der-zeitenwende/

IMI-Standpunkt 2026/033
„Afrika“ und die Militarisierung der deutschen Außenpolitik
Zum 30-jährigem Jubiläum: Ein persönlicher und themenspezifischer Rückblick auf 25 Jahre bei der IMI
https://www.imi-online.de/2026/07/03/afrika-und-die-militarisierung-der-deutschen-aussenpolitik/

IMI-Standpunkt 2026/035
Friedensbewegung braucht kritische Friedensforschung
Christine Schweizer, Redakteurin der Zeitschrift „Friedensforum“, betrachtet den aktuellen Stand der herrschenden und der kritischen Friedensforschung – und geht dabei auch auf die Position der IMI zwischen Wissenschaft und Bewegung ein.
https://www.imi-online.de/2026/07/09/friedensbewegung-braucht-kritische-friedensforschung/

IMI-Standpunkt 2026/036
„Bitte mehr Factsheets!“ – Erfahrungen vom Infotisch
Interview mit Thomas Haschke, IMI-Beirat aus Stuttgart
https://www.imi-online.de/2026/07/09/bitte-mehr-factsheets-erfahrungen-vom-infotisch/

Dokumentation – aus: „Verweigert Euch!“ (Unrast Verlag, Mai 2026)
Eine kurze Geschichte der deutschen Außenpolitik
https://www.imi-online.de/2026/07/21/eine-kurze-geschichte-der-deutschen-aussenpolitik/
In seinem Beitrag für das Buch „Verweigert Euch!“ gibt Christoph Marischka einen kurzen Überblick über die Vorgeschichte der Zeitenwende seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges.

IMI-Standpunkt 2026/037
Für eine kommunal wirksame Zivilklausel
https://www.imi-online.de/2026/07/29/fuer-eine-kommunal-wirksame-zivilklausel/
Gerlinde Strasdeit (Fraktionsvorsitzende der Tübinger Linken) blickt zurück auf die Auseinandersetzungen um den Forschungscluster „Cyber Valley“ in Tübingen und die damals zusammen erhobene Forderung für eine Zivilklausel für alle beteiligten Akteure.

IMI-Standpunkt 2026/038
IMI und der NATO-Angriffskrieg 1999
https://www.imi-online.de/2026/07/29/imi-und-der-nato-angriffskrieg-1999/
In einer anonymen Zusendung wird an die Situation um den NATO-Angriffskrieg gegen Jugoslawien 1999 erinnert und welche Rolle IMI und andere Friedensorganisationen damals spielten.

Grußworte

Auch eine Art Grußwort:
Die Ankündigung des IMI-Geburtstages bei der Sendung „Resonanz Con(tra)sens“ im Freien Radio Wüste Welle:


Grußwort von Claudia Brunner (Uni Klagenfurt)
Die Publikationen der IMI sind eine echte Bereicherung für die universitäre Lehre in der Friedensforschung und verwandten Fächern. Viel aktueller als klassische akademische Formate ermöglichen sie es, stets kritisch bearbeitete und gut belegte Themen zeitnah in die Diskussion einzubringen. Hervorzuheben sind hierbei auch die sorgfältig aufeinander abgestimmten unterschiedlichen Formate in Print und online. Auch für Vorträge und Workshops in außeruniversitären zivilgesellschaftlichen Kontexten lassen sich die Analysen der IMI-Autor*innen sehr gut verwenden. Ein großes Dankeschön für Euer aller hartnäckiges Engagement und herzlichen Glückwunsch zum unglaublichen 30. Geburtstag aus dem Zentrum für Friedensforschung und Friedensbildung an der Universität Klagenfurt in Österreich!

30 Jahre IMI: Grußwort von Peter Bürger (Internationalist, Theologe & Publizist, Düsseldorf)
Die IMI wird 30 Jahre alt und ich nutze ihre Angebote – wenn ich´s recht erinnere – seit 2003. Als alles noch gefangen war im jungen Antiterrorkriegsparadigma, besprach Jürgen Wagner mit uns linken Ökumene-Christenmenschen im Rheinland schon die Perspektiven eines bedrohlich militarisierten Erdkreises – wie er heute ansichtig ist. Ein frühes Bewusstsein für die unheilvollen Folgen neuer Militärdoktrinen im Lande und der aggressiven Nato-Politik ‚gen Osten‘ verdanke ich der IMI. Meine eigenen Arbeitsschwerpunkte (u.a. Massenkultur & Krieg, Geschichte & kulturelle Zeugnisse des Pazifismus, Religion & Kriegsassistenz/Widerstand) gehen mit Wissensdefiziten bei aktuellen Entwicklungen einher: Militärtechnologien, Rüstungsproduktion, Kriegspolitik der hiesigen Regierung, Auslandseinsätze … Bei Recherchen konsultiere ich dann fast immer am PC – über das Lesezeichen in der Browserleiste – zuerst die IMI-Seite. Für die fundierten Dienstleistungen, die die IMI der Friedensbewegung und dem Widerstand gegen die neue Weltkriegspolitik erbringt, gibt es keinen gebührenden Dank. Wie gut, dass es euch gibt! Wie wohltuend auch, dass ihr nie auch nur mit dem kleinen Finger die falschen Friedenspropheten der rechten Sektoren bedient. – Erschreckend bleibt der Aufklärungsstand im Land. Bei den meisten Menschen gibt’s – um nur ein Beispiel zu nennen – wirklich kein Bewusstsein davon, welch astronomischen Ausmaße die Hochrüstung für das nächste Menschenschlachthaus annimmt – inzwischen nahezu in Billionenschritten – und welche ökologische und soziale Dramatik damit einhergeht. Wir brauchen neue Künstler:innen der breiten Aufklärung. Bei der IMI können diese alle nötigen Fakten für den Widerstand finden. Gerne würde ich miterleben, die IMI wäre morgen überflüssig. Doch der Militarismus hat sich wieder allgegenwärtig eingenistet. So wünsche ich euch: viele Jahre der Unbeugsamkeit, klaren Verstand, menschliche Solidarität und reichen Zugang an jungen Mitarbeiter:innen!

Grußwort von Rainer Schmid (Evang. Pfarrer und Friedensaktivist)
Meine Anektode: Der IMI-Mitarbeiter Andreas Seifert hat mich einmal eingeladen, und zwar zu einem Arbeitstreffen in den IMI-Räumen. Es sollte um die Frage gehen, wie man einen neuen Online-Rüstungsatlas entwickeln könnte, mehrdimensional und interaktiv. Ich wusste nicht, wer zu diesem Treffen eingeladen war. Ich stellte mir aber vor, dass wahrscheinlich lauter „wilde Gesellen“ kommen würden. Zu meiner Überraschung kamen dann aber 5 oder 6 ältere Menschen, die meisten waren Theologen, einer war Kirchengemeinderat. Mit den Jahren wurde mir immer deutlicher: Die IMI macht zwar nach außen oft einen wilden Eindruck. Aber wenn man genauer hinschaut, entdeckt man zahlreiche personelle und inhaltliche Verbindungen zur württembergisch-kirchlichen Umwelt. Die IMI-Mitarbeitenden und die linken Christ*innen verbindet vor allem die Vision von einer Welt ohne Krieg. Wie es bei Micha und Jesaja steht: Eines Tages wird man alle Schwerter (Kriegsgeräte) zu Pflugscharen (zivilen Geräten) umschmieden. Jesus lehrte und lebte die Gewaltfreiheit. Auch die IMI arbeitet an einer Welt ohne Krieg und Unterdrückung. In diesem Sinne wünsche ich der Informationsstelle Militarisierung weiterhin Gottes Segen! 
Nachtrag: Alle Menschen, die dies lesen, bitte ich, die IMI auch finanziell zu unterstützen!

Unabhängige Herrschaftskritik, spannende Technikforschung und konsequenter Friedensaktivismus – Grußwort von Jutta Weber (Uni Paderborn)
Es ist ein kleines Wunder, dass es die IMI nach 30 Jahren immer noch gibt. Unabhängig und (deshalb) prekär finanziert, ist sie nach 30 Jahren noch quicklebendig und vor allem eine wichtige Quelle und Anlaufpunkt für alle, die kritisch im Bereich Critical Military Studies / Military Technoscience Studies / Friedens- und Konfliktforschung etc. forschen und / oder aktivistisch arbeiten.
Auf der Website der IMI finden sich eine erstaunliche Vielfalt an spannenden, gut recherchierten Artikeln. Ähnlich kritische Stimmen wie hier würde ich mir von manchen universitären Institutionen wünschen. Wir brauchen gerade heute in tendenziell technofaschistischen Zeiten, in denen die Elon Musks und Peter Thiels zunehmend den Ton angeben und geopolitische Machtfantasien der Supermächte überborden, herrschaftskritisches Wissen. Da wäre doch jedes Jahr ein alternatives Friedensgutachten vom IMI schön, das genauso viel Aufmerksamkeit (und Finanzierung) bekommt wie das traditionelle. Aber bei solch scharfsinniger und unerschrockener feministischer und Kapitalismuskritik der IMI bekommt sie diese wohl eher vom Verfassungsschutz.
Dabei verteidigen hier ein paar Menschen ehrenamtlich oder prekär finanziert Humanität und Hoffnung bzw. Menschen- und Völkerrecht(e). Ich wünsche Euch noch weitere mutige und erfolgreiche 30 Jahre. Lasst euch nicht unterkriegen und Danke für Alles!

Grußwort Emma Fahr (2020/2021 Praktikantin bei IMI)
Nach drei Jahrzehnten wichtiger und vehementer Kritik – denke ich – täte es der IMI sehr gut, eine eigene Vision vom Optimum der Dinge zu entwickeln. Ein Leitbild. Lenkt den Blick für einen Moment weg von dem, was mit Sicherheit alles fundamental schiefläuft, hin zu dieser Utopie, die es wert ist, dass wir für sie kämpfen. Werbt mit ihr. Sonst verbittert man schnell und Zynismus ist kein guter Nährboden.
Diese Zeilen schreibe ich schnell, solang mein krankes Kind noch schläft. Denn bei all der zermürbenden und unbezahlten Care-Arbeit ist vor allem die unbedarfte Freude dieses kleinen Menschen am Leben ein unbezahlbarer Wellenbrecher, wenn von überall der Untergang gepredigt wird. Was ich sagen will ist: Mit einer Zukunft im Blick, an die man glauben möchte, kann man Berge versetzen. In diesem Sinne: Herzlichen Glückwunsch!

Grußwort des FIFF
Liebe Mitstreiter:innen der IMI,
herzlichen Glückwunsch zum 30-jährigen Bestehen. Wenn es die Informationsstelle Militarisierung (IMI) nicht gäbe, müsste sie geschaffen werden. Ihr begleitet mit Ausdauer und Akribie die immer weiter vorangetriebene Militarisierung in Deutschland und der ganzen Welt informativ und kritisch. Ihr seid in eurem Tun und Engagement einzigartig und für die Friedensforschung und Friedensbewegung unverzichtbar, Bitte macht weiter so und lasst euch nicht aufhalten oder beirren. Wir würden uns freuen, wenn sich die bestehende gute Zusammenarbeit fortsetzen und möglichst noch intensivieren ließe.
Mit den allerbesten Wünschen für die nächsten 30 Jahre grüßt das
Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FIfF)

Dreißig Jahre IMI: Gegenwissen organisieren – Grußwort von Kiflemariam Gebre Wold (AidA-Dev-PACE Consultancy)
Dreißig Jahre Informationsstelle Militarisierung sind kein Grund zur Selbstzufriedenheit, sondern ein Spiegelbild unserer Zeit. Solange Militarisierung als Notwendigkeit, Verantwortung oder Zeitenwende verkauft wird, bleibt antimilitaristische Analyse unverzichtbar.
In diesen drei Jahrzehnten hat sich die IMI als wichtiger Anker etabliert. Nicht, weil sie sich in eine bequeme Mitte zwischen Krieg und Frieden gestellt hätte, sondern weil sie immer wieder gezeigt hat, dass Präzision und Parteilichkeit keine Gegensätze sind. Wer Rüstungshaushalte, Bundeswehrstrategien, EU-Grenzregime, Drohnen, Hochschulpolitik, Medienrhetorik und Kriegsvorbereitung zusammendenkt, leistet keine Nischenarbeit. Er macht sichtbar, wie tief Militarisierung in Gesellschaft, Ökonomie und Sprache eingreift.
Besonders wichtig ist für mich die Arbeitsweise, die die IMI über Jahre entwickelt hat: Widersprüche werden nicht geglättet, sondern offengelegt. Sie schlägt eine Brücke zwischen Wissenschaft und Aktivismus, zwischen langer Recherche und prägnanter Intervention, zwischen Analyse und Bewegung. Dieses Zusammenspiel hat vielen geholfen, Zusammenhänge zu verstehen und politisch handlungsfähig zu bleiben.
Gerade deshalb liegt die wichtigste Aufgabe nicht in der Vergangenheit, sondern in der Zukunft. Die kommenden Jahre werden friedenspolitisch nicht einfacher. Aufrüstung wird als Realismus verkauft, Abschottung als Ordnungspolitik, Rüstungsexporte als Verantwortung, militärische Infrastruktur als Sicherheit – und Kriege als humanitäre Interventionen.
Wer dem widersprechen will, braucht mehr als Empörung. Er braucht Analyse, Gedächtnis, internationale Perspektive und den Mut, die Begriffe der Macht nicht einfach zu übernehmen.
Für die Zukunft wünsche ich der IMI daher, dass sie ihre Stärke noch entschiedener internationalisiert. Militarisierung wird nicht nur in Berlin, Brüssel oder Belgrad vorangetrieben. Sie wird im Globalen Süden erprobt, erlitten, bekämpft und oft früher durchschaut. Die Wissensbestände der Diaspora sowie afrikanischer, asiatischer, lateinamerikanischer und arabischer Denkschulen gehören nicht an den Rand friedenspolitischer Analyse, sondern in ihr Zentrum.
Das wäre keine Verwässerung des IMI-Profils, sondern seine Schärfung: gegen jene Arbeitsteilung, in der der Süden Erfahrung liefert und der Norden die Deutung übernimmt. Es geht nicht nur um mehr Stimmen, sondern um andere Ausgangsfragen, andere Archive, andere historische Gedächtnisse und andere Begriffe von Sicherheit, Gewalt und Frieden.
Friedenspolitik braucht keine falsche Ausgewogenheit, die Machtfragen verharmlost. Sie braucht Klarheit, historische Tiefe und den Mut, imperiale Selbstbeschreibungen beim Namen zu nennen.
Herzlichen Glückwunsch zu dreißig Jahren IMI. Bleibt unbequem, präzise und offen für jene Welt, die in deutschen Sicherheitsdebatten meist als Einsatzgebiet erscheint – aber viel zu selten als Ort eigener Theorie.

Grußwort der „Friedensregion Bodensee“
Auch die Friedensregion Bodensee e. V. beglückwünscht Euch aufs Herzlichste zum 30. Geburtstag. Politische Aktivität ist auf solide und gut recherchierte Information angewiesen, die Ihr liefert. Danke für Eure hilfreiche Arbeit, Euren abrufbaren Wissensfundus und nicht zuletzt Eure kompetenten Referenten. Eure Expertise ist so lohnend, dass man auch mal in der kalten Hermann-Hepper-Turnhalle einen Tag lang frieren konnte 😉. Weiterhin gutes Gelingen Eures so wichtigen Beitrags für die Friedensbewegung.

Grußwort von Ebbe Frohnmeyer für die Tübinger Kulturinitiative Peace, Poesie und Musik
Eine nicht ausgerufene Zeitenwende gab es schon drei Jahre nach der IMI-Gründung. Die ehemals pazifistische Partei DIE GRÜNEN wurde zusammen mit der SPD zur Kriegspartei! Eine Zeitenwende mit verheerenden Folgen für die Friedensbewegung, für alle Friedensbewegten und Militarisierungssgegner in Politik, Kultur, Gesellschaft und Wissenschaft. Deutsche Soldaten wurden 1999 im „Kosovo-Krieg“ Teil eines US-geführten Feldzugs der NATO: Ohne UN-Mandat beteiligten sich Kampfflugzeuge der Bundeswehr am Bombardement der Bundesrepublik Jugoslawien, ein völkerrechtswidriger Angriffskrieg auf europäischem Boden, ein politischer Tabubruch, der mit allerlei Lügen begründet wurde. Schon damals war die IMI eines der gallischen Dörfer, das sich der allgemeinen Kriegsbesoffenheit entgegenstellte. Es ist ein großes Glück, dass die IMI dies auch heute noch tut, wo sich Zeitenwende nennt, was eigentlich „nur“ ein beispielloses Militarisierungs- Aufrüstungs- und Kriegsvorbereitungsprogramm ist. Die IMI bleibt ein lästiger Stachel im Fleisch aller Militaristen und Sofakrieger in Politik, Wissenschaft und Medien. Für uns Aktivistinnen und Aktivisten einer kleinen Kulturinitiative, die wir immer mal wieder am Sinn unserer Arbeit zweifeln, ist die IMI steter Ansporn und verlässlicher Helfer.

Grußwort von Sabine Lösing (Mitglied des Europäischen Parlaments a.D.; Außenpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Europäischen Parlament 2009-2019)
Liebe Freundinnen und Freunde der Informationsstelle Militarisierung,
30 Jahre IMI – dazu gratuliere ich euch von Herzen. In all den Jahren meines außerparlamentarischen friedenspolitischen Engagements waren die vielfältigen und wissenschaftlich fundierten Veröffentlichungen der IMI – aber auch das parteiliche Einstehen für einen aktiven Antimilitarismus – sowohl Orientierung als auch genossenschaftliche Begleitung.
Als ich 2009 im Europäischen Parlament sozusagen die Nachfolge von Tobias Pflüger im Auswärtigen Ausschuss und im Ausschuss für Sicherheit und Verteidigung antrat, wurde die enge Kooperation mit der IMI existentiell, um zu der als alternativlos dargestellten Militarisierung der EU und einer zunehmen imperialen und interessengeleiteten Außenpolitik eine fundierte Gegenposition entwickeln zu können.
Immer wieder haben Eure Analysen geholfen, Entwicklungen einzuordnen, offizielle Begründungen zu hinterfragen und Zusammenhänge sichtbar zu machen.
Wir wissen alle, dass sich trotz unseres Engagements und des entwickelten Gegenwissens die unsägliche Entwicklung fortsetzte, sowohl im europäischen als auch im bundesdeutschen Rahmen. Auch dann, wenn Aufrüstung, Auslandseinsätze oder neue militärische Strategien kaum noch hinterfragt wurden, habt ihr Fakten geliefert, Zusammenhänge offengelegt und friedenspolitische Alternativen aufgezeigt. Das erforderte Mut, Beharrlichkeit und einen langen Atem und das gab mir und meinen Mitarbeitenden auch die Kraft die Arbeit im Parlament zehn Jahre im Sinne einer antimilitaristischen Politik durchzuhalten.
Die IMI war für mich nie nur eine Denkfabrik. Sie war immer auch Teil einer lebendigen Friedensbewegung – ein Ort, an dem Forschung, politisches Engagement und internationale Solidarität zusammenkommen. In vielen Gesprächen, Veranstaltungen und Publikationen sind Gedanken entstanden, die ich mit in meine parlamentarische Arbeit genommen und mein weiteres Engagement genommen habe.
Mit Menschen wie Jürgen Wagner, Tobias Pflüger und vielen weiteren Engagierten verbindet mich nicht nur die gemeinsame Arbeit, sondern auch das gemeinsame Ziel, Frieden, Abrüstung und internationale Solidarität gegen den politischen Zeitgeist zu verteidigen. Dafür bin ich euch allen sehr dankbar.
Gerade heute, in einer Zeit rasanter Aufrüstung und einer zunehmenden Militarisierung der Außen- und Sicherheitspolitik, ist die Arbeit der IMI unverzichtbar.
Ich wünsche euch für die kommenden Jahrzehnte die gleiche Unabhängigkeit, den gleichen kritischen Geist und die gleiche Leidenschaft, mit der ihr die vergangenen 30 Jahre gestaltet habt.
Aber ich wünsche euch auch materielle Unterstützung, damit die wertvolle Arbeit der IMI auf sicheren Füssen stehen kann.
Möge die IMI weiterhin viele Menschen inspirieren und befähigen, sich für eine friedlichere und gerechtere Welt einzusetzen.
Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum – und herzlichen Dank für 30 Jahre engagierten Antimilitarismus.

Grußwort von Johanna Adickes für das Friedensforum Emden
[…] Gleich im ersten Jahr unserer Neugründung nach den intensiven 80er Jahren war die IMI mit dabei. Bei unseren 1. Emder Friedenstagen im September 2008 referierte Claudia Haydt zu dem Thema „Was macht die Bundeswehr am Hindukusch?“. Ihre Antwort: ein eindeutiges Infragestellen der Parole „Deutschland wird am Hindukusch verteidigt“. Angeblich werden wir ja gerade in der Ukraine verteidigt – in beiden Ländern gibt es schließlich wertvolle Rohstoffe!
In unserer Chronologie der Emder Friedenstage stellte ich fest, dass Christoph Marischka der nächste war, der im März 2016 den weiten Weg von Tübingen nach Emden schaffte. Sein Thema: „Die Afrikapolitik Deutschlands und der Europäischen Union – Krisenlösung oder Krisenursache?“. Es folgten:
2018 Jürgen Wagner: NATO-Aufmarsch gegen Russland – die NATO im neuen Kalten Krieg“;
2019 Michael Schulze von Glaßer: „An der Heimatfront – Öffentlichkeitsarbeit und Nachwuchswerbung der Bundeswehr“;
2020 Jacqueline Andres: „Klimaschutz heißt Abrüstung“;
2024 Michael Schulze von Glaßer: „Kriegstüchtig werden – die Reaktivierung der Wehrpflicht und der Nachwuchswerbung.
Dazwischen gab es immer wieder wichtige Hinweise von Euch für ReferentInnen, z.B. im letzten Jahr (2025) auf:
Simon Bödecker: „Für ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen“ und auf
Monika Bootz: „Die neue Ausrichtung der zivil-militärischen Zusammenarbeit (Operationsplan Deutschland)“.
Mit Eurer Hilfe z.B. auch durch Eure informativen Veröffentlichungen konnten wir immer zu den aktuellen Themen gut vor Ort dem Mainstream etwas entgegensetzen und waren nicht selten deren verkürzten, regierungskonformen Darstellungen voraus. Ganz herzlichen Dank Euch allen.
Was mich persönlich sehr beeindruckt ist, dass Ihr diese wichtige Arbeit macht, ohne dafür ein dickes Honorar zu beziehen! Es ist Euch wichtiger, für eine Welt zu kämpfen, in der alle Menschen in Frieden leben können und nicht ihrer elementaren Rechte beraubt werden, weil die Aufrüstung Vorrang hat vor Menschenrechten. Es ist Euch wichtig, authentisch zu leben und Euch nicht für Geld zu verbiegen. Dass es Menschen wie Euch gibt, lässt mich hoffen.
Im nächsten Jahr werden wir die 20. Emder Friedenstage gestalten und wohl auch etwas feiern. Es wäre schön, wenn von Euch, von der IMI jemand dabei sein könnte, gern auch einen Tag länger bleiben würde. Wahrscheinlich ist bis dahin entschieden, ob Emden einen Militärhafen bekommt oder VW Militärfahrzeuge bauen wird. Dann werden wir viel Unterstützung brauchen.
Euch allen wünsche ich eine wunderbare Feier mit alten und neuen FreundInnen und MitstreiterInnen. Leider kann ich nicht dabei sein wegen der Hiroshima-Gedenktage, an denen wir Aktionen machen. Viele liebe Grüße!

Grußwort von Gerlinde Strasdeit (Fraktionsvorsitzende der Tübinger Linken)
Herzlichen Glückwunsch von der Tübinger Linken zu 30 Jahre Informationsstelle Militarisierung.
Danke an IMI e.V. für die zahlreichen Aktionen. Danke für Eure Bündnis- und Aufklärungsarbeit.
Die Gemeinderatsfraktion der Tübinger Linken mit Gitta Rosenkranz, Tom Besenfelder, Frederico Elwing und mir bedankt sich für 30 Jahre gute Zusammenarbeit, für gemeinsame Aktionen, für Eure kompetente Unterstützung und begleitende Aufklärungsarbeit in zahlreichen Bereichen. [… s. IMI-Standpunkt 2026/037]
Seit den 70ern bin ich persönlich als Gewerkschafterin aktiv in der Friedensbewegung dabei, zuerst in Karlsruhe bei der „Bürgerinitiative Frieden aktiv sichern“, seit 1984 in Tübingen beim DGB und seit 1999 als Stadträtin der Tübinger Linken. In den vergangenen 30 Jahren war auf die Informationsstelle Militarisierung immer Verlass. In Bündnissen und innerhalb der Informationsstelle herrschte immer eine solidarische Arbeitsweise. Dafür vielen Dank! Und herzlichen Glückwunsch von meiner Fraktion an alle IMI-Mitglieder, insbesondere an die Gründungsmitglieder und den fleißigen Aktivenkreis. Viel Erfolg für Eure weitere Arbeit.

Grußwort der Friedensinitiative Traunstein Traunreut Trostberg
Liebe IMIs! Herzlichen Glückwunsch zu Eurem 30 jährigen Geburtstag! Seit vielen Jahren verbindet uns eine Freundschaft, wir sind glücklich Euch zu haben – als eine fundierte Informationsquelle zu den Themen Militarisierung und Aufrüstung – als Basis für unsere Arbeit – super dass ihr immer wieder den weiten Weg in die tiefe bayerische Provinz auf Euch nehmt – zu vielen tollen Veranstaltungen und Vorträgen – angefangen mit Claudia Haydt: Wem gehört der Nahe- Mittlere Osten! 3 Tage nach den Angriff auf den Irak – wie lange ist das schon her! – Vielen Dank für Eure tollen Kongresse, die für uns ein wichtiger Input sind und uns sehr viel Mut und Möglichkeiten der Vernetzung geben!
Ihr seid super – macht so weiter – und wir hoffen dass unser gemeinsames Engagement bald nicht mehr nötig ist!

Grußwort von Redaktion und Vorstand der Zeitschrift Wissenschaft & Frieden (W&F)
Liebes Team, liebe Aktive, liebe Ehemalige, liebe Engagierte der Informationsstelle Militarisierung e.V.,
im Namen von Redaktion und Vorstand unseres gemeinsamen friedenswissenschaftlichen Zeitschriftenprojekts »Wissenschaft und Frieden«, das Ihr seit vielen Jahren mit Rat, Tat und personeller Unterstützung als Mitherausgeber auch mit verantwortet: Herzlichen Glückwunsch zu 30 Jahren IMI und ein glückliches Händchen für die vor Euch liegenden Jahrzehnte.
IMI, das bedeutet: immer unabhängig, immer unkonventionell, immer streitbar.
Was aber unbestreitbar ist: Es braucht Euch! Heute im Tumult der militaristischen sogenannten »Zeitenwenden« umso mehr.
Es braucht Euch: Als kritische analytische Stimme, die dem Vorandrängen der Militarisierung widerspricht, als fein geeichtes Recherche- und Beobachtungsorgan, das der Gesellschaft frühzeitig zeigt, wo Entwicklungen oft noch im Verborgenen der Versicherheitlichung anheimfallen, als Impulsgeberin für antimilitaristische Veränderung, durch Handreichungen, Fact-Sheets, Analysen, aber auch durch Praxisanleitungen für alle möglichen Formen der Konversion vom Diskurs bis zum Betrieb.
Analyse, Recherche, Praxis: Kritische Militarisierungsforschung in und aus der Bewegung – Euer Aushängeschild, Eure Qualität. Unerlässlich, wie wir finden – auch und gerade in »Friedens«-Zeiten. Ihr zeigt immer und immer wieder: Kriege passieren nicht, sie werden vorbereitet, ihre Bedingungen hergestellt, ihre Ausrüstung produziert, ihr Personal rekrutiert – und Ihr zeigt durch euer Brennglas, wo und wie dies passiert.
Über die Jahre haben viele von Euch in W&F publiziert und Eure Analysen haben unsere Leser*innen erreicht, berührt, animiert – und vor allem informiert, ganz im Sinne Eures Namens. Es wird in den kommenden Jahren wichtig bleiben, diese unbestechlichen Informationsressourcen in die Hand zu bekommen und es ist gut, dass Eure Unabhängigkeit nicht infrage steht – trotz der immer wiederkehrenden Geldsorgen.
Was wir Euch wünschen: Dass Euer Auslandsprofil genauso stark werden kann, wie Euer Inlandsprofil; dass Ihr weiter streitbare Interventionen liefert, die Politik und Gesellschaft tatsächlich zu bewegen helfen; dass eine jede Eurer Analysen ein Puzzlestein dafür ist, dass die IMI irgendwann überflüssig sein kann.
Bis dahin gilt: Ihr seid wichtig für (kritische) Wissenschaft und für Frieden – und nicht zuletzt für »Wissenschaft und Frieden«,
herzlichen Dank für Eure Widerständigkeit und Beharrlichkeit!


Grußwort von Helmut Adolf (für die BI OFFENe HEIDe)
Früher war IMI ein kräftiges Waschmittel, dessen Produktion in den 1990-er Jahren wegen ökologischer Bedenken eingestellt wurde. In dieser Zeit, genau im Jahr 1996 wurde IMI e. V. gegründet. Und IMI e.V. ist genau das richtige Mittel, um den militärischen Schmutz hierzulande wegzuwaschen. Am Anfang stehen Informationen und Hintergrundwissen. Das ist seit 2022 um so wichtiger.
2001 fuhr ich zum fünfjährigen Jubiläum nach Tübingen im Club „Voltaire“. Mitbringparty war angesagt. So erschien ich mit regionalen Produkten wie dem international prämierten Bördekäse, der auf der Jubiläumsfeier neue FreundInnen fand. Im Jahr 2005 wurde auf dem Weg zum Gefechtsübungszentrum Heer ein Zwischenstopp in der Käsefabrik in Vahldorf eingelegt und die Fabrik bekam durch Tobias Pflüger Besuch von einem Europaabgeordneten. Den militärischen „Käse“ gab es dann im Gefechtsübungszentrum zu sehen. Die „zivile“ Betreiberschaft der militärischen Einrichtung ging damals so weit, dass die Waffenkammer dort durch die Privatfirma betrieben wurde.
Der Informationsweg von den Parlamenten zu IMI e.V. war in den Zeiten, als Tobias Pflüger im Europaparlament und danach im Bundestag saß, besonders kurz und die Arbeit effektiv.
Viele militärische Vorhaben, die von den Regierenden nun als Folge des Ukrainekriegs dargestellt werden, zeigen sich als alte Kamellen, die man ohne diesen Krieg nicht durchsetzen konnte.
Wir wünschen IMI e.V. auch in Zukunft viel Tatendrang und einen kurzen Draht zu den Entscheidern, um die militärischen Machenschaften frühzeitig aufzuklären und öffentlich zu machen. Der Frieden ist der Ernstfall!
Den Aktiven allzeit Gesundheit, Elan und den scharfen Blick, um den militärischen Ungeist zu erkennen.
Ich kann der Jubiläumsfeier nicht beiwohnen, da gerade die Veranstaltungen laufen, die an die Atombombenabwürfe vom August 1945 erinnern und in der Gegenwart mahnen, damit es eine Zukunft gibt.


Grußadresse von Wolfgang für die MLPD Reutlingen-Tübingen
Zum 30 jährigen Jubiläum von IMI gratulieren wir Euch von ganzem Herzen!
Eure konsequente, unermüdliche, hauptsächlich ehrenamtliche antimilitaristische Arbeit ist Vorbild. Eure antimilitaristischen Analysen zu den wesentlichen neuen Entwicklungen sind immer unverzichtbar für den Kampf gegen Rechtsentwicklung, akute Weltkriegsvorbereitung, neuen Faschismus weltweit. Der jährliche IMI Kongress ist wichtig um sich auszutauschen und strittige Fragen, auch der Perspektive des antimilitaristischen Engagements solidarisch zu diskutieren. Der Kampf der verschiedenen Imperialisten untereinander fordert eine gesellschaftsverändernde Perspektive heraus, für uns ist das der echte Sozialismus.Wir freuen uns auf eine weitere solidarische Zusammenarbeit.


Grußwort von Inge Höger
Die Informationsstelle Militarisierung (IMI) gibt es inzwischen seit 30 Jahren. In ihrer Einladung zum Fest schreiben die Mitglieder des Vorstandes: „Angesichts der Weltlage ist uns einerseits nicht nach Feiern zumute. Schöner wäre es, wenn es die IMI nicht mehr geben müsste!“
Dem kann ich und können viele Friedensfreund:innen nur beipflichten. Aber angesichts der inneren und äußeren Zeitenwende, der Aussetzung der Schuldenbremse und der ungehemmten Aufrüstung zur Kriegstüchtigkeit in allen Arbeits- und Lebensbereichen nicht nur in Deutschland, sondern auch in der EU und der NATO ist die Arbeit von IMI nach wie vor wichtig und notwendig.
Ich habe die fundierten Analysen von IMI kennen und schätzen gelernt, als ich mich 2006 entschloss, für die linke Bundestagsfraktion in den Verteidigungsausschuss zu gehen. Bei meiner politischen Arbeit haben mir u.a. die Analysen von IMI geholfen, Entwicklungen einzuordnen, offizielle Begründungen zu hinterfragen und Zusammenhänge sichtbar zu machen.
Auch nach meiner Zeit im Bundestag engagiere ich mich in der Friedensbewegung und bin in der Partei Die Linke in der BAG Frieden und Internationale Politik aktiv dabei. Die Analysen und Einordnungen der Militarisierung in Deutschland, der EU und der NATO, der völkerrechtswidrigen Kriege gegen Venezuela, den Iran und Kuba, der Genozid in Gaza und die Vertreibung der Palästinenser:innen aus dem Westjordanland sind für mich unverzichtbar. Vielen Dank dafür und macht weiter so!

Grußwort von Josef Lutz für die Offene Akademie
Herzlichen Glückwunsch zu Eurem 30 – jährigen Bestehen. Ihr habt in den 30 Jahren viel wertvolle Arbeit gemacht. Aus Euren Beiträgen konnte viel sonst nicht bekanntes Material für die Aufklärung über den Militarismus in der BRD und den Kampf für Frieden und gegen imperialistische Kriege entnommen werden. Wir danken Euch für eure langjährige Arbeit.
Denn die Zeiten sehen so aus, dass ihr mehr denn je gebraucht werdet. Es gibt nicht nur die alten imperialistischen Länder, sondern es sind inzwischen zahlreiche neuimperialistische Länder entstanden. Dies hat die Rivalität gnadenlos verschärft. Sie führte bereits zu zahlreichen regionalen Kriegen. Auch die Brandherde im Nahen Osten und in der Ukraine sind auf dem Hintergrund zu sehen. Die Gefahr einer Eskalation zum atomaren Weltkrieg war noch nie so hoch. Wir werden in Zukunft noch erweiterte Analysen und Auseinandersetzung brauchen.
Insbesondere besteht auch eine Einheit von Kriegsvorbereitung und der Tendenz zur Faschisierung. Diese äußert sich in zunehmender Repression gegen Antimilitaristen und Protesten gegen Aggression und Völkermord. Hier ist gegenseitige Solidarität gefragt, und die Offene Akademie hat sich hier schon vielfach engagiert.
Uns verbindet viel. Referenten der IMI sprachen auch schon auf der „Offenen Akademie“. Und in
unserem wissenschaftlichen Beirat sind auch Mitglieder der IMI. Lasst uns die Gemeinsamkeit
verstärken. Viel Erfolg weiterhin und solidarische Grüße!


Grußwort von Walburg Werner im Namen des Tübinger Friedensplenum/Antikriegsbündnis (vorgetragen auf der Feier am 8. August in Tübingen)
Ich sage euch Lob und Dank im Namen des Tübinger Friedensplenums/Antikriegsbündnisses für mindestens 30 Jahre. Mein Grußwort fällt ziemlich persönlich aus – zuerst mal: Für mich ist IMI seit vielen Jahren eine zentrale Adresse, für eine sogenannte Altgediente in der Friedensarbeit.
Ich blicke mindestens 45 Jahre zurück auf einen gemeinsamen Stammbaum des Friedensplenums/Antikriegsbündnis und der IMI. Ich erinnere mich an einen ziemlich losen Friedenskreis engagierter Menschen, die sich wöchentlich in der Neckarhalde im AL-Büro trafen und handschriftlich Protokolle verfassten und wissenswertes auf Matrizen zum Abziehen, und z.B. in Dorfkneipen den Kampf gegen den Atomtod ansagten – und vieles andere auch. Wir wurden mehr, zogen ins Schlatterhaus um und es kamen neue Menschen dazu, u.a.:
*Walter Schwenninger, Weltladen-Betreiber und damals noch nicht für die Grünen im Bundestag;
*Volker Nick vom Friedenscamp in Mutlangen und im Tübinger Gemeinderat mit seinem Strickzeug ansässig;
*Uwe Painke, Mitinitiator der Shalom-Gottesdienste;
*Henning Zierock, Sportlehrer und Aktivist mit Ideen;
*Tobias Pflüger, Mitarbeiter der Grünen Kreisrätin und Landtagsabgeordneten Monika Schnaitmann und Mitarbeiter im Rüstungsinformationsbüro Jürgen Grässlin in Freiburg;
*Holger Rothbauer, linker SPD-(Jugend)Genosse.
Mit der Ausdifferenzierung der Friedensbewegung wurden auch hier mit der Zeit Vereine und organisatorische Zusammenschlüsse mit spezifischen Richtungen gegründet, von eben diesen Menschen. Auch wir vom Friedensplenum gründeten einen Verein, um von der Stadt Geld zu bekommen, das uns aber auf Betreiben der SPD-Fraktion im Gemeinderat längst abhanden gekommen ist.
IMI wurde also vor 30 Jahren gegründet und ist der antifaschistischen Stoßrichtung immer unabhängig treu geblieben in Wissenschaft und auch in der Praxis an der Basis.
Wir alle haben Euch viel zu verdanken:
*Wir brauchen euch bei gewerkschaftlicher Gegenwehr gegen die sogenannten Reformen, die der Aufrüstung geschuldet sind usw.
*Ich wünsche euch, dass ihr standhalten könnt im gegenwärtigen Gegenwind – mit uns zusammen und dass ihr weiterhin gemeinnützig im wahrsten Sinn des Wortes bleibt!
*Wir brauchen euer bedrucktes Papier für unsere Gehirne, um nicht die Orientierung zu verlieren angesichts des täglichen Medienterrors.
*Wir brauchen den alljährlichen IMI-Kongress als bundesweiten und lokalen Magnet zur Klärung der militärischen Sachlage – für Experten und Nichtexperten.
*Wir brauchen eure Unterstützung bei Aktionen, wie z.B. beim Protest gegen die europaweite NATO-Pipeline um die Ecke bei Bodelshausen oder beim Protest gegen die Fallschirm-Absprungübungen auf Obstbaumwiesen hinter Rottenburg in Wendelsheim.
*Wir brauchen eure guten Rednerinnen und Redner und eure guten Reden bei unseren Kundgebungen.
*Wir brauchen euch bei gewerkschaftlicher Gegenwehr gegen die sogenannten Reformen, die der Aufrüstung geschuldet sind usw.
Ich wünsche euch, dass ihr standhalten könnt im gegenwärtigen Gegenwind – mit uns zusammen und dass ihr weiterhin gemeinnützig im wahrsten Sinn des Wortes bleibt!


Grusswort von Hedwig Krimmer für den Arbeitskreis Aktiv gegen Rechts in ver.di München

Es ist undenkbar, heute hier 30 Jahre IMI Tübingen zu feiern, ohne dass sich Stimmen aus der Gewerkschaft melden und Euch von ganzem Herzen gratulieren.
Eure Arbeit ist für uns unverzichtbar, wir brauchen sie für unsere Arbeit in den Betrieben, in der Gewerkschaft und ihr wiederum braucht unsere Arbeit. Denn wir alle wissen, wer in Wirklichkeit am Rad der Geschichte dreht: Es sind die arbeitenden Menschen, ohne deren Arbeit dieses Land in allerkürzester Zeit im kompletten Chaos versinken würde, aber auch kein einziger Panzer gebaut und kein einziger Krieg geführt werden könnte.
Ihr helft uns dabei Revolutionäre in der Gewerkschaft zu sein, getreu dem Satz von Rosa Luxemburg: „Zu sagen was ist, bleibt die revolutionärste Tat“.
30 Jahre lang in im Schlamm und Dreck des Militarismus Stein für Stein aufzuheben, das ist echt hart. Und dazu fällt mir ein, was Erich Mühsam über Tolstoi geschrieben hat:

„Jeder Versuch, die Achtung vor dem andern Leben als moralische Voraussetzung jeder Menschengemeinschaft mit was immer für Gründen, mit was immer für Absichten wegzuleugnen, ist eine Vergewaltigung der angeborenen menschlichen Instinkte.
Daher hat Tolstoi recht, wenn er immer wieder das Gebot „Du sollst nicht töten“ als stärksten und überzeugendsten Einwand gegen den Krieg heranzieht. Da wir von Natur aus Moralisten sind, kommt es uns zu, die moralische Forderung als kategorischen Imperativ beweiskräftig für uns zeugen zu lassen. Krieg ist organisierter Massenmord und schon deshalb schlechthin unsittlich. An dieser apodiktischen Beweisführung zerschellt jedes Argument, das noch zur Rechtfertigung von Kriegen hat dienen sollen. Daran zerschellt insbesondere der gottergebene Fatalismus, der sich mit der bequemen Resignation genugtut: „Wir können’s nicht ändern!“ Die so sprechen, handeln am schmählichsten an der menschlichen Würde und allen Gaben des eignen Herzens und Hirns. Denn sie verzichten kampflos auf jede Anwendung ihrer Fähigkeit, Einrichtungen und Veranstaltungen, die von Menschen geschaffen sind und benutzt werden, umzustoßen und durch neue zu ersetzen. Sie geben andern Menschen willenlos das Recht, kraft dieser Einrichtungen und Veranstaltungen nach Belieben zu schalten, sei es auch mit den Rechten und dem Leben jener Indolenten und Resignierten selbst. Diese Leute anerkennen zwar durchaus die abscheulichen Ausdrucksformen des Kriegs, sie versichern, daß ihr Gemüt mindestens im gleichen Maß von den Schrecknissen der Kämpfe erschüttert werde wie unsres, aber sie stemmen sich aus Leibeskräften gegen die Folgerung, daß nun eine Einigung erzielt werden müsse, das Verderben abzustellen und seine Wiederholung zu verhindern: „Wir können’s nicht ändern!“
Weltgeschichte wird von geistigen Energien gemacht. Wer meint, an ihrem Lauf nichts ändern zu können und deshalb den Krieg trotz seiner erkannten Furchtbarkeit Krieg sein läßt, der hat keine geistigen Energien, deren beste die Liebe ist. Wem aber die Liebe fehlt, der kann die Welt nicht mit fördernden Werten befruchten.
OHNE LIEBE geht das nicht, was ihr macht.
OHNE LIEBE würdet ihr zu Bürokraten, oder was auch immer.
EURE LIEBE, die euch zu diesem Unsinn antreibt und ihm damit den Sinn erst einhaucht, ist Motor – auch für uns.
Dafür danken wir Euch.