Im Sommer 2025 wurde bekannt wurde, dass die Bundesregierung um die Lieferung von Typhon-Startsystemen gebeten hat. Ende Oktober 2025 sickerte dann durch, das Verteidigungsministerium plane die Anschaffung von 400 Tomahawk Block Vb für rund 1,5 Mrd. Euro, um unter anderem drei Typhon-Batterien für 220 Mio. Euro zu bestücken. Allerdings handelte man sich hier – zunächst – ebenso wie bei der Verlegung einer u.a. mit diesen Waffen ausgestatteten US-Einheit eine Absage ein (siehe IMI-Standpunkt 2026/026). Jetzt ist wieder alles anders: Es bleibt wohl bei der Absage der Verlegung von US-Einheiten, wie Kanzler Friedrich Merz aber in seiner heutigen Regierungserklärung verkündete, sei nun doch vereinbart worden, „dass amerikanische Tomahawk-Raketen von uns erworben und in Deutschland stationiert werden.“ Mutmaßlich dürften die Marschflugkörper in Deutschland produziert werden, der Stationierungsort ist weiter unbekannt.
Die Kampagne „Friedenfähig statt erstschlagfähig!“ kritisierte die Entscheidung und wies auf eine neue Umfrage hin, derzufolge sich „54 Prozent der Befragten in einer repräsentativen Umfrage für Initiativen der Bundesregierung zur Begrenzung von landgestützten Mittelstreckenwaffen“ ausgesprochen hätten. „Dieses Ergebnis gibt uns unserer Kampagne Rückenwind und zeigt, dass wir mit unserer Forderung nach neuen Rüstungskontrollinitiativen für landgestützte Mittelstreckenwaffen in Europa die Mehrheit der Bevölkerung hinter uns haben. Im Zuge der ‚Zeitenwende‘ darf Rüstungskontrolle als ein wichtiger Pfeiler für umfassende Sicherheit nicht aus dem Blick geraten! Es braucht dringend Auswege aus gesellschaftlich teuren Rüstungsspiralen und einer militärischen Logik, die eine falsche Sicherheit suggerieren.“, sagt Angelika Wilmen, Sprecherin der Kampagne. Weitere Infos unter: friedensfaehig.de. (jw)
