Verteidigungs- und Haushaltsausschuss des Bundestages haben der Beschaffung von Kamikazedrohnen für die Bundeswehr (konkret deren Panzerbrigade 45 in Litauen) von den Rüstungs-Startups Helsing und Stark zugestimmt, wie zahlreiche Medien – oft mit einigen Ungenauigkeiten – berichten. Laut augengeradeaus.net soll es sich dabei um „jeweils gut hundert so genannte Einsatzsets“ handeln, „die bei Helsing 50 und bei Stark 20 Systeme enthalten“ – für jeweils 270 Mio. Euro. Der Beschluss sollte eigentlich ermöglichen, mit beiden Unternehmen Rahmenverträge über zusammen rund 4,3 Mrd. Euro abzuschließen. Nun wurde jedoch das Gesamtvolumen in einem „Maßgabebeschluss“ auf je 1 Mrd. gedeckelt. Auch Anschaffungen, die über die erste Tranche im Wert von je 270 Mio hinausgehen, würden demnach eine erneute Befassung des Parlaments erfordern. Es ist kompliziert.
Hintergrund ist, dass die Systeme noch nicht ausgereift sind – und hier neue Beschaffungsansätze ausprobiert werden, auf die Startups und Investor*innen seit Jahren drängen. Augengeradeaus.net beschreibt das so:
„Die Loitering Munition Systems der beiden Herstellerfirmen sind deshalb, um es allgemeinverständlich auszudrücken, noch nicht zu Ende entwickelt – und die Weiterentwicklung ist Teil der Vereinbarung zwischen Ministerium und Industrie… Was sonst als Fehler gilt (Produkt reift beim Kunden) ist damit Teil des Konzepts.“
Der Beschluss musste vermutlich auch deshalb schnell her, weil zuletzt mithilfe von Risikokapital (jedenfalls nach Angaben der Unternehmen) enorme Produktionskapazitäten aufgebaut wurden, die ausgelastet werden wollen (s. IMI-Analyse 2026/04). Und vermutlich auch, weil die Kritik an den tatsächlichen Fähigkeiten der Systeme, ihren strategischen Implikationen und auch ihrer vermutlich zumindest potentiell sehr weitgehenden Autonomie in letzter Zeit weitgehend verstummt war – aber wieder zunehmen könnte.
