IMI-Aktuell 2026/081

Mehr Militär, mehr Geistliche?

von: 9. Februar 2026

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Als „Rad im Getriebe des militärischen Apparates in Deutschland“ kritisierte bereits die IMI-Studie 2018/05 das System der Militärseelsorge in der Bundeswehr. Das sieht die Kirche leider grundlegend anders. Ende Januar stellte das Sozialwissenschaftliche Institut der Evangelischen Kirche in Deutschland in Kooperation mit dem Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr erstellte Studie „Was kann und was leistet Militärseelsorge?“ vor. Ein Artikel der taz setzt sich kritisch mit der Forderung nach mehr Militärgeistlichen auseinander. Schlißlich seien bei Gründung der Bundeswehr auf 1.500 Soldaten 1 Pfarrer gekommen, heute wäre das Verhältnis 500:1. Aber die Institution müsse auch grundsätzlich kritisiert werden: „Eine moderne Parlamentsarmee braucht vieles, aber keine staatlich organisierte Missionsarbeit. […] Dass es sich bei der Militärseelsorge explizit um Missionierung handelt, wird offen eingeräumt. Der frühere evangelische Militärbischof Sigurd Rink sprach 2018 von einer ‚Chance‘, um kirchenferne Menschen zu erreichen. Besonders problematisch ist der sogenannte Lebenskundliche Unterricht (LKU). Er ist für alle Soldaten verpflichtend und soll ethische Orientierung und Lebenshilfe bieten. In der Praxis wird er ausschließlich von Militärgeistlichen erteilt.“ (jw)