IMI-Aktuell 2026/059

Kamikazedrohnen: Wirrwarr

von: 29. Januar 2026

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Erst hieß es, bei der Vergabe eines Bundeswehr-Auftrages für Kamikazedrohnen wurden von den drei infrage kommenden Anbietern nur Helsing und Stark mit einem Auftrag bedacht – Rheinmetall werde zunächst einmal zumindest leer ausgehen.

Wohl nicht zufällig gelangte nun die Welt an Informationen, denen zufolge die Helsing-Drohen im „Ukraine-Praxiseinsatz“ schlecht abschneiden würden. Dadurch soll wohl der Abschluss des Vertrags mit der Bundeswehr im Umfang von 267,7 Millionen Euro für 4.350 Drohnen des Typs HX-2 (plus Optionen auf bis zu 20.000 weitere Drohnen sowie zusätzliche Bodenkontrollstationen) torpediert werden. Jedenfalls zitiert die Welt aus der Helsing-Webseite, auf der das Unternehmen die „Performance“ im Ukraine-Krieg lobt: „Der HX-2 wurde erfolgreich bei Fronteinsätzen in der Ukraine getestet, und die Leistungsfähigkeit des Systems ist dokumentiert worden.“

Diese Einschätzung wird im Welt-Artikel anhand eines ukrainischen Berichtes hinterfragt: „Doch der Bericht der ukrainischen Streitkräfte zeigt ein anderes Bild: Demnach soll nur jede dritte Drohne ihr Ziel getroffen haben. […] Als Gründe nennt der Bericht technische Probleme: eine instabile Videoübertragung, Einschränkungen bei der Zielerfassung, eine starre Sensorik, die riskante Flugmanöver nötig mache. Auffällig ist, was nicht als Ursache genannt wird: feindliche Störmaßnahmen. Die Verluste seien überwiegend systembedingt gewesen, heißt es.“

Zeitgleich und auch im selben Artikel erwähnt wird, dass Rheinmetall nun wieder voll im Rennen zu sein scheint: „Anders als bisher bekannt, liegt nach WELT-Informationen neben Helsing und Stark auch Rheinmetall ein unterschriftsreifer Vertrag über die Beschaffung von Drohnen im dreistelligen Millionenbereich vor, der unter dem Vorbehalt der parlamentarischen Zustimmung steht. Dazu soll Rheinmetall, obwohl nicht Bestandteil der Ausschreibung, dem Beschaffungsamt der Bundeswehr noch einmal zeigen, dass ihre Drohne ‚FV-014 Raider‘ fliegen kann. Dafür ist ein Termin in knapp zwei Wochen vorgesehen, also rechtzeitig vor der parlamentarischen Entscheidung Ende Februar, heißt es aus Militärkreisen.“ (jw)