Brigadegeneral Frank Pieper veröffentlichte kürzlich bei Linkedin einen Beitrag über die „Notwendigkeit“ (taktischer) deutscher Atomwaffen, den er vorsichtshalber deutlich als „ABSOLUT und AUSSCHLIEẞLICH persönliche Meinung“ einstufte. Die Süddeutsche Zeitung zitiert aus dem Beitrag: „Deutschland braucht eigene Atomwaffen“, so Pieper, wobei er in erster Linie mobile taktische Atomwaffen meine. „Waffen, die sich der finalen Bedrohung durch Russland entgegenstellen [können]“. Und weiter: „Raus aus den Federn und ran ans Arbeiten. Am Ende gilt, was immer galt: Wenn es ernst wird, dann steht man alleine da.“
Der Beitrag sei auch von CDU-Verteidigungspolitiker Roderich Kiesewetter geteilt worden, berichtet die Süddeutsche Zeitung weiter und geht dabei ebenso willig auf dessen Versuche ein, seine schon vor Jahren vorgebrachte Idee zur Entwicklung europäischer Atomwaffen erneut zu pushen, die von Deutschland mitfinanziert werden könnte. Ein von ihm vor Jahren in Auftrag gegebenes Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages kam nämlich tatsächlich zu dem „interessanten“ Ergebnis, der Nukleare Nichtverbreitungsvertrag und der 2+4-Vertrag würden dies gestatten: „Daher sollten wir einen anderen Weg gehen, eine Allianz mit anderen Staaten bilden. Wir können finanzieren, solche Waffen stationieren, dürfen sie nur nicht selbst herstellen und einen Einsatz selbst führen“, wird Kiesewetter zitiert. (jw)
