IMI-Aktuell 2026/011

KHM: Neue Zivilklausel

von: 12. Januar 2026

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Zum neuen Jahr auch eine gute Nachricht – die allerdings noch aus dem alten Jahr stammt. Der
Senat der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM) hat am 19. Dezember 2024 den Beschluss
gefasst, eine Zivilklausel in ihrer Grundordnung zu verankern. Darin heißt es u.a.:

„Die Kunsthochschule für Medien Köln ist sich als öffentliche Einrichtung der gesellschaftlichen
Folgeverantwortung ihrer Forschung und Lehre bewusst und leistet ihren Beitrag zu einer sozial
gerechten, friedlichen, vielfältigen und demokratischen Welt. Sie verpflichtet sich ausschließlich
friedlichen und nicht-militärischen Zielen… Sie lehnt jede Beteiligung von Kunst, Wissenschaft und
Forschung, die dem Führen von Kriegen dient oder daraufhin abzielt, ab.“

Laut Christian Heck handelt es sich dabei um „die erste [Hochschule], die seit der Zeitenwende im Jahr 2022“ eine Zivilklausel ausgehandelt hat. In seiner Erklärung zu den dahinterstehenden Überlegungen schreibt er u.a.:

„Die Zivilklausel der KHM ist somit mehr als ein symbolischer Akt. Sie ist ein institutionelles Bekenntnis zu einer Kunst- und Medienpraxis, die sich dem Frieden verpflichtet. Sie ist ein Aufruf zur Verantwortung – an alle, die künstlerisch und gestalterisch mit Medien arbeiten, sie erforschen und lehren. Insbesondere in Zeiten, in denen immer mehr Handlungs- und Entscheidungsmacht an Technologien, Medien und Big Tech Monopole delegiert wird, bis hin zu dem Punkt, dass ihren Algorithmen Funktionen des Tötens eingeschrieben werden, ist es umso notwendiger, aus der Zivilgesellschaft heraus sich Deutungshoheiten über informatische und mediale Räume zurückzuerobern und in politische Debatten mit einzubringen.
Hochschulen sind nicht nur Orte der Kunst- und Wissensproduktion, sondern auch moralische Instanzen. Sie leben die Freiheit von Kunst und Wissenschaft. So muss Bildung für den Frieden mehr als eine Option sein. Sie schafft Möglichkeitsräume für die partizipative und verantwortliche Gestaltung unseres sozialen, gesellschaftlichen und kulturellen Zusammenlebens in nahezu allen Lebens- und Arbeitsbereichen.“

Wir sagen: Dankeschön und herzlichen Glückwunsch!