IMI-Aktuell 2025/681

Kein Controlling!

von: 19. Dezember 2025

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Es ist eigentlich ein ganz schöner Hammer, den da Imke von Bornstaedt-Küpper, der Bundesvorsitzende des Verbands der Beamten und Beschäftigten der Bundeswehr (VBB), laut den aktuellen griephan-Briefen (51-52/2025) unter den Rüstungsbaum gelegt hat.

Ohne auf die zahlreichen Pannen des Jahres auch nur ansatzweise einzugehen – F-126, D-LBO… – posaunt die Bundeswehr stolz hinaus, wie gut es ihr doch gelungen sei, das Beschaffungsvolumen zu erhöhen. Die griephan-Briefe zitieren dazu aus einer Mitteilung des Verteidigungsministeriums: „Damit wurden in diesem Jahr insgesamt 103 Vorlagen bewilligt und erneut eine historische Anzahl an Rüstungsgroßprojekten mit einem Gesamtvolumen von 82,98 Mrd € auf den Weg gebracht. […] Mit der Anzahl an Großprojekten und den in diesem Jahr investierten Mitteln erreichen wir erneut einen Höchstwert – im dritten Jahr in Folge. Die Maßnahmen der letzten drei Jahre übersteigen mit 255 Vorlagen und einem Volumen von 188,4 Mrd € die Beschaffungsvorhaben und Investitionen der vorherigen acht Jahre (2015-2022: 215 Vorlagen, Gesamtvolumen: rund 109 Mrd €).“

Gleichzeitig scheint sich Ministerium einen feuchten Kehricht darum zu scheren, ob die mit diesen aberwitzigen Summen angeschobenen Projekte anschließend aus dem Ruder laufen. Das legen zumindest die Aussagen Imke von Bornstaedt-Küpper nahe, laut dem im Ministerium kein Controlling existiere. Dies habe bei D-LBO und zahlreichen anderen Projekten zu massiven Problemen geführt: „Ohne ein durchgängiges, belastbares Controlling fehlte das Frühwarnsystem, das zwingend notwendig gewesen wäre. Mit einem funktionierenden Rüstungscontrolling hätte der Minister früher gewusst, dass wesentliche Meilensteine gefährdet sind – und hätte deutlich früher handeln können. D-LBO ist damit sinnbildlich für die strukturellen Herausforderungen: Wir brauchen nicht nur mehr Geld, sondern bessere Steuerung. Nicht nur politische Beschlüsse, sondern die Instrumente, sie wirksam umzusetzen.“ (jw)