IMI-Aktuell 2025/676

Arx Robotics: Interview

von: 17. Dezember 2025

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Nachdem aus dem wachsenden Feld der deutschen Rüstungs-Startups (s. IMI-Studie 2025/02) für unbemannte Systeme zunächst v.a. die Gründer/CEOs von Helsing, und Quantum Systems bzw. Stark offensiv die Öffentlichkeit suchten, scheinen mittlerweile auch jene von Donaustahl und Arx Robotix nachzuziehen. Letzterem bot am 14.12.2025 die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung ein großes Forum mit einem Interview, das fast die ganze Seite vier füllte. Frontmann und CEO Marc Wietfeld, der das Unternehmen erst 2022 „mit Kameraden aus der Bundeswehr“ gegründet hatte, kann sich dort ausführlich zu seinem Verhältnis zur Bundeswehr, den vermeintlichen Missständen im Beschaffungswesen, der mangelnden Kampfgeist in Deutschland usw. auslassen. Nebenbei erfahren wir, dass auch der Cyber Innovation Hub (s. IMI-Analyse 2025/36) an der Entscheidung Wietfelds beteiligt war, selbst ein Rüstungsunternehmen zu gründen:

„Es gab einen Ideenwettbewerb vom Cyber Innovation Hub der Bundeswehr. Ich wurde von meiner Universität der Bundeswehr München aufgefordert, etwas einzureichen, ich hätte in der Vorlesung doch immer so tolle Ideen gehabt. Mein Beitrag war dann ein Roboter, klein wie ein Laptop. Der hatte einen Täuschkörper, konnte so tun, als wäre er ein Maschinengewehrschütze, und so den Feind verwirren.“

Interessant auch, dass sich Wietfeld damit brüstet, dass sein Unternehmen auch „an der Front“ in der Ukraine tätig sei:

„Also haben wir ein Werk im Raum Kiew aufgebaut. Ich bin oft dort. Es ist bedrückend zu sehen, seit wie langer Zeit meine ukrainischen Mitarbeiter unter Beschuss leben. Und das hört ja nicht auf in Kiew. Wir haben ein Servicenetzwerk, wir gehen bis an die Front mit den Soldaten und unterstützen sie im Einsatz, bei der Wartung und der ständig nötigen Adaption der Systeme.“

Auf die Frage, „Was ist bis dahin [dem bevorstehenden russischen Angriff 2029] zu tun?“ sieht Wietfeld die Automobilindustrie am Zug:

„Die 40.000 Mitarbeiter von Rheinmetall werden Europa nicht kriegstüchtig machen können. Wir brauchen dafür die zivile Wirtschaft, Automotive und Maschinenbau. Dort haben wir zwei Millionen Mitarbeiter und Werke zur Serienfertigung. Mit unseren Audis, unseren Schaefflers, unseren Deutz kann ich bei der Drohnenproduktion in die Hunderttausende gehen, da liegt die Lösung.“