IMI-Aktuell 2025/519

Lateinamerika: Drohnenproliferation

von: 15. September 2025

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Bereits Mitte August veröffentlichte tagesschau.de einen interessanten Beitrag über „kolumbianische Söldner im Ukraine-Krieg“. Hier stehen einige Beispiele im Mittelpunkt, wo sich Männer von der guten Bezahlung haben locken lassen, den Krieg in der Ukraine dann aber als äußerst brutal erlebt und ihre Entscheidung bereut haben. Eher am Rande wird auch darauf hingewiesen:

„Tatsächlich sind Söldner aus dem südamerikanischen Land in vielen Konflikten weltweit vertreten. Aktuell kämpfen Kolumbianer im Bürgerkrieg im Sudan. Auch mexikanische Kartelle nutzen sie als militärische Dienstleister, die paramilitärische Einheiten in Taktik, militärischer Führung und Waffengebrauch schulen. In der Vergangenheit kämpften die Söldner in Afghanistan und Irak. Und jetzt zu hunderten in der Ukraine.“

Diesen Aspekt beleuchtet nun ein Beitrag bei warontherocks.com ausführlicher:

„Most recently, Intelligence Online reported that a joint investigation by Ukraine and Mexico uncovered several cases of individuals linked to Mexican cartels enlisting in the Ukrainian International Legion to gain experience using weaponized aerial drones. Reportedly, the investigation also found signs that members of Colombian insurgent groups may have done the same with the intention of bringing these skills back to the Western Hemisphere.“

Dieser Beitrag wirkt allerdings etwas überzogen, mahnt nachdrücklich zu einer raschen Nachrüstung der staatlichen Armeen in Sachen Drohnen und Drohnenbekämpfung und scheint hier auch eine Möglichkeit für die USA zu sehen, sich stärker in die Kriminalitätsbekämpfung von Drittstaaten einzumischen („The United States, which has signaled a more muscular approach to organized crime in recent months, can play a key role tracking criminal drone operators to cut off the knowledge base for these groups“). Tatsächlich scheint die Gefahr einer verstärkten Nutzung militärischer Drohnentaktiken durch nichtstaatliche Gruppen in Lateinamerika real zu sein, wie auch andere Berichte nahelegen (s. IMI-Aktuell 2025/241 und IMI-Aktuell 2013/465).