Viele internationale und auch ukrainische Medien berichten über die Ergebnisse einer Umfrage, die Gallup am 7. August veröffentlicht hat. Demnach sprechen sich in der Ukraine mittlerweile 69% der Befragten dafür aus, sich so schnell wie möglich um Verhandlungen für ein Ende des Krieges zu bemühen. Ähnlich zugespitzt war allerdings die andere abgefragte Position: weiterzukämpfen, bis die Ukraine gewonnen hat. Dafür sprachen sich nur noch 24% aus, nur 7% wollten keine Aussage treffen. Gallup weist in der Veröffentlichung darauf hin, dass sich die öffentliche Meinung seit 2022 damit geradezu auf den Kopf gestellt hätte. Damals sprachen sich 73% dafür aus, bis zum Sieg weiterzukämpfen und nur 22% für Verhandlungen (5% machten entsprechend keine Angabe).
In den deutschsprachigen Medien wird über die Umfrage bislang wenig berichtet – hier herrscht immer noch der Tenor, dass man die Ukraine weiter „unterstützen“ müsse, indem man Waffen schickt und sie zum Weiterkämpfen animiert. Tagesschau.de etwa interviewte am Tag nach der Veröffentlichung der Umfrage Dr. Janis Kluge, stellvertretender Leiter der Forschungsgruppe Osteuropa und Eurasien bei der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), zum bevorstehenden Treffen zwischen Trump und Putin, der sich dort u.a. wie folgt äußerte:
„Für die Europäer ist dieses Setting gefährlich, weil es eindeutig nicht vorgesehen ist, dass sie mitreden. Es wäre wichtig, dass die Europäer im Vorfeld dieses Gesprächs deutlich machen, dass sie auf keinen Fall ihre Waffenhilfe für die Ukraine einschränken werden, sie sogar ausbauen werden… Europa sollte jetzt schon ganz klar die Grenzen setzen und deutlich kommunizieren, dass es seine Politik notfalls auch unabhängig vom Ausgang dieser Gespräche fortsetzen wird.“
