IMI-Studie 2019/04b

Der Hannibal-Komplex

Ein militantes, rechtes Netzwerk in Bundeswehr, Geheimdiensten, Polizei, Justiz und Parlamenten

von: Luca Heyer | Veröffentlicht am: 9. Juli 2019

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Die Studie „Der Hannibal-Komplex“ zum rechten Netzwerk in der Bundeswehr hat einige Wellen geschlagen. Sie liegt nun in einer aktualisierten Form vor.

 

 

Einleitung

Seit 2017 tauchen immer neue Details über ein militantes, rechtes Netzwerk in der Bundeswehr auf, das Waffendepots anlegte, Feindeslisten anfertigte und sich auf die Ermordung politischer Gegner*innen an einem „Tag X“ vorbereitete. Der Focus berichtete von einem konspirativen „Netzwerk aus circa 200 ehemaligen und aktiven Bundeswehrsoldaten“. In diesem Zusammenhang fällt immer wieder das Stichwort „Schattenarmee“ – und das wohl zu Recht. Ein ehemaliger Elitesoldat des Kommando Spezialkräfte (KSK), der für dieses Netzwerk angeworben werden sollte, schätzt, es handle sich um einen „harten Kern von 80 bis 100 Personen“, der Waffenlager angelegt habe. Das Netzwerk besteht aus mehreren Zellen, die durch verschiedene Chatgruppen, den Verein UNITER e.V. und dessen langjährigen Vorstand André S. (Deckname: „Hannibal“) miteinander verbunden sind. Und das ist womöglich nur die Spitze des Eisbergs.
Im Zentrum des Netzwerkes steht André S., ein ehemaliger Elitesoldat. Als Führungsperson des Vereins UNITER und Administrator diverser Chatgruppen stand André S. in direktem Kontakt zu sämtlichen Protagonisten des Netzwerks. Darunter fallen der unter Terrorverdacht stehende Soldat Franco Albrecht, eine Gruppe von rechten Preppern und Reservisten in Mecklenburg-Vorpommern und der baden-württembergische Verfassungsschützer Ringo M., ein ehemaliger Polizist, der in der selben Polizeieinheit wie das NSU-Opfer Michele Kiesewetter gearbeitet hat.
Nach Ansicht der Bundesregierung ist das rechte Netzwerk, das auch als Hannibal-Komplex bezeichnet wird, kein Netzwerk, sondern eine Serie von Einzelfällen. Im Folgenden wird gezeigt, dass es sich keineswegs um Einzelfälle handelt, sondern um ein weit verzweigtes, gut organisiertes und hochgefährliches Netzwerk.
Im Fazit werden verschiedene Theorien zu den Hintergründen des Netzwerks vorgestellt.

Gesamte Studie hier zum download.

INHALTSVERZEICHNIS

Einleitung

1. André S. und UNITER
1.1 André S.
1.2 Warnung vor Razzien durch den MAD?
1.3 UNITER
1.4 Lazarus-Union
1.5 Paramilitärische Trainings
1.6 Umzug in die Schweiz
1.7 Chatgruppen

2. Franco Albrecht
2.1 Pistole am Wiener Flughafen
2.2 Anschlagspläne als falscher Asylsuchender
2.3 Verbindung zu UNITER
2.4 Albrechts Komplizen
2.5 Strafverfahren in der Schwebe

3. Prepper-Zelle im Reservistenverband Mecklenburg-Vorpommern
3.1 Vorbereitung für den Tag X
3.2 Köpfe der Prepperzelle: Jan-Hendrik H.
3.3 Köpfe der Prepperzelle: Haik J.
3.4 Weitere Durchsuchungen

4. UNITER und die BFE 523
4.1 Ringo M.
4.2 Thomas B.
4.3 Sicherheitsfirma SOTCON
4.4 UNITER als deutsches Blackwater?
4.5 KKK-Zelle mit Bezügen zum NSU

5. Fazit: Ein gefährliches Netzwerk
5.1 Bewaffnet und gut vernetzt
5.2 Bundesregierung leugnet Netzwerk

Gesamte Studie hier zum download.

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