» IMI-Aktuell
Mercedes: Wachsende Nische
(16. Mai 2026)Laut Handelsblatt will auch Mercedes sein militärisches Profil aus ausbauen. Zitiert wird u.a. Konzernchef Ola Källenius mit Worthülsen wie es sei „völlig klar, dass Europa seine Verteidigungsfähigkeit ausbauen muss“ und dass wenn Mercedes „dabei eine positive Rolle spielen“ könnte, das Unternehmen „dazu bereit“ wäre. (jw)
Iran: Raketenbestände
(15. Mai 2026)Wenn Informationen der Geheimdienste den Medien zugespielt werden, muss das ja noch lange nicht bedeuten, dass sie wahr sind. Mit solchen Berichten machen die Geheimdienst auch Politik.
Auch vor diesem Hintergrund mag durchaus interessant sein, dass große US-Medien in letzter Zeit oft über Schätzungen berichten, wonach das Raketenarsenal des Iran nicht wie von Trump und Netanjahu mehrfach behauptet weitgehend zerstört, sondern noch ziemlich intakt sei. Zuletzt berichtete etwa die New York Times:
„Secret new assessments say Iran has operational access to 30 of its 33 missile sites along the Strait of Hormuz. […] The New York Times reported last month that U.S. officials believed that Iran could regain as much as 70 percent of its prewar missile arsenal. The Washington Post reported last week on U.S. intelligence showing that Iran retained about 75 percent of its mobile missile launchers and about 70 percent of its prewar missile stockpile.“
BfV: Chapsvision
(15. Mai 2026)Der Inlands-Geheimdienst Bundesamt für Verfassungsschutz hat sich angeblich bewusst gegen das US-Unternehmen Palantir entschieden und stattdessen für die großflächige, KI-gestützte Analyse unterschiedlichster Daten einen Vertrag mit dem französischen Startup Chapsvision unterzeichnet, meldete heise.de. Bislang werde dessen Software jedoch aus rechtlichen Gründen nur eingeschränkt genutzt, „da die volle Ausschöpfung der Analysefunktionen auch von der geplanten Reform des Nachrichtendienstrechts abhänge“.
Chapsvision wurde 2019 gegründet und hat 2023 und 2024 je Investitionen in Höhe von etwa 90 Mio. Euro bei verschiedenen, auf den ersten Blick französisch dominierten Risikokapitalfonds eingesammelt. 2022 hatte das Unternehmen nach eigenen Angaben bereits rund 600 Mitarbeiter*innen.
Boxer statt Sprinter?
(15. Mai 2026)Spiegel Online zufolge verhandelt KNDS mit Mercedes über eine Übernahme des Werkes in Ludwigsfelde südlich von Berlin. Dort werden derzeit Sprinter gebaut, künftig könnte es der Radpanzer Boxer werden. Auch die Übernahme des VW-Werks in Osnabrück werde weiter geprüft, heißt es. Einen möglichen Großauftrag von bis zu 3.000 dieser Radpanzer vor Augen, hat bereits kürzlich nahe München ein Werk eröffnet und dort mit der Serienfertigung begonnen (siehe IMI-Aktuell 2026/263).
Hormus: Vessel Protection Teams
(15. Mai 2026)Augengeradeaus berichtet, Deutschland habe – vorbehaltlich eines Waffenstillstandes und eines UN-Mandates – neben zwei Schiffen für die Sicherung der Tankerroute auch Vessel Protection Teams zugesagt. Die seien bereits seit 2008 zur Bekämpfung von Piraten (de facto vor allem verarmte Fischer) am Horn von Afrika zum Einsatz gekommen. Allerdings würde man im Falle der Straße von Hormus nicht auf „vergleichsweise leicht bewaffnete Piraten“ treffen, sondern auf „möglicherweise deutlich gefährlichere iranische Revolutionsgarden mit ihren Schnellbooten.“ (jw)
Haubitzenbestellung
(14. Mai 2026)Das Joint-Venture Artec GmbH von KNDS Deutschland und Rheinmetall erhielt von der britischen Armee den Auftrag über die Lieferung von 72 Radhaubitzen des Typs RCH 155. Laut hartpunkt.de soll der Auftrag ein Volumen von 1,15 Milliarden Euro umfassen. (jw)
Kanada: Riesenauftrag
(14. Mai 2026)Um richtig viel Geld geht es für TKMS, das im Augenblick mit dem südkoreanischen Unternehmen Hanwha Ocean um das Canadian Patrol Submarine Project (CPSP) konkurriert. Laut Europäischer Sicherheit & Technik gehe die kanadische Regierung dabei von Lebenszykluskosten von 56 Mrd. Euro aus, eine Entscheidung stehe kurz bevor. (jw)
Von Ramstein nach Rumänien
(13. Mai 2026)Vor ziemlich genau zwei Jahren tauchten erste Meldungen auf, der rumänische Luftwaffenstützpunkt Mihail Kogălniceanu solle zur größten Nato-Basis Europas ausgebaut werden (siehe IMI-Analyse 2024/24). Wie nun die Welt schreibt, soll ein „maßgeblicher Teil“ der 5.000 Soldat*innen, die aus Deutschland abgezogen werden sollen, von Rammstein (bisher war meist die Rede davon, das Gros werde von Vilseck wegbeordert) nach Rumänien verlegt werden. (jw)
Rheinmetall: Kamikaze-Drohnen
(13. Mai 2026)Rheinmetall hat mit der Serienproduktion von Kamikazedrohnen (Loitering Munition) begonnen. Gefertigt werden soll das Modell FV-014 sowohl in Braunschweig als auch in Neuss bei Düsseldorf, wo der Konzern früher Autoteile hergestellt hatte, berichtet der Merkur. (jw)
Arrow 3: Leerstelle
(12. Mai 2026)Unter dem Titel „Flugabwehr: Kann sich Deutschland gegen Angriffe schützen?“ hat der BR einen recht alarmistischen Beitrag veröffentlicht, in dem recht offen für eine massive Aufrüstung von Flugabwehr geworben wird. Als Beispiel wird auf die Anschaffung der israelischen Arrow-3-Systeme verwiesen (auch wenn deren tatsächlicher Nutzen für Deutschland durchaus fragwürdig ist) und als Kronzeuge wird der israelische „Ingenieur“ Uzi Rubin angeführt, der letztlich für Deutschland ein ähnliches Bedrohungsszenario wie für Israel an die Wand malt: „Uzi Rubin mahnt unterdessen, aus den aktuellen Kriegen in der Ukraine und im Nahen wie Mittleren Osten eine Lehre zu ziehen. Dort kommen Massen an Drohnen und Flugkörpern zum Einsatz“. Deshalb brauche man „Lagerhallen“ voller Abfangraketen.
Mit keiner Silbe erwähnt der Beitrag, dass dieser jüngste Beschuss Israels durch völkerrechtswidrige Angriffshandlungen Israels und der USA ausgelöst wurde und das Land verschiedene umliegende Territorien völkerrechtswidrig besetzt hält. (Diese sehr offensichtliche Leerstelle steht hingegen im Mittelpunkt der IMI-Studie 2026/02 „Aus Völkerrechtsbrüchen lernen?“) Angriff und Abwehr werden hier völlig verdreht dargestellt – mit diesem Hintergrund ließt sich das Pladoyer für „Lagerhallen voller Abfangraketen“ gleich ganz anders…
