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KI im (Iran-)Krieg
(11. März 2026)Piotr Heller hat unter dem Titel „KI kämpft in Iran längst mit“ in der FAZ einen ausführlichen und informierten Beitrag über die Rolle von KI in der modernen Kriegführung veröffentlicht. Es wird ein weiter Bogen gespannt von den Regulierungsbemühungen auf UN-Ebene über Proteste von Belegschaften großer IT-Firmen gegen die militärische Nutzung ihrer Systeme bis zur nahezu unaufhalsam wirkenden Zunahme von KI-Nutzung auf den Schlachtfeldern im Iran und der Ukraine. Allerdings – und das ist dem Aktikel nicht anzukreiden – was genau passiert, wie und in welchem Umfang KI z.B. im Iran zum Einsatz kommt, bleibt unklar. Das liegt in der Natur der Sache. So wird am Rande auch spekuliert, „ob auch die Bombardierung der Shajareh-Tayyebeh-Grundschule im Süden Irans, bei der mindestens 168 Menschen ums Leben kamen, auf eine KI-gestützte Entscheidung zurückzuführen ist.“ Vermutlich wird auch das ungeklärt bleiben und so bleibt zumindest die Möglichkeit im Raum, dass es sich bei diesem Kriegsverbrechen vielleicht doch eher um einen technischen Defekt, als um ein Verbrechen gehandelt hat – ein weiterer Beitrag zur Erosion des humanitären Völkerrechts.
Insgesamt zeichnet der Beitrag ein nüchternes und düsteres Bild: „Der Strategieexperte Kenneth Payne vom King’s College London ließ gängige KI-Chatbots Simulationen geopolitischer Krisen durchspielen. In 95 Prozent der Fälle steigerte sich die KI in den Einsatz von Atomwaffen hinein. ‚Das nukleare Tabu scheint für Maschinen nicht so stark zu sein“, sagt Payne im ‚New Scientist’…. Es entsteht ein Rüstungswettstreit, bei dem man KI einsetzen muss, um mit dem Feind mitzuhalten. Nicht einmal zum Abnicken der Entscheidung wird Zeit bleiben. Der Preis: Ein kompletter Kontrollverlust an die Maschine.“
Ramstein: Wo ein Wille wäre…
(11. März 2026)Zur grundsätzlichen Möglichkeit, die Nutzung der wichtigen deutschen Militärbasis Ramstein einzuschränken, zitiert die Deutsche Welle William Alberque: „Es wäre sehr schwierig für die Bundesregierung, die US-Operationen in Ramstein zu begrenzen“, sagt der frühere NATO-Direktor. „Wenn sie wollten, könnten sie es tun, aber es wäre sehr ungewöhnlich, und ich glaube nicht, dass sie das wollen.“ (jw)
Iranische Weltraumzentrale zerstört
(10. März 2026)Zahlreiche deutsche Medien berichten mit Rückgriff auf israelische Militärinformationen, dass Israels Streitkräfte die iranische Weltraumzentrale zerstört hätten. So etwa n-tv.de:
„Im Rahmen ihrer Angriffe hätten die israelischen Streitkräfte das „Hauptquartier der Weltraumstreitkräfte der IRGC des iranischen Terrorregimes“ in der iranischen Hauptstadt „angegriffen und zerstört“, erklärte die israelische Armee unter Verwendung der Abkürzung für die Revolutionsgarden. Die Räumlichkeiten dienten demnach der an die Revolutionsgarden angegliederten iranischen Weltraumbehörde als „Empfangs-, Übertragungs- und Forschungszentrum“.
Das ist eine Nachricht, die auch in verschiedenen, vermeintlich zivilen Institutionen in Deutschland für Unbehagen sorgen könnte. Denn auch in Deutschland handelt es sich bei der Weltraum-Infrastruktur um eine hybride Struktur. An der Steuerung der Aufklärungs- und Kommunikationssatelliten der Bundeswehr und der Verarbeitung ihrer Daten sind neben Unternehmen wie Airbus auch verschiedene Institute des Deutschen Zentrums Luft- und Raumfahrt (DLR) beteiligt, auch beim Weltraumlagezentrum handelt es sich um „eine zivil-militärische Dienststelle der Luftwaffe der Bundeswehr und des Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt“. Im Kriegsfall dürfte es sich kriegsrechtlich um ein legitimes Ziel handeln.
FCAS: Gestärkte Rüstungslobby
(10. März 2026)Auffallend vehement drängt derzeit die Rüstungslobby (und die IG Metall) darauf, dass deutsch-französische FCAS-Projekt abzuschießen und stattdessen auf eine deutsche „Eigenentwicklung“ zu setzen (siehe IMI-Analyse 2026/05). Dieses Verhalten offenbare den zunehmenden Einfluss der Waffenbauer in Deutschland, so Euractiv: „Das Drama um die Entwicklung eines der europäischen Kampfflugzeuge der nächsten Generation, des Future Combat Air System (FCAS), offenbart die sich rasch verändernden Verbindungen Deutschlands zu seiner Verteidigungsindustrie.“ (jw)
SATCOMBw 4: Zusammenarbeit
(10. März 2026)Unter Berufung auf den Spiegel meldet hartpunkt.de, Airbus Defence and Space, OHB und Rheinmetall hätten beschlossen, dem Verteidigungsministerium ein gemeinsames Angebot zum Bau eines Netzwerks von Kommunikationssatelliten vorzulegen. „Als Blaupause für das Projekt gilt das Satellitennetzwerk Starlink des US-Milliardärs Elon Musk. […] Ob die Unternehmen selbst oder durch Hinweise des Auftraggebers zu dem Schluss gekommen sind, dass ein Zusammenschluss am sinnvollsten ist, bleibt in Spiegel-Beitrag offen. […] Bei SATCOMBw 4 handelt es sich wohl um das wohl größte einzelne Satellitenprojekt der Bundeswehr, für das mindestens 10 Milliarden Euro veranschlagt werden und mehrere Hundert Satelliten zu bauen sind. Bis 2029 soll eine sogenannte Anfangsbefähigung vorhanden sein.“ (jw)
Irankrieg: Zwischenbilanz
(9. März 2026)Ralf Borchard gibt in einem Beitrag für BR24 einen nüchternen und kurzen Überblick über Verlauf und Diskurs um den US-israelischen Angriff auf dem Iran, in dem knapp auch die mögliche Gefährdung Deutschlands und Rolle der NATO angesprochen wird. Dass diese Zwischenbilanz als „ernüchternd“ bezeichnet wird, liegt vermutlich v.a. an den relativ unklaren Zielen hinter den Angriffen. Demnach
„… könnten bald Unterschiede in den Kriegszielen beider Länder deutlich werden. Während der israelische Premier Benjamin Netanjahu entschlossen scheint, die Angriffe so lange fortzusetzen, bis das Atomprogramm und die konventionellen militärischen Fähigkeiten Irans nachhaltig ausgeschaltet sind und ein wirklicher Regimewechsel erreicht ist, könnte Donald Trump zunehmend unter innenpolitischen Druck geraten, den Krieg möglichst bald zu beenden. Die Lage der Menschen im Iran selbst bleibt von Angst und Unsicherheit geprägt. Unter dem Eindruck anhaltender Luftangriffe, fehlender Schutzräume und der bleibenden Repression des Regimes könne es keine Demonstrationen geben, betont der frühere deutsche Botschafter im Iran, Hans-Udo Muzel im BR24-Interview…“
Rüstungsexporte: Platz 4
(9. März 2026)Laut den frisch veröffentlichten SIPRI-Zahlen zu den Weltrüstungsexporten ist Deutschland im Zeitraum 2021 bis 2025 gegenüber dem Vorjahresfünft von Platz fünf auf Platz vier geklettert. Der Anteil betrug 5,7% bei einem Anstieg um 15%. (jw)
Renk: Rekordergebnisse
(9. März 2026)Mit dem Getriebehersteller Renk meldet ein weiteres Unternehmen für 2025 Rekordergebnisse. Der Umsatz sei auf 1,37 Mrd. € (+19,8 % ggü. Vorjahr) geklettert, was besonders dem (+24,0 % ggü. Vorjahr) geschuldet sei. Als Gewinn werden 230 Mio. € (+21,7% ggü. Vorjahr) angegeben. Der Dividendenvorschlag je Aktie wurde um 38% auf 0,58 € erhöht. Die weiteren Ausichten: Für 2026 wird ein Umsatz von 1,5 Mrd. € rwartet. (jw)
Israel: Rüstungskooperation
(8. März 2026)Obwohl oder womöglich gerade weil sich Israel inmitten des Krieges gegen den Iran befindet, vereinbart die Bundesregierung eine vertiefte Rüstungskoopeation, berichtet die Welt: „Angesichts des Krieges gegen den Iran stärkt Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) demonstrativ die Beziehungen Deutschlands zu Israel. […] Nach Informationen von WELT AM SONNTAG geht es dabei unter anderem um eine vertiefte Kooperation in der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie. […] Schon heute gibt es enge Verbindungen zwischen dem israelischen Militär und der Bundeswehr, etwa beim Aufbau eines Raketenschutzschilds in Deutschland.“ (jw)
Atomwaffen: Verhalten
(6. März 2026)Kürzlich wurde eine Vereinbarung zur französisch-deutschen Zusammenarbeit im Atomwaffenbereich geschlossen (siehe IMI-Standpunkt 2026/12). Die Begeisterung darüber bei den tief mit der strategischen Gemeinschaft vernetzten Griephan-Briefen hält sich sichtlich in Grenzen: „Eine Garantie im Wortsinne für den Genuss des französischen Nuklearschirmes möchte man für diese Länder im Élysée-Palast hierdurch bewusst nicht ausgesprochen wissen – dafür soll das Vertrauen in Paris, im richtigen Moment auch den richtigen Knopf zu drücken, ausreichen.“ (jw)
