IMI-Aktuell 2018/201

China: Finanzwaffe?

von: 10. April 2018

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Als die USA 2007 keine Anstalten machten, die pleitegehenden Baufinanzierer Fanny Mae und Freddie Mac mit staatlichen Geldern zu retten, war das für China äußerst misslich, da es Gefahr lief, die knapp 400 Mrd. Dollar zu verlieren, die es in beide Unternehmen investiert hatte. Darauf drohte China den USA an, seine immensen US-Staatsanleihen auf den Markt zu werfen, woraufhin sich Washington zur Verstaatlichung der Unternehmen und der Sicherung von Pekings Investitionen entschied. In der Folge wurde in der Fachpresse ausführlich über den massiven Einfluss diskutiert, den China womöglich durch das Halten von US-Staatsanleihen auf die Politik Washingtons erlangt haben könnte (siehe zur damaligen Debatte IMI-Studie 2010/6). Auch im aktuellen Handelsstreit beider Länder scheint China erneut mit der Finanzwaffe zu „liebäugeln“. So habe Chinas US-Botschafter Cui Tiankai angedeutet, man erwäge angesichts des aktuellen Handelsstreits künftig deutlich weniger US-Staatsanleihen aufzukaufen (was für die USA extrem problematisch wäre), berichtet die Asia Times (via Bpb-Newsletter): „First, Donald Trump threw US$50 billion Xi Jinping’s way. When China matched that amount, President Donald Trump threatened to toss another $100 billion of levies into the fire. But that is mere noise compared to Cui’s suggestion that Beijing, America’s main banker, might consider scaling back on US Treasuries purchases.” (jw)

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