IMI-Aktuell 2017/445

Manöver: Provokation?

von: 27. Juli 2017

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Die NATO und ihre Mitgliedsstaaten haben die Zahl ihrer Manöver in den letzten Jahren drastisch erhöht: 2016 waren es laut NATO Fact Sheet 242 und 2017 werden 249 Manöver erwartet. Ein Großteil dieser Übungen findet inzwischen in Osteuropa und/oder mit eindeutigen Russlandszenarien statt. Obwohl mit diesen Manövern die Gefahr „versehentlicher“ Zusammenstöße mit  russischen Einheiten massiv zunehmen, wie unter anderem Untersuchungen des European Leadership Council gezeigt haben, gibt es in den westlichen Medien wenig bis keine Kritik hieran. Das zweifellos natürlich ebenfalls im Zusammenhang mit den zunehmenden Großmachtkonflikten einzuordnende jüngste chinesisch-russische Manöver in der Ostsee (siehe IMI-Aktuell 2017/423) betitelt die Frankfurter Rundschau dagegen mit „Provokation im Baltikum“: „Drei Kriegsschiffe aus dem fernen China sichern die wirtschaftlichen Interessen Pekings jetzt auch in der Ostsee. So lautet eine der offiziellen Begründungen für das erste chinesisch-russische Seemanöver dort, unweit der schwedischen Insel Gotland und auch nicht so weit weg von Bornholm, das zum Nato-Mitglied Dänemark gehört. […] Alles halb so wild, hieß es zum Manöverauftakt aus Moskau und Peking; beide Länder führten doch schon seit 2012 jedes Jahr gemeinsame Seemanöver durch. Aber eben nicht wie jetzt mitten in einem europäischen Binnenmeer mit sechs Küstenländern aus dem Nato-Kreis.“ (jw)

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