Pressebericht - WDR, 10.04.2004

Düsseldorfer marschieren für Frieden

Demonstration für mehr soziale Gerechtigkeit

von: Rainer Striewski / WDR / Pressebericht / Dokumentation | Veröffentlicht am: 10. April 2004

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Von Rainer Striewski

Auch in Düsseldorf wurde am Samstag (10.04.04) für den Frieden demonstriert. Mehrere hundert Menschen nahmen dort am „Ostermarsch Rheinland“ teil. Im Mittelpunkt der Proteste stand die Kritik an der neuen EU-Verfassung und die Forderung nach mehr sozialer Gerechtigkeit.

Es sollte ein verkürzter Ostermarsch in Düsseldorf werden. Kälte und Nieselregen waren die ständigen Begleiter des „Ostermarsch Rheinland“ – und bewegten die Veranstalter schließlich dazu, die Marschroute durch die Innenstadt etwas zu verkürzen. Dennoch: Der diesjährige Ostermarsch in der Landeshauptstadt war ein voller Erfolg. Rund 350 Teilnehmer fanden am Samstagnachmittag (10.04.04) den Weg zum Düsseldorfer Bahnhofsvorplatz, um gegen Krieg und Gewalt zu demonstrieren. “

Der Friedensmarsch stand in diesem Jahr unter dem Motto „Abrüstung statt Sozialabbau“. Im Mittelpunkt der Kritik stand bei vielen Redner die geplante EU-Verfassung, die Umstrukturierung der Bundeswehr und natürlich der Konflikt im Irak. So verlangte nicht nur Detlef Peikert in seiner Auftaktrede ein Ende der Kämpfe im Irak. Während des Verlaufs des Ostermarsches durch die Düsseldorfer Innenstadt forderten alle Redner ein friedlicheres Europa und eine Neustrukturierung oder gar Abschaffung der Bundeswehr.

So kritisierte Tobias Pflüger, Friedensforscher aus Tübingen, den Einsatz der Bundeswehr im Afghanistan ebenso wie die geplante EU-Verfassung. Diese sei mit dem Grundgesetz nicht vereinbar, deutsche Soldaten dürften nicht willkürlich im Ausland eingesetzt werden. Pflüger forderte vor dem Düsseldorfer Rathaus unter anderem eine Abschaffung der Eingreiftruppe der Bundeswehr – unter dem tosenden Beifall der Ostermarschierer.

Nicht alle waren begeistert

Die Teilnehmer des Ostermarsches konnten die zahlreichen Kommentare Düsseldorfer Passanten der guten Stimmung auch keinen Abbruch leisten. Denn auf ihrem Weg durch die Innenstadt erfuhren die Ostermarschierer nicht nur Lob und Beifall. „Ihr seid doch alle arbeitslos, die ihr Zeit habt, für irgendwas zu demonstrieren“, schallte es dem Demonstrationszug aus einem geöffneten Fenster entgegen. Und ein anderer Passant meinte sogar, die marschierende Menge mit Bewegungen aus dem Dritten Reich vergleichen zu müssen.

Trotz Regen: 1.000 Menschen kamen nach Düsseldorf

Doch konnte die Teilnehmer des Ostermarsches auch diese Kritik nicht aus der Ruhe bringen. Man müsse schließlich etwas für den Frieden tun, ist sich Andrea Roden aus Erkrath sicher. Zusammen mit ihrem Mann Gerhard nimmt sie regelmäßig an Ostermärschen teil. In diesem Jahr ist sie zum ersten Mal in Düsseldorf mit dabei. „Ich finde es überwältigend, wie viele Menschen den Weg hierher gefunden haben, trotz Kälte und Regen“, freut sich Andrea Roden. Und im nächsten Jahr? Da wird sie sicher wieder dabei sein, um gegen Krieg und Gewalt in der Welt zu demonstrieren.

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