IMI-Aktuell 2026/297

Fragmentierung: Kritik

von: 8. Mai 2026

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Ein Standardargument für eine Konzentration des europäischen Rüstungssektors verweist auf die zahlreichen unterschiedlichen Rüstungsprogramme, die zu niedrigen Stückzahlen und daher hohe Stückpreise zur Folge hätten. So auch das gestern im mit viel Pomp veröffentlichte „Sparta-2.0-Papier“ für einen europäischen Rüstungskomplex der Hardliner Jeannette zu Fürstenberg, Moritz Schularick, Nico Lange, René Obermann und Thomas Enders. Zu dem Machwerk gäbe es eine Menge zu sagen, erst einmal ist es aber interessant, dass im rüstungsfreundlichen Fachportal hartpunkt.de Bezug auf die in dem Papier enthaltene Kritik an angeblich 14 unterschiedlichen europäischen Kampfpanzerprogrammen geäußert wird.

Es fange schon damit an, dass die Zahl nicht stimme, es seien zwölf, bemängelt Autor Waldemar Geiger. Außerdem hätte „überhaupt nur eine Handvoll von Panzertypen eine rüstungspolitische Relevanz“, das Gros der europäischen Panzerflotte bestehe aus 2000 Panzern des Typs Leopard 2 A4 bis A8. Eine Reihe von Ländern würden noch über Panzer aus der Sowjetzeit verfügen, was vor allem auf mangelnde Finanzmittel für Neuanschaffungen zurückzuführen sei. Berücksichtige man dies, so würde sich die Zahl von „12 auf 5 reduzieren: Leopard 2, M1 Abrams, K2, Leclerc und Ariete. Wobei der K2 nur in Polen genutzt wird und die beiden letzten lediglich in Frankreich sowie Italien, wobei die Produktion dieser Typen dort bereits ausgelaufen ist. […] Strenggenommen ist der Leopard 2 ein Paradebeispiel für eine „europäische“ Rüstungspolitik. Gingen doch alle Kampfpanzer-Rüstungsvorhaben im letzten Jahrzehnt – ausgenommen Polen – an den Leopard 2.“ (jw)