IMI-Aktuell 2026/526

Uni Tübingen führt in Pentagon-Finanzierung

von: 18. September 2026

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Die Eberhard-Karls Universität Tübingen bekam mit fast 1,3 Millionen US-Dollar zwischen 2019 und 2025 mehr Fördermittel des US-amerikanischen Kriegsministeriums Pentagon als jede andere Universität in Deutschland. „Von 2008 bis 2019 war es die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München“, berichtete der Spiegel schon im August aus einem vorliegenden Datensatz entnommen zu haben. Insgesamt seien in den letzten sieben Jahren über 20 Millionen Dollar an deutsche Unis geflossen.

Angesprochen auf die Zivilklausel habe ein Sprecher der Universität Tübingen darauf verwiesen, „dass man der Selbstverpflichtung gerecht werde und die aus den USA geförderten Projekte sorgfältig prüfe. Bei beiden Projekten, die in dem Zeitraum erfasst wurden, sei die Universität zu dem Schluss gekommen, dass es sich um ‚Grundlagenforschung ohne konkreten Anwendungsbezug handelt‘.“
Eines der beiden Projekte hätte sich mit Energiespeichern befasst, wobei „Mikroorganismen genutzt werden, um aus CO₂ und Wasserstoff (H₂) Methan zu produzieren. […] Bei einem weiteren  ging es darum, wie kolloidale Aktivkohle im Untergrund eingesetzt werden kann, um Schadstoffe aus dem Grundwasser zu entfernen.“

Eine Darstellung der derzeitigen Kämpfe um die Zivilklauseln, die im Zuge der Wehrertüchtigung des Bildungssystems Angriffen ausgesetzt sind, schließen die Autor:innen mit den rechtlichen Einschätzungen und markanter Kriegstüchtigkeitsrhetorik eines nicht näher spezifizierten „Expertens“ namens Michael Lauster ab, ohne auf dessen Position als Sprecher des Geschäftsfelds Space der Fraunhofer AVIATION & SPACE hinzuweisen – in der er natürlich ein besonderes Interesse an militärischen Forschungsgeldern und Kooperationsmöglichkeiten mit Unis hat.

An gewissen Unis finanziert das Pentagon nämlich durchaus nicht nur zivil-gekleidete Dual-Use Forschung. Ein Forschungsprogramm in Lübeck beispielsweise dient der „Aufrechterhaltung der technologischen Überlegenheit in den für die Bedürfnisse der Luftwaffe relevanten wissenschaftlichen Bereichen“.

Mehr noch als Universitäten bekamen die deutschen Forschungseinrichtungen Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, mit mehr als 6,2 Millionen Dollar, und Projekte der Fraunhofer-Gesellschaft die auf fast 1,9 Millionen Dollar kamen. (pf)