Rheinmetall erwägt den Einstieg in die Hochschullandschaft und will sich an der jungen Hochschule Rhein-Waal einbringen. Die Fachhochschule zeichnet sich vor allem durch eine überaus internationale Studierendenschaft aus, aber auch durch die Nähe zur Industrie. Bisher ist hier die Rüstung nicht vertreten und das möchte nun Rheinmetall ändern – im Gespräch sind unter anderem eine Stiftungsprofessur und die Möglichkeit, Praktika zu kombinieren, sowie die Hochschule in das NRW Produktion Launch Center Defence einzubringen. Aber es gibt auch Widerstand, der die bisherige Ausrichtung auf zivile Felder und Nachhaltigkeit gefährdet sieht.
In einem Statement des Campus Solidarity Collective heißt es dazu: „Wer sich finanziell von einem Rüstungskonzern abhängig macht, läuft Gefahr, sich dessen wirtschaftlichen Interessen anzupassen. Die Finanzierung von Professuren mag für die Hochschule zunächst attraktiv erscheinen – schließlich ist sie chronisch unterfinanziert. Eine Kooperation mit Rheinmetall würde jedoch genau solche finanziellen Abhängigkeiten schaffen und den Druck erhöhen. Forschung und Studierende fordern: Keine Wissenschaft für Krieg – Hochschulen sind keine Waffenschmieden! […] Eine Kooperation würde unsere Forschung untergraben, kriegerisches Wachstum fördern und einen Beitrag zur Destabilisierung unserer Welt leisten. Das ist mit unseren Werten und den Werten, die einst in der hochschuleigenen Zivilklausel festgeschrieben wurden, unvereinbar.“ (as)
