IMI-Aktuell 2026/376

BW-Uni: Produktion

von: 26. Juni 2026

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Ein Bericht der Bundeswehr-Universität Hamburg über die Entwicklung und Produktion eines „Trainingsmodell[s] für Ersthelfer-Ausbildung“ – angeblich „innerhalb weniger Wochen“ – veranschaulicht, wie stark das disruptive Mindset (s. IMI-Analyse 2025/36) mittlerweile in die Kapillaren der deutschen Streitkräfte eingedrungen ist. Konkret geht es um ein recht banales, ziviles und vermutlich sogar recht sinnvolles Produkt, aus Kunststoff hergestellte Modelle eines Brustkorbes, um die „Entlastungspunktion bei einem Spannungspneumothorax“ in die Ausbildung von Ersthelfer*innen zu integrieren. Der Hintergrund ist allerdings ein militärischer: „Ein Spannungspneumothorax kann beispielsweise infolge von Explosionen oder Schussverletzungen im Brustbereich auftreten“, wird ein Oberfeldarzt zitiert.

Angeblich war Eile geboten – oder zumindest konstruiert. Mehrfach ist in dem Beitrag von „Zeitdruck“ die Rede – und damit auch begründet, warum keine Unternehmen mit der Entwicklung und Produktion beauftragt wurden, sondern die Uni selbst einsprang: „Für diesen neu eingeführten Ausbildungsabschnitt wurden schnell geeignete Trainingsmodelle benötigt. Über reguläre Beschaffungswege waren diese kurzfristig jedoch nicht verfügbar.“

Damit zeigt der Beitrag an einem eher banalen Beispiel, wie leicht sich „Zeitdruck“ konstruieren lässt und damit die regulären Beschaffungswege abkürzen lassen. Dasselbe wäre vermutlich auch z.B. mit Bauteilen für Drohnen oder Software denkbar – womit dann auch die Bundeswehr-Uni direkt in die Rüstungsproduktion eingebunden wäre.