IMI-Analyse 2026/19 - in: AUSDRUCK (Juni 2026)
Rüstungsgigant Rheinmetall
Wie der Konzern von der Zeitenwende profitiert und welche Funktion er in der deutschen Kriegswirtschaft einnimmt
von: Jonas Uphoff | Veröffentlicht am: 12. Juni 2026
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Dieser Artikel ist Teil des Schwerpunktes „Rheinmetall“ in der Juni-Ausgabe des IMI-Magazins, das vollständig wie immer gratis von unserer Internetseite heruntergeladen werden kann.
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Der Düsseldorfer Konzern Rheinmetall zählt zu den größten Profiteuren der Kriegspolitik der letzten Jahre. Es ist nicht verwunderlich, dass ein Konzern, der sein Hauptgeschäft mit Kriegsgerät aller Art macht, von einer globalen Lage profitiert, in der laut dem SIPRI-Bericht 2025 so viel Geld für eben diese Waren ausgegeben wird wie noch nie zuvor. Auch nicht, dass der größte Rüstungskonzern des Staates, der nun mal den „stolzen“ vierten Platz in Sachen Rüstungsausgaben des vergangenen Jahres belegt, nochmal besonderen Aufwind bekommt.[1] Allerdings tut Rheinmetall mehr, als nur liefern und profitieren. Seit 2022 hat der Konzern, oft verkörpert durch seinen CEO Armin Papperger, eine maßgebliche, gestaltende Rolle beim Aufbau einer deutschen bzw. europäischen Kriegswirtschaft eingenommen. Der alte Industrieriese Rheinmetall war in der einen oder anderen Form schon seit dem Kaiserreich „systemrelevant“ für den deutschen Staat und seine Kriegspolitik.[2] Der Konzern nimmt in einer Phase, wo sich die Politik Deutschlands mehr und mehr am Primat des Krieges ausrichtet, nun wieder eine tragende Funktion ein. Um besser zu verstehen, wie schnell und dynamisch Rheinmetall in diese Funktion reinwächst, lohnt es sich, einen genaueren Blick auf den Konzern zu werfen. Der folgende Artikel wirft Licht auf die Entwicklung Rheinmetalls der letzten Jahre, insbesondere seit der Inkraftsetzung der sogenannten „Zeitenwende“-Politik. Es soll dabei nicht nur ein Überblick über die wirtschaftliche Expansion des Konzerns, etwa durch Übernahmen kleinerer Unternehmen oder den Ausbau der eigenen Produktion, seine zahlreichen Aufträge erheblichen Ausmaßes und den Anstieg des Personals, Umsatzes sowie des Aktienkurses geschaffen werden. Auch die besondere politische Funktion, die Rheinmetall in der deutschen und internationalen Kriegspolitik einnimmt, wird beleuchtet.
Vom „Underdog“ zum Shootingstar
Sofort nachdem der damalige Bundeskanzler Olaf Scholz im Frühjahr 2022 eine drastische Erhöhung der Rüstungsausgaben bekannt gegeben hatte, war Rheinmetalls CEO Armin Papperger öffentlichkeitswirksam zur Stelle. Er beteiligte sich rege am neuen promilitärischen Diskurs, nicht nur darüber, wie die (damals noch als unvergleichlich hoch erscheinenden) 100 Mrd. Euro Sondervermögen einzusetzen wären und was sein Konzern dabei abdecken könnte. Auch zu anderen militärpolitischen Fragen wie der Etablierung eines Wehrdienstes oder weiterer finanzpolitischer Maßnahmen für die Aufrüstung meldete er sich zu Wort. Wie die Medien dem Konzern eine neue öffentliche Bühne einräumten und wie gekonnt dieser sie seitdem zu nutzen weiß, wurde bereits 2024 in einer Studie untersucht.[3] Dieser Beliebtheitstrend hat sich seitdem fortgesetzt. Gemeinsame Auftritte Pappergers mit Politiker*innen, wie bei der Einweihung der neuen Munitionsfabrik[4] in Unterlüß, oder zuletzt auf der Hannover Messe 2026, die einen starken Fokus auf die Rüstungsindustrie setzte, sind mittlerweile die Regel.[5] Diese inzwischen etablierte Diskursmacht hat eine materielle Basis: Durch viele langfristige staatliche Großaufträge und die Erweiterung seines „strategischen Portfolios“ auf nahezu alle Rüstungsbereiche hat der Konzern seine finanzielle Planungssicherheit für die nächsten Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, sichergestellt. Der Umsatz betrug 2025 9,9 Mrd. Euro, ein Personalaufwuchs auf über 33.000 Angestellte war im selben Jahr zu verzeichnen.[6] Auch dieses Jahr soll der Umsatz weiter steigen, wenn es nach den Wünschen des Konzerns geht: „Der Umsatz soll 2026 weiterhin um 40 bis 45 Prozent auf 14 bis 14,5 Mrd. Euro nach oben klettern. Die operative Ergebnismarge erwartet der Rüstungskonzern bei rund 19 Prozent.“[7]
Das macht sich auch am Aktienmarkt bemerkbar. Lag der Kurs im Dezember 2021 noch bei rund 70 Euro, befindet sich die Aktie mittlerweile zwischen 1.400 und 2.000 Euro, wobei jede kriegerische Eskalation auf der Welt weiterhin für Booms sorgen kann.[8]
Raus aus der zivilen Produktion, rein in den Seekrieg
Hierbei passt sich der Konzern, der bereits vor der Zeitenwende ein breit gefächertes Angebot an Kriegsgerät aufweisen konnte, dynamisch der Nachfrage der Kriegspolitik an. So wurde zeitgemäß Power Systems, die einzige Division, die mit Mobilität, Antrieben, Motoren und Kolben noch eine potentiell zivile Nutzbarkeit hatte, eingestellt. Aktuell gliedert sich der Konzern in fünf Geschäftsbereiche: „Vehicle Systems“, „Weapons and Ammunition“, „Air Defense“, „Digital Systems“ (letztere beiden gingen aus der Aufteilung von „Electronic Solutions“ hervor) und die jüngste Neugliederung vom 1. März 2026, „Naval Systems“.[9] Somit deckt der Konzern über Land, Luft, See und den digitalen Raum alle Bereiche des modernen Krieges ab und besitzt daher eine ziemlich starke Verhandlungsbasis, wenn es um die Vergabe staatlicher Aufträge geht. Darüber hinaus wird wortwörtlich nach den Sternen gegriffen: In einem Joint Venture mit der finnischen Firma ICEYE plant Rheinmetall bald den Bau eigener Satelliten.[10] Auch in die massenhafte Drohnenproduktion ist der Konzern eingestiegen, wie Papperger im Rahmen eines Großauftrags der Bundeswehr bekannt gab.[11]Die Gründung von Naval Systems folgte einer Übernahme der militärischen Abteilung der Lürssen-Gruppe, „Naval Vessels Lürssen“. Mit dieser Übernahme fielen Rheinmetall vier Werften in Norddeutschland (die Peene-Werft in Wolgast, Blohm&Voss, sowie die Norderwerft in Hamburg und die Jade-Werft in Wilhemshaven) sowie einige internationale Standorte zu. Mit dieser industriellen Basis kommt Papperger dem Ziel, seinen Konzern zu einem „domäneübergreifenden Systemhaus“ zu machen, ein großes Stück näher.[12] Die im April 2026 begonnene Produktion unbemannter maritimer Scout-Fahrzeuge, sowie die erste Schiffstaufe des Konzerns am 29. April 2026 zeigen, dass der Konzern diese Infrastruktur sofort in sein Produktionsnetzwerk integriert und nichts stillliegen lässt.[13]
Obwohl der Lürssen-Deal in seinem Ausmaß hervorsticht und strategisch gesehen bedeutend ist, markiert er lediglich den jüngsten großen Schritt eines Trends der letzten Jahre. Rheinmetall expandiert, kauft kleinere zivile und militärische Unternehmen auf und übernimmt teilweise große industrielle Kapazitäten anderer Industriekonzerne. Diese Entwicklung bleibt nicht auf Deutschland beschränkt: Vor allem im osteuropäischen EU-Ausland hat der Konzern durch Joint Ventures und Zweigstellen einen dauerhaften Fuß in der Tür.[14]
Rheinmetall in der deutschen Militärstrategie
In die deutsche Militärstrategie ist Rheinmetall fest integriert, wie ein am 19. Februar 2025 bekanntgegebener Vertrag zwischen Rheinmetall und der Bundeswehr, der den Konzern als „Full Service Partner bei der Verlegung von Kräften“ festlegt, zeigt. Im Friedens- wie im Kriegsfall übernimmt Rheinmetall logistische Leistungen wie „Flächenbereitstellung, Bereitstellung und Betrieb von Unterkünften, Sanitäranlagen und Verpflegungseinrichtungen sowie Betrieb von Verkaufseinrichtungen und Betankungsmöglichkeiten, Energieversorgung, Abfallentsorgung, Bewachungsdienstleistungen“.[15] All diese Bereiche sind essentiell in der von Bundeswehr und Politik beschriebenen Strategie der „Drehscheibe Deutschland“ eingebettet, bei der Deutschland im Falle eines Krieges gegen Russland durch seine geographische Position eine zentrale logistische Funktion einnehmen wird.[16] Einerseits lässt sich diese Entwicklung natürlich auch dadurch erklären, dass Rheinmetall sich durch seine breite Aufstellung und Größe am Markt leicht durchsetzen konnte. Er führt den Wettbewerb gegenüber anderen europäischen Konzernen an und nimmt bei Kooperationen oft die führende Rolle ein. Ohne den Blick auf staatliches Eingreifen und eine massive Investitionspolitik wäre der Erfolg des Konzerns allerdings überhaupt nicht zu erklären.
Rheinmetall im Rüstungs-Keynesianismus?
Die kriselnde europäische Wirtschaft und der mangelnde Erfolg neoliberaler Wachstumsstrategien hat schon seit den 2010er Jahren zu mehr und mehr staatsinterventionistischer Wirtschaftspolitik geführt. Unter dem Begriff „Strategische Autonomie“ wurden Maßnahmen zusammengefasst, welche die wirtschaftliche Konkurrenzfähigkeit der EU angesichts zunehmender globaler Rivalität sicherstellen sollten. Seit der „Zeitenwende“ hat „Strategische Autonomie“ vor allem eine geopolitische und militärische Bedeutung erhalten.[17] Die Notwendigkeit, eine eigene Kriegswirtschaft aufzubauen, wird zuletzt auch durch eine vermeintliche „Unzuverlässigkeit“ des NATO-Partners USA noch verstärkt. Sowohl auf europäischer als auch auf deutscher Ebene wurden daher massive finanzpolitische Maßnahmen getroffen, um die eigene Rüstungsindustrie zu fördern. Hierbei werden Strategien verfolgt, die nicht nur ein Wachstum der Kapazitäten, sondern auch eine Beschleunigung im Beschaffungswesen erwirken sollen.[18] In diese politische Kerbe schlagen auch die Rüstungs- und Infrastrukturpakete der Bundesregierung, sowie das Ziel, künftig fünf Prozent des BIP (1,5 % für Infrastruktur und 3,5 % für direkte militärische Zwecke) für NATO-Ziele auszugeben.
Diese gewaltigen Staatsausgaben bei gleichzeitiger Einsparung im sozialen Bereich stellen eine Art einseitigen Rüstungs-Keynesianismus dar. Neben Finanzspritzen mischt sich die Industriepolitik weiter ein: Nach den strategischen Vorstellungen der EU-Kommission sollen die kleineren Rüstungsunternehmen unter der Führung der größten europäischen Rüstungskonzerne (die meisten davon deutsch und französisch) zusammengelegt werden, um Koordination zu erleichtern und Beschaffungswege zu verkürzen. Führende Kriegspolitiker*innen wie Verteidigungsminister Boris Pistorius sprechen sich überzeugt für eine staatliche Beteiligung an Rüstungsunternehmen aus. Ob diese Strategien letztendlich erfolgreich sein werden, kann an dieser Stelle nicht weiter untersucht werden. Fakt ist: Rheinmetall profitiert wie wenige andere europäische Konzerne gewaltig von dieser Politik. Nicht zufällig deckt sich Pappergers Vorstellung eines „Europäischen Systemhauses von 30 bis 35 Milliarden Euro Umsatz im Jahr“, welche er seit der Zeitenwende mehrfach äußerte, mit den strategischen Überlegungen der EU.[19]
Da Munitionsproduktion durch europäische Politik besonders gefördert wird und Rheinmetall im Vergleich zu anderen Konzernen bereits einige Kapazitäten in diesem Bereich besaß, die der Konzern bis heute immer weiter ausgebaut hat, sind Milliarden der europäischen und deutschen Sondervermögen in die Taschen des Konzerns gewandert. Auch die Aufhebung von gesetzlichen Maßnahmen, die den industriellen Wettbewerb sichern sollen, kommt vor allem Konzernen in der Größenordnung Rheinmetalls zugute. So hat das oben erwähnte Bundeswehrbeschaffungsbeschleunigungsgesetz beispielsweise die losweise Vergabe für große Aufträge abgeschafft. Das bedeutet, dass sogenannte „wettbewerbsfördernde“ Maßnahmen, die bei der Vergabe auch kleinere Unternehmen berücksichtigen, für Rüstungskonzerne abgeschafft wurden. Stattdessen kann sich die Bundeswehr nun viel direkter an Unternehmen wenden, und Rheinmetall hat gerade im deutschen Kontext klare Wettbewerbsvorteile.
Die Symbiose von Konzern und Politik
Die Bundeswehr ist und bleibt der größte und verlässlichste Kunde des Konzerns. Gleich zweimal innerhalb der letzten Jahre brachte sie ihm den bis dahin jeweils größten Auftrag der Firmengeschichte ein: im Juli 2024 für Militärfahrzeuge für 3,5 Mrd. Euro und Anfang 2025 mit Inkrafttreten eines Rahmenvertrages über Munition für 8,5 Mrd. Euro. Die meisten dieser Verträge legen stückweise Lieferungen über jahrelange Zeiträume hinweg fest, erlauben dem Konzern also Planungs- und Einkommenssicherheit. Auch die langfristigen Joint Ventures im osteuropäischen EU-Ausland werden maßgeblich politisch unterstützt. Für Deutschland und die EU ist Rheinmetall also ein zentraler geostrategischer Faktor, während der Konzern sich durch die starke Zusammenarbeit mit der Politik seinen Wachstumskurs sicherstellt.
Bislang ist noch keine Beteiligung des deutschen Staates an Projekten oder Standorten von Rheinmetall bekannt. Angesichts der geschilderten strukturellen Verzahnung von Politik und Wirtschaft beim Aufbau der Rüstungsindustrie ist das aber auch gar nicht nötig, da Rheinmetall den Anforderungen der deutschen Rüstungspolitik auch ohne derlei direkte Eingriffe entspricht. Obwohl der Konzern in dieser Politik eine privilegierte Funktion innehat, wäre es trotzdem irreführend, hier von einem Monopol zu sprechen. In den andauernden Übernahmen kleinerer Konzerne zeigt sich eine Art Monopolisierungstendenz, allerdings betreibt Rheinmetall auch weiterhin eine rege Kooperationsstrategie mit anderen Konzernen und dies auf nationaler wie internationaler Ebene.
Dass die Interessen des Konzerns nicht immer mit den staatlichen Interessen Deutschlands zu vereinbaren sind, zeigt sich daran, dass Rheinmetall seinen Absatzmarkt in den USA und auch die Kooperation mit US-amerikanischen Rüstungsunternehmen weiterhin ausbaut.[20] Für das durch Übernahmen und Kooperationen wachsende Produktionsnetzwerk benutzt Papperger oft den Begriff „System“. Dieser ist natürlich kritisch zu betrachten, da er die eindeutige Führungsrolle Rheinmetalls, auch in den meisten dieser Joint Ventures, verschleiert. Dennoch kommt er als Beschreibung der Funktion Rheinmetalls im aktuellen Aufbau der Kriegswirtschaft nahe: als einer der relevantesten Knotenpunkte im Netzwerk der privaten und staatlich kontrollierten Rüstungspolitik, der das Netzwerk beeinflussen kann wie kaum ein anderer Player, aber dennoch auf ein funktionierendes Netz und eine andauernde Nachfrage durch die Kriegspolitik angewiesen ist. Ob Rheinmetall über kurz oder lang eine noch eindeutigere Führungsposition einnehmen wird, bleibt zunächst offen. Fest steht: Der Konzern ist für die deutsche und europäische Kriegspolitik unentbehrlich, gestaltet sie aktiv mit und wird dies auch tun, solange der Rüstungskurs als Ganzes nicht abgewendet wird.
Liste der größten Aufträge an Rheinmetall von Mai 2024 bis Mai 2026
- Mai 2024: Nicht genannter „NATO-Kunde“ bestellt 155mm-Artilleriemunition im Wert von 300 Mio. Euro
- Juni 2024: Bundeswehr schließt Rahmenvertrag über 155mm-Artilleriemunition für 8,5 Mrd. Euro ab. Größter Auftrag der Firmengeschichte.
- Juli 2024: Die Ukraine bestellt komplette technische Ausstattung einer Munitionsfabrik für einen „dreistelligen Millionenbetrag“.
- Januar 2025: Bundeswehr bestellt 568 Logistikfahrzeuge für 330 Mio. Euro.
- Februar 2025: Bundeswehr schließt Rahmenvertrag über logistische Unterstützung durch den Konzern im Friedens- und Kriegsfall ab. Das Volumen beläuft sich auf 260 Mio. Euro.
- Juli 2025: Nicht genannter „NATO-Kunde“ bestellt 155mm-Artilleriemunition im Wert von „mehreren hundert Millionen“. Es ist der bisher größte Auftrag für die Tochterfirma Rheinmetall Denel Munition aus Südafrika.
- November 2025: Bundeswehr schließt Vertrag für die Modernisierung des „Gefechtsübungszentrums Heer“ über 61 Mio. Euro ab.
- Dezember 2025: Bundeswehr bestellt 200 „Puma-Schützenpanzer“ bei Rheinmetall und KNDS für rund 4,2 Mrd. Euro.
- Februar 2026: Dänemark gibt Rheinmetall Auftrag für Munitionsversorgung im dreistelligen Millionenbereich.
- Februar 2026: Schweden bestellt Schiffswaffensystem „SeaSnake“ für 61 Mio. Euro. Erstmaliger Erwerb des Waffensystems durch einen NATO-Kunden.
- April 2026: Bundeswehr bestellt Drohnen „Loitering Munition FV-014“ im „Milliardenbereich“
Übernahmen, Neubauten und Joint Ventures von Mai 2024 bis Mai 2026
- November 2024: Rheinmetall und die litauische Regierung unterzeichnen ein Abkommen für den Bau einer Fertigungsanlage für 155mm-Artilleriemunition.
- Oktober 2024: Joint Venture mit dem italienischen Panzerhersteller Leonardo, Ziel ist die Ausrüstung der italienischen Streitkräfte sowie späterer Export.
- Dezember 2024: Rheinmetall kauft die US-amerikanische Firma Loc Performance. Mit dem Kauf der Firma, die Bestandteile für Militärfahrzeuge herstellt, erhöht Rheinmetall seine Reichweite auf dem US-amerikanischen Markt.
- Mai 2025: Rheinmetall und das finnische, auf Überwachungstechnik spezialisierte Unternehmen ICEYE geben die Absicht bekannt, in einem Joint Venture zukünftig Satelliten zu produzieren.
- August 2025: Rheinmetall und die rumänische Regierung unterzeichnen einen Vertrag zum Bau einer Schießpulverfabrik, geschätzte Investitionskosten belaufen sich auf 535 Mio. Euro.
- September 2025: Rheinmetall eröffnet neues Munitionswerk am Hauptstandort Unterlüß, Kapazitäten für 500 neue Arbeitsplätze.
- September 2025: Rheinmetall und die staatliche lettische Rüstungsfirma LLC unterzeichnen Vertrag für eine im Joint Venture zu produzierende Munitionsfabrik für 155mm-Munition.
- Oktober 2025: Rheinmetall erhält Auftrag für mobile Sanitätseinrichtungen von der Bundeswehr über 300 Mio. Euro. Die Systeme sollen unter anderem von der „Brigade Litauen“ verwendet werden.
- Oktober 2025: Rheinmetall und KNDS erhalten 4,7 Mrd. Euro schweren Auftrag über 222 „Schakal“-Panzer für die niederländischen und deutschen Streitkräfte.
- Dezember 2025: Rheinmetall kauft die Munitionsfirma Muni Berka GmbH im Westfälischen Ochtrup
- März 2026: Rheinmetall vollendet den Kauf der Naval Vessels Lürssen und erschließt sich neben dem Unternehmen mit rund einer Milliarde Jahresumsatz und über 2.100 Angestellten auch vier Werften und erweitert seine Produktpalette auf Kriegsschiffe.
- März 2026: Rheinmetall erwirbt mit 51 % den Mehrheitsanteil der kroatischen Firma DOK-ING. Diese stellt automatisierte Systeme her, die unter anderem in der Ukraine zum Einsatz kommen.
Planung für 2026: Aufbau eines neuen Werks für Raketenmotoren in Unterlüß im Joint Venture mit Destinus, Entwicklung von Laserwaffensystemen mit MDBA.
[1]„Die Militarisierung der Welt“, German Foreign Policy, 28.4.2026, www.german-foreign-policy.com.
[2]Siehe hierzu den Beitrag im Schwerpunkt zu „Rheinmetall im Faschismus“
[3]„Von der Schmuddelecke in die Systemrelevanz“, Informationsstelle Militarisierung, 16.4.24, www.imi-online.de.
[4]„Neues Rheinmetall-Munitionswerk eröffnet – Lob aus der Politik“, WELT 27.8.2025, www.welt.de.
[5]„Pistorius: Deutschland muss mehr für Europas Sicherheit tun“, WELT 20.4.2026 www.welt.de.
[6]Rheinemtall-Aktie, Stand 3.5.2026 https://www.finanzen.net/chart/rheinmetall.
[7]Rheinmetall wächst schwächer als gedacht, 5.5.2026.
[8]Rheinmetall-Aktie, Stand 3.5.2026 https://www.finanzen.net/chart/rheinmetall.
[9]„Divisionen des Rheinmetall-Konzerns“, Rheinmetall. Abgerufen am 3.5.2026 www.rheinmetall.com.
[10]Pressemitteilung vom 8.5.2025, Rheinmetall www.rheinmetall.com.
[11]Pressemitteilung vom 22.4.2026, Rheinmetall www.rheinmetall.com.
[12]Pressemitteilung vom 15.9.2025, Rheinmetall www.rheinmetall.com.
[13]Pressemitteilung vom 20.4.2026, Rheinmetall www.rheinmetall.com und Pressemitteilung vom 29.4.2026, Rheinmetall www.rheinmetall.com.
[14]Siehe hierzu die gesonderten Beiträge im Schwerpunkt
[15]Pressemitteilung vom 19.2.2025, Rheinmetall www.rheinmetall.com.
[16]Vgl. „Zivil-Militärische Zusammenarbeit 4.0 im militärischen Krisenfall. Eine Situationsbeschreibung, Analyse und Handlungsempfehlungen“ Bubendorfer-Licht, S., Eckert, L., Hahn, A., Krings, G., Schäfer, I. (2025) Zukunftsforum Öffentliche Sicherheit, 30.9.2025 https://zoes-bund.de/publikationen/gruenbuch-zmz/.
[17]Vgl. „Politische Ökonomie der Zeitenwende“, Etienne Schneider und Felix Syrovatka, 2024
[18]Zur eingehenden Beschäftigung mit der deutschen und europäischen Kriegswirtschaft siehe: „Kriegswirtschaft in Deutschland und Europa“, Jürgen Wagner, Özlem Demirel (Hrsg.), 2.12.2025 www.imi-online.de.
[19]“Offene Partnerschaft unter Waffenbrüdern“, Wirtschaftswoche, 10.6.2024
www.wiwo.de.
[20]Beispielsweise stellt der Konzern seine „globale Expertise“ zum Ausbau effektiver Munitionsproduktion auch in den USA zur Verfügung: https://www.rheinmetall.com/en/media/stories/2025/rheinmetall-delivering-rapid-munitions-industrial-base-expansion-in-the-us.

