IMI-Standpunkt 2026/45 - in: AUSDRUCK (Juni 2026)

Kämpferisch gegen den Militarismus – Rheinmetall Entwaffnen!

Bericht und Ausblick

von: Bündnis Rheinmetall Entwaffnen | Veröffentlicht am: 10. Juni 2026

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Das Camp unseres antimilitaristischen Bündnisses in Köln 2025 war das größte, welches wir jemals veranstaltet haben. Zu Hochzeiten waren an die 2.000 Menschen auf dem Gelände, an Aktionen beteiligten sich Hunderte, und auf der antimilitaristischen Parade, die den krönenden Abschluss unseres Camps bilden sollte, fanden sich über 3.500 antimilitaristisch gesinnte Menschen und Friedensbewegte ein.

Für rund eine Woche war unser Camp im Kölner Grüngürtel ein Ort sichtbaren Widerstands gegen den scheinbar so alternativlosen Kriegskonsens. Dass dieser nicht so fest im Sattel sitzt wie manchmal befürchtet, zeigten uns die Reaktionen der Anwohner*innen und Parkbesucher*innen: Nie zuvor haben wir so viel positive Rückmeldung, so viel Interesse und Zuspruch für unser Handeln wahrgenommen. Natürlich gab es, getreu unserem Anspruch, auch viele offene Fragen und Diskussionen, die ausgehandelt wurden. Dennoch denken wir, dass inzwischen mehr Menschen die Notwendigkeit sehen, der Kriegsertüchtigung der Gesellschaft etwas entgegenzusetzen. Ein sichtbares Camp, zentral in einer Großstadt, war in diesem gesellschaftlichen Klima also genau das, was es gebraucht hat.

Aber auch inhaltlich hatten wir uns weiterentwickelt, sowohl was das Camp-Programm als auch die Aktionsziele anging. Während die Rüstungsindustrie natürlich immer noch einer unserer wichtigsten Gegner ist, haben wir uns schon in den letzten Jahren, vor allem seit 2022, mehr und mehr auf die Militarisierung der Gesellschaft als Ganzes konzentriert. Deswegen gab es dieses Jahr unter anderem Veranstaltungen über die Militarisierung des Krankenhauswesens, über Rüstungskonversion und natürlich über die Wehrpflicht. Am gleichen Tag, an dem im Bundestag über das Wehrdienstgesetz, welches inzwischen gemachte Sache ist, abgestimmt wurde, wurde das Karrierecenter in Köln blockiert, nur einen Tag später ein Büro der SPD. Die Slogans „Ihr kriegt uns nicht!“, „Kein Mensch, kein Cent der Bundeswehr!“ und „Die Reichen wollen Krieg, die Jugend eine Zukunft!“ drücken klar aus, was viele, insbesondere junge Menschen, angesichts der Kriegspolitik der Regierung fühlen: In ihrem Interesse ist das alles nicht. Und eben dieser herrschenden Seite ist eine Bewegung, die den Widerstand dagegen ausdrückt, verständlicherweise ein Dorn im Auge.

So erklärt sich auch der Versuch im letzten Jahr, das Camp schon im Voraus zu verbieten. Da dies nicht erfolgreich war und da unter der Woche jede Aktion den Behörden immer wieder ein entscheidendes Stück voraus war, wurde die Abschlussdemo, die antimilitaristische Parade, brutal zerschlagen. Der über elf Stunden dauernde Kessel und die vielen Verletzten waren für uns aber Anlass, solidarisch zusammenzurücken, uns nicht einschüchtern zu lassen und uns gegen diese Repression zu wehren. Niemand ist mit dem Erlebten, oder den darauffolgenden Gerichtsverfahren allein gelassen worden. Und die Klage gegen das Vorgehen der Polizei wurde unmittelbar nach der Campwoche aufgenommen.

Ein Zeichen dafür, dass wir uns nicht haben einschüchtern lassen ist, dass wir im September 2026 unser Camp ein weiteres Mal in Köln veranstalten werden! Um aus unserem Aufruf zu zitieren: „Es sind noch Rechnungen offen.“ Wir haben 2026 unseren antimilitaristischen Kampf noch weiter und auf unterschiedliche Weise intensiviert: Anlässlich des syrischen Angriffs auf Rojava gab es bundesweit Aktionen, zusammen mit der DFG-VK organisierten wir im April den „Verweigert!“-Kongress gegen den Wehrdienst und die Wehrpflicht. Ende Mai verbanden wir den Kampf gegen den Krieg mit dem Kampf für Klimagerechtigkeit, indem wir uns an den Aktionstagen von Ende Gelände im Ruhrgebiet beteiligten. Am 10. und 11. Juli wird es in Berlin Aktionstage gegen die Eröffnung des neuen Rheinmetall-Werks in Berlin-Wedding geben. Wir werden dagegen kämpfen, dass in Berlin erstmalig seit dem Zweiten Weltkrieg wieder Kriegsgerät produziert wird! Und neben dem Camp und Aktionstagen in der ersten Septemberwoche in Köln unter dem Motto „Kampf den Kriegstreibern – Für unsere Zukunft!“, bei denen wir genau wie letztes Jahr wieder mit großem Interesse und einem spannenden Programm rechnen, wird es vom 24. bis zum 26. September in Hamburg ein Störmanöver gegen die NATO-Übung „Red Storm Charlie“ geben. Im Fokus dieser Übung steht die sogenannte „Zivilmilitärische Zusammenarbeit“, das heißt, dass auch zivile Bereiche kriegstüchtig gemacht werden sollen. Unser Anti-Manöver hat klar zum Ziel, das zu verhindern und Hamburg kriegsuntauglich zu machen.

Es wird wie immer viele Möglichkeiten geben, sich an unseren Aktionen und Veranstaltungen zu beteiligen. Wir laden alle Antimilitarist*innen und Friedensbewegten ein: Werdet mit uns aktiv! Jetzt ist es wichtiger denn je!