IMI-Aktuell 2026/041

VDE: im „Schutzmodus“

von: 23. Januar 2026

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Der VDE (Verband der Elektrotechnik, Elektronik Informationstechnik e.V.) ist nach eigenen Angaben „eine der größten Technologie-Organisationen Europas“ und „steht seit mehr als 130 Jahren für Innovation und technologischen Fortschritt“. Er bringt außerdem das Magazin „VDE dialog“ heraus, das sich „an Entscheider aus Wirtschaft, Wissenschaft, Technologie und Politik“ richte, „[f]ür eine lebenswerte und e-diale Zukunft.“

Die aktuelle Ausgabe trägt den Titel „Schutzmodus aktivieren – Abwehrbereit mit Technik und Technologien“ – und steht damit im Geiste von „Zeitenwende“ und „Kriegstüchtigkeit“.

Prof. Dr.-Ing. Josef Lutz, langjähriger Inhaber der Professur Leistungselektronik an der TU Chemnitz und Fördermitglied der IMI hat daraufhin einen offenen Brief an den VDE-Vorstand geschickt und uns zur Verfügung gestellt, in dem es u.a. heißt:

„Sie bewerben Jobs im ‚Verteidigungssektor‘, d.h. in der Rüstungsindustrie. Militärische Projekte habe ich stets abgelehnt, genau wie viele Kollegen. Viele Hochschulen haben Zivilklauseln, auch wenn diese löchrig sind. Im Februar 2025 gab Leibinger, BDI Präsident, in seinem Vortrag auf der Münchner Sicherheitskonferenz unter dem Motto ‚Verteidigung ist eine Haltungsfrage‘ die Richtlinie aus: Es braucht das richtige ‚Mindset'(!) für Aufrüstung und Krieg (Quelle). Elektroniker werden gebraucht. Die Nummer des VDE dialog ist offenbar die Umsetzung. Ich protestiere. Nicht nur ‚Putins Russland‘ hat aggressiv gehandelt, auch westliche Staaten sind dazu bereit, wie uns die USA gerade wieder bewiesen hat. Ich stehe dazu, was viele Kollegen angesichts des Ausbruchs des Ukraine-Kriegs erklärt haben:

‚Wir wollen nicht, dass unsere Arbeit für Entwicklung von automatisierten Waffen und Massenvernichtungswaffen missbraucht wird. Wir wollen eine Welt, in der imperialistische Kriege der Vergangenheit angehören.‘ (Quelle)“