IMI-Aktuell 2025/653

Satellitenvergabe: Frei nach Schnauze

von: 10. Dezember 2025

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Schneller und “unbürokratischer” soll es mit der Rüstung gehen, heißt es aktuell überall (siehe IMI-Analyse 2025/21). In der Praxis heißt das eigentlich nichts anderes, als das zum Beispiel Aufträge nun frei nach Schnauze vergeben werden können. Spiegel Online berichtet zum Beispiel über den Auftrag für Radarsatelliten der finnischen Firma Iceye mit dem deutschen Vertragspartner Rheinmetall. Damit will man sich unter dem launigen Namen „Spock“ (Spacesystem for persistent operational tracking) unabhängiger von den USA Machen – und da lässt man beim Vergabeverfahren eben auch mal Fünfe gerade sein, auch wenn es dabei um Milliardenbeträge geht: „Der Preis: zunächst 1,76 Milliarden Euro. […] Sollte die Bundeswehr weitere Optionen des Vertrags nutzen, könnte das Gesamtvolumen des Geschäfts bis maximal zum Jahr 2033 auf mehr als 2,7 Milliarden Euro steigen. […] Bemerkenswert ist, dass der Auftrag ohne Ausschreibung als sogenannte Direktvergabe geplant ist. […] Direktvergaben bei größeren Bundeswehrbeschaffungen waren bisher eher unüblich. Durch eine neue gesetzliche Regel aus diesem Sommer (»Planungs- und Beschaffungsbeschleunigungsgesetz«) sind sie aber einfacher möglich geworden […]. Laut einem Bericht der »Welt«  gibt es an dem geplanten Vertrag für die Radarsatelliten ebenfalls Kritik, diesmal von anderen deutschen Weltraumunternehmen. Branchenvertreter monieren demnach unter anderem die zu beschaffenden Radarsatelliten als »ungewöhnlich teuer«.“ (jw)