IMI-Mitteilung

„Militärrepublik? Verweigern!“

IMI-Kongress am 15./16. November findet dieses Jahr in der Mensa Uhlandstrasse in Tübingen statt

von: 11. November 2025

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Unbegrenzte Aussetzung der Schuldenbremse für die Rüstung, Wiedereinführung der Wehrpflicht, Umstellung auf Kriegswirtschaft: Befindet sich Deutschland im Umbau in eine Militärrepublik? Die Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V. befürchtet das und will auf ihrem Kongress am 15. und 16. November 2025 in Tübingen Wege ausloten, sich diesem Prozess zu verweigern und entgegenzustellen.

„Das Projekt der ‚Kriegstüchtigkeit‘ überlagert aktuell alle anderen politischen Ziele“, so begründet Jürgen Wagner, geschäftsführender Vorstand der IMI den Begriff der „Militärrepublik“. Für keinen anderen Beruf wird in Deutschland so intensiv geworben, wie das Soldatentum; Rüstungsunternehmen sollen von nahezu allen Auflagen und Genehmigungsverfahren ausgenommen werden; alle gesellschaftlichen Bereiche, von der Schule und der Wissenschaft bis hin zur Industrie und Sozialpolitik werden der Kriegsführungsfähigkeit unterworfen. Gesellschaftlicher Reichtum und menschliche Körper werden als Ressource gesehen, die entsprechend abgeschöpft werden müssten. „Aber dieses Ziel und seine Implikationen auf allen Ebenen sind gesellschaftlich hoch umstritten und umkämpft“, so Wagner weiter. Deshalb wolle man auch Widerstandsmöglichkeiten ausloten.

Der Kongress beginnt am Samstag um 12 Uhr in der Mensa Uhlandstrasse (Uhlandstrasse 30). Hier werden zunächst die finanziellen und industriellen Aspekte der Aufrüstung im Mittelpunkt stehen, später auch neue Befugnisse für Militär und Sicherheitsbehörden im Inland. Den Abschluss des Samstags bildet ein Panel zur wachsenden Repression gegen Protestbewegungen, dabei stehen juristische und diskursive Strategien gegen die sog. palästinasolidarische Bewegung im Mittelpunkt. Am Sonntag geht es um 10 Uhr (ebenfalls in der Mensa Uhlandstrasse) weiter mit den Themen Wehrpflicht und Rekrutierung. „Wir freuen uns, als Keynote-Speaker Simon David Dressler gewonnen zu haben, der sich auf alten und neuen Medien insbesondere dem inhärenten Nationalismus der Wehrpflicht-Debatte entgegenstellt“, so Reza Schwarz, Mitarbeitende der IMI. „Daran wollen wir im Abschlusspodium anknüpfen und die Perspektiven der alten Friedensbewegung mit jüngeren Bewegungen zusammenbringen“, so Schwarz weiter.

Am Freitagabend wird es in der Hausbar des Wohnprojekts Schellingstrasse eine gesellige Auftaktveranstaltung mit „Küche für Alle“ und einem Kneipenquiz geben. Die Veranstalter rechnen wie in den vergangenen Jahren mit durchschnittlich 80-100 Besucher*innen, teilweise aus dem ganzen Bundesgebiet. Gerade die Menschen aus Tübingen und der Region schauen oft nur für einzelne Vorträge oder Nachmittage vorbei, so Wagner. Der Kongress wird am Samstag live im Freien Radio Wüste Welle übertragen und kann auch am Sonntag via Livestream im Internet von zuhause und unterwegs mitverfolgt werden.