Zu einer ganz billigen Propagandashow geriet die Sendung „maybrit illner“ vom 18. September unter dem Titel „Putins Drohnen – Trumps Spielchen“. „Putin bombardiert die Ukraine wie nie zuvor“ so geht es los und danach werden eine halbe Stunde gängige Floskeln über den bevorstehenden russischen Angriff, die vermeintliche Unzuverlässigkeit der USA und die Notwendigkeit der deutschen Aufrüstung ausgetauscht. Mit in der Runde saß Susanne Wiegand, die eigentlich ganz treffend als „Rüstungsmanagerin“ vorgestellt wurde (s. IMI-Studie 2025/02) und seit März diesen Jahres Board Member und Executive Advisor des deutschen Drohnenherstellers Quantum Systems ist. Dass die Sendung dann auf das Thema „Drohnenwall“ (s. IMI-Analyse 2025/13) zulief, war ganz offensichtlich kein Zufall – ein entsprechender Einspieler war bereits vorbereitet worden. Auch darin keine Silbe zur Realisierbarkeit oder damit verbundenen Risiken.
Auch in der eigenen Berichterstattung über die Sendung wurde der Drohnenwall prominent hervorgehoben: „Röttgen fordert Nato-Drohnenwall“ ist der entsprechende Beitrag überschrieben, weiter heißt es dort u.a.:
„Nach dem Eindringen russischer Drohnen nach Polen hat der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen die Einrichtung eines Drohnenwalls in Aussicht gestellt. „Wir brauchen Drohnenabwehr an der Nato-Ostflanke, und zwar an der gesamten Nato-Ostgrenze“, sagte Röttgen am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung ‚maybrit illner‘ und kündigte an: ‚Also Ja, dieser Wall kommt‘. […] ‚Die Armee der Zukunft ist nicht die alte‘, sagte Röttgen weiter. ‚Und Drohnenfähigkeiten, ganz unterschiedliche – Überwachungsdrohnen, Abwehrdrohnen, Attrappendrohnen, Angriffsdrohnen -, das werden wir alles brauchen‘, betonte der CDU-Politiker. „Das wird ein wesentlicher Teil von Verteidigungsfähigkeit sein.“
Was für eine plumpe gebührenfinanzierte Propaganda für ein hochgefährliches und unausgegorenes Konzept der deutschen Drohnenindustrie und des dahinterstehenden Risikokapitals.
