IMI-Aktuell 2013/356

Adopt a Revolution: Auf Kriegskurs

von: 30. August 2013

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Seit langem spielt die u.a. von medico international unterstützte Kampagne „Adopt a Revolution“ (AaR) eine – vorsichtig formuliert – problematische Rolle, indem sie offiziell zwar eine westliche Militärintervention in Syrien ablehnt, faktisch aber mal mehr mal minder offen für sie wirbt (siehe IMI-Standpunkt 2013/021). So auch in einer gestrigen Pressemitteilung, mit der AaR mit „Zitaten von Menschen aus Syrien“ versuchen wolle, „ein weites Spektrum der Meinungen abzubilden.“ Einschränkend wird noch erwähnt, die Auswahl könne „nicht in Anspruch nehmen, repräsentativ für das ganze Land zu sein.“ Tatsächlich ist die Auswahl ebenso wenig repräsentativ wie sie typisch für das Vorgehen von AaR ist. Von den sechs zitierten Personen lehnt KEINE einen westlichen Militäreinsatz ab, explizit befürwortet wird er in der Hälfte der Aussagen: „Ein Militärschlag ist besser, als dass es einfach so weitergeht.“ (Emad, Veterinärmediziner, Hama); „Ich unterstütze einen Angriff, weil Assad nach über 100.000 Toten endlich gestoppt werden muss.“ (Ziad, Hotelkaufmann, Damaskus); „Zu lange wurde jede andere Option ausgeschlossen, jetzt gibt es einfach keine Alternative mehr zu militärischen Angriffen.“ (Ahmad, Geschichtslehrer, Damaskus). (jw)

 

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