IMI-Aktuell 2013/347

Syrien-Giftgas: Hagues Kriegslüge

von: 27. August 2013

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Eine der entscheidenden Behauptungen im Aufgalopp für die bevorstehenden Luftschläge gegen Syrien ist die insbesondere vom britischen Außenminister William Hague vertretene Auffassung – von ihm als Tatsache hingestellt -, die syrische Regierung habe es den UN-Inspekteuren viel zu spät erlaubt, die mutmaßlichen Giftgasangriffe zu untersuchen. Die Zeit habe die Regierung genutzt, um Spuren und Beweise zu vernichten, ergo habe sie etwas zu verbergen und sei damit ipso facto Urheber der Giftgasangriffe und damit legitimes Angriffsziel. Gegen diese Kausalkette wendete sich nun u.a. der deutsche Chemiewaffenexperte Ralf Trapp im heutigen Standard (aufmerksam gemacht hat auf diese Quelle u.a. ein Artikel im Freitag): „Aussagen wie diese klassifizierte der deutsche Chemiewaffenexperte Ralf Trapp am Montag im Gespräch mit dem STANDARD als ‚eher politisch‘. Sarin etwa – jene Chemiewaffe, über deren Einsatz im aktuellen Fall spekuliert wird – sei durch ‚charakteristische Spuren‘ im Blut von Opfern meist noch Wochen nach einem Einsatz nachweisbar. Zudem hinterlasse der Kampfstoff, obwohl flüchtig, Zerfallsprodukte im Boden, die den Nachweis ermöglichten. […] Und auch für den Fall, dass andere Kampfstoffe als Sarin zum Einsatz gekommen seien, wären diese aller Wahrscheinlichkeit nach noch nachweisbar.“ (jw)

 

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