IMI-Standpunkt 2013/019

Drohnen: Wie Meinungen mit kreativen Befragungen manipuliert werden

von: Jürgen Wagner | Veröffentlicht am: 8. Mai 2013

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„Glaube keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast“, diesen Spruch scheint auch die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) in abgewandelter Form verinnerlicht zu haben. Denn die aktuelle Ausgabe ihres publizistischen Flaggschiffs, der Internationalen Politik (Mai/Juni 2013), beschäftigt sich mit dem „Schlachtfeld Mensch“ und wartet dabei mit einer Forsa-Umfrage zur Meinung der Bevölkerung über den Einsatz bewaffneter Drohnen auf. Sie ergab scheinbar eine hohe Zustimmung für den Einsatz bewaffneter Drohnen, was militärnahe Blogs wie „Augen geradeaus“ dann gleich in Überschriften wie „Mehrheit der Deutschen will Kampfdrohnen erlauben“ verbrieten.

Deshalb lohnt ein genauerer Blick auf die Frage, die gestellt wurde: „In bewaffneten Konflikten kommen immer häufiger unbemannte, bewaffnete Flugkörper zum Einsatz, so genannte Kampfdrohnen. Sollte der Einsatz solcher Systeme erlaubt werden?“ Mit dieser Frage wird insinuiert, man könne ja auch legalisieren, was ohnehin bereits betrieben werde – ohne in irgendeiner Form, Umstände, Ziele oder was auch immer zu differenzieren. Eine neutrale Frage wie etwa „Halten sie den Einsatz bewaffneter Drohnen für richtig oder falsch?“ hätte sicherlich zu anderen Ergebnissen geführt – das war aber augenscheinlich nicht gewünscht. Fertige jede Statistik so an, dass dir ihre Ergebnisse passen, scheint das Motto der DGAP zu sein.

Dass es auch anders geht – und dann auch mit ganz anderen Ergebnissen – zeigt eine repräsentative Umfrage von infratest dimap vom Februar 2013. Dort lautete die Frage: „Heute ist es technisch möglich, unbemannte Flugkörper, sogenannte Drohnen, zu bewaffnen und in weit entfernte Länder zu schicken. Dort können sie sehr präzise militärische Ziele angreifen. Was meinen sie: Sollte die Bundeswehr solche ‚Kampfdrohnen‘ anschaffen oder nicht?“ Unter solchen Umständen ergeben sich ganz andere Resultate: „Die vom Verteidigungsministerium geplante Anschaffung von sogenannten ‚Kampfdrohnen‘ findet in der Bevölkerung keine Unterstützung: Zwei Drittel (65 Prozent) sprechen sich gegen einen Kauf solcher Waffensysteme aus. Lediglich ein Drittel (32 Prozent) hält diesen Schritt für richtig.“

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