IMI-Aktuell 2023/533

ARD: Eskalationsträume

von: 21. August 2023

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Der Deutschlandfunk veröffentlichte am vergangenen Wochenende einen Kommentar des freien Journalisten Thomas Franke, in dem er sich für eine massive Ausweitung des NATO-Engagements in der Ukraine ausspricht:

„Die NATO-Mitgliedstaaten müssen so schnell wie möglich konsequent handeln und klarmachen, dass sie eine von Moskau diktierte Lage nicht akzeptieren. Sie müssen sich ihrer Stärke bewusst werden und alles tun, damit Russland diesen Krieg verliert. Das hieße nicht nur, den Luftraum über der Ukraine zu sperren. Es kann in letzter Konsequenz auch heißen, in der Ukraine die nicht umkämpften Gebiete mit Soldaten zu sichern. Niemand hat gesagt, dass das ungefährlich ist. Die NATO würde damit direkt in den Krieg eingreifen, müsste gegebenenfalls russische Flugzeuge abschießen.“

Tagesschau.de, die ebenso wie der Dlf zur ARD gehört, hatte bereits am Freitag zuvor ein Interview geführt, in dem Gustav Gressel vom European Council On Foreign Affairs ordentlich auf die Kriegstrommel einhaut. Das interessant ist, dass er dabei kein Szenario nennt, in dem die Ukraine gewinnen könnte, aber trotzdem verstärkte Anstrengungen fordert, um sie „im Krieg zu halten“:

„Es müssten mehr Panzer, Schützenpanzer, Lenkwaffen und Flugkörper gebaut werden, um die Ukraine über mehrere Jahre im Krieg halten zu können und nicht jedes Mal aufs Neue zu diskutieren, was man der Ukraine aus dem Bestand liefert. Wir haben viel Zeit mit sinnlosen Debatten vergeudet.“