IMI-Aktuell 2018/493

Frieden in Eritrea?

von: 28. August 2018

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Im Stile einer Reportage berichtet Bernd Dörries für die Süddeutsche Zeitung (online) aus Massawa, einer eri­t­re­ischen Hafenstadt, die nach dem Friedensschluss mit Äthiopien auch wieder von dort aus genutzt werden kann und sich nun Wohlstand erhofft: „Nun ist der Krieg auf einmal zu Ende, Eritrea und Äthiopien haben Frieden geschlossen. Die beiden Länder haben vor wenigen Wochen einen Konflikt beendet, in dem es auch um Massawa ging, um den Zugang Äthiopiens zum Meer. Zwei Jahrzehnte hatten sich die beiden Länder bitter bekriegt, hatten 80 000 Menschen in sinnlosen Kämpfen verheizt, nun ist auf einmal alles vorbei. Bereits in dieser Woche sollen die ersten Güter aus Äthiopien im Hafen von Massawa verladen werden, der bis noch vor Kurzem dem Erzfeind gehörte.“
Der lesenswerte Artikel geht in der stilistisch gebotenen Kürze auch auf die Geschichte der Stadt und die aktuelle geopolitischen Konstellationen in der Region ein: „Es ist ein Konflikt, in dem die Fronten viel unübersichtlicher sind als damals im Kalten Krieg: Chinesen mischen mit, Europäer und die USA, Saudi-Arabien und Iran versuchen in ihrem Konflikt möglichst viele Partner auf ihre Seite zu ziehen. Die Türkei, Iran und Katar nutzen Stützpunkte und Häfen im Sudan und in Somalia. Die andere Seite, die Saudis und die Scheichs der Emirate investieren in die Häfen von Eritrea, Dschibuti und Somaliland … Das winzige Dschibuti, ein Nachbar Eritreas, hat Militärstützpunkte zum Geschäftsmodell gemacht“.

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