IMI-Aktuell 2017/411

Chinesische Militärbasis in Dschibuti

von: 14. Juli 2017

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China steht kurz vor der Eröffnung seiner seit zwei Jahren angekündigten Militärbasis im ostafrikanischen Kleinstaat Dschibuti. Wie die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtet, stachen nun am 11. Juli in Zhanjiang in der südchinesischen Provinz Guangdong mehrere Schiffe mit Angehörigen der Volksbefreiungsarmee in See, um die erste chinesische Übersee-Militärbasis überhaupt zu bemannen. China folgt somit dem Beispiel der USA, Frankreichs, Italiens, Spaniens, Japans, der Türkei und Deutschlands (im Rahmen der Anti-Piraterie-Mission „Atalanta“), welche dort bereits seit längerem militärisch präsent sind. Dschibuti liegt strategisch interessant an der Meerenge Bab al-Mandab, die das rote Meer mit dem Golf von Aden verbindet.

Der Agentur Xinhua zufolge beinhalten die Hauptaufgaben der Basis „China’s performance of missions, such as escorting, peace-keeping and humanitarian aid in Africa and west Asia.“ Zudem ist die Rede von “military cooperation, joint exercises, evacuating and protecting overseas Chinese and emergency rescue, as well as jointly maintaining security of international strategic seaways.”

Wie das Nachrichtenmagazin „The Diplomat“ berichtet, hatte der chinesische Außenminister Wang Yi bereits am 8. März vergangenen Jahres in einer Jahrespressekonferenz anlässlich der Sitzung des Nationalen Volkskongresses mit unverbrämter Offenheit die dahinterstehenden Interessen erläutert: “Like any growing powers, China’s interests are constantly expanding overseas. At present, there are 30,000 Chinese enterprises all over the world… An urgent task for China’s diplomacy is to maintain the growing overseas interests. How to maintain? I would like to tell you clearly that China will never go through the expansion path of the traditional powers, nor will China pursue hegemony. We want to explore a path with Chinese characteristics that both follows the trend of the times and is welcomed by all parties.”

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