IMI-Aktuell 2016/593

Jemen: Katastrophen

von: 10. Oktober 2016

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Am vergangenen Samstag, den 8.10.2016 flogen offenbar saudische Kampfflugzeuge einen Bombenangriff auf eine Hochzeitsgesellschaft, die über 1.000 Personen umfasst haben soll. Laut UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Hilfe seien dabei mindestens 140 umgekommen und 525 verletzt worden, so zeit.de.
Doch der mit deutschen Waffensystemen und Unterstützung mehrere enger Verbündeter Deutschlands geführte Krieg in Jemen tötet nicht nur durch alltägliche oder auch besonders spektakuläre Luftangriffe, sondern auch durch Hunger, wie ein Bericht von Reuters eindringlich schildert. Demnach hätten bereits jetzt die Hälfte der 28 Mio. Einwohner_innen nicht genug zu Essen. Die Situation drohe sich aber weiter zu verschlechtern, da der von Saudi Arabien unterstützte „Präsident“ Hadi die Zentralbank nach Aden verlegt, ihre Führung ausgewechselt und sie somit politisiert habe, was den Import von Nahrungsmitteln weiter erschwere. Bereits jetzt aber deutet der Bericht auch eine Blockade jemenitischer Häfen durch die saudisch geführte Koalition an. Das ist v.a. auch deshalb brisant, weil vor den Küsten des Jemen Marineverbände der NATO und der EU aktiv sind – letztere mit dem offiziellen Mandat, Schiffe des Welternährungsprogrammes auf dem Weg nach Somalia vor Piraten zu schützen.

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