IMI-Aktuell 2015/156

Rheinmetall: Fusion?

von: 24. März 2015

Drucken

Hier finden sich ähnliche Artikel

Um sich besser am Markt zu platzieren, liebäugelt Krauss-Maffei Wegmann (KMW) seit einiger Zeit mit einer Fusion mit der französischen Nexter. Laut Tagesschau soll noch in diesem Herbst ein Deal zustandekommen: „Der Vorteil der neuen Partnerschaft liegt auf der Hand. Paris geht wesentlich liberaler mit Exportgenehmigungen um. Zwar versichern Politik und Industrie, dass man die strengen deutschen Kriterien auch nach einer Fusion nicht unterlaufen werde. Wenn jedoch Frankreichs Präsident im Kanzleramt oder beim Bundeswirtschaftsminister anruft, um eine Ausfuhrgenehmigung von kritischen Rüstungsgütern zu erbitten, wird Berlin die berühmte deutsch-französische Achse wohl kaum völlig in Frage stellen.“ Unterdessen schaut sich auch der andere große deutsche Panzerbauer nach möglichen Partnern um: „Kooperationen oder sogar Fusionen mit europäischen Rüstungsunternehmen – das könnte so eine Geschichte mit Zukunftsperspektive für den Bereich Defence der Rheinmetall AG sein. Und so heißt es kurz vor der Bilanzpresskonferenz in der Branche, es gebe Gespräche zwischen Rheinmetall, dem finnischen Panzerbauer Patria und der italienischen Rüstungsschmiede Finmeccanica.“ Ob diese Fusionen allerdings zustandekommen werden, steht aktuell noch in den Sternen. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel jedenfalls, der ein Vetorecht in derlei Fragen hat, hat mehrfach angedeutet, er wünsche sich zuerst eine Fusion von KMW und Rheinmetall. Aus einer solchen Position der Stärke heraus, sollen dann Fusionen mit anderen europäischen Unternehmen angestrebt werden  (siehe IMI-Standpunkt 2014/049). (tp/jw)

Ähnliche Artikel