IMI-Aktuell 2014/571

IS: Vermeidbar

von: 29. Oktober 2014

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Als „vermeidbar“ und als Resultat „vergeudeter Chancen“ bezeichnet der Friedensforscher Jochen Hippler (Qantara, 27.10.2014 via Bpb-Newsletter) das Erstarken des „Islamischen Staates“ (IS). Es sei das Ergebnis der Ausgrenzung sunnitischer Bevölkerungsteile vor allem im Irak, aber auch in Syrien, weshalb hier auch die einzigen Ansätze für eine Lösung des Konfliktes zu finden seien: „Die Macht von Isis ist in den vergangenen Wochen und Monaten beachtlich gewachsen. Allerdings liegt das weniger an der eigenen Kraft als am politischen Vakuum, das den westlichen Irak ebenso prägt wie das östliche Syrien. Auf beiden Seiten der Grenze fühlen sich sunnitische Bevölkerungsgruppen von Regimen, die von anderen Konfessionen dominiert werden, bedrängt. Isis und andere aufständische Gruppen erscheinen dabei oft als das kleinere Übel. Dagegen helfen keine Luftangriffe oder Waffenlieferungen. Nötig ist ein belastbarer Gesellschaftsvertrag als Staatsgrundlage. Problematisch ist in diesem Kontext die Rolle der Golfstaaten, die auf verschiedene Weise die Dschihadisten unterstützen, weil sie selbst Hegemonieansprüche hegen. Sie wollen den Einfluss Irans begrenzen, der das Assad-Regime in Syrien unterstützt.“ (jw)

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