IMI-Aktuell 2014/358

Kissinger-Professur (6)

von: 30. Juni 2014

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Einen sehr guten Bericht zur “Henry Kissinger Professur für Internationale Beziehungen und Völkerrechtsordnung” wurde gestern im WDR gesendet, in dem zunächst der Zusammenhang zwischen Finanzierung und den neuen deutschen Weltmachtambitionen sowie dem designierten Lehrstuhlinhaber hergestellt wird: „James Bindenagel, ehemaliger US-Botschafter in Berlin, gilt als Befürworter verstärkten militärischen Engagements der Bundeswehr im Ausland. Muss das jemanden interessieren? Seit sich der Bundespräsident – und mit ihm die Verteidigungsministerin – genau dafür starkmacht und damit eine Kontroverse ausgelöst hat, ist die Antwort klar. Denn James Bindenagel übernimmt die Kissinger-Professur für internationale Beziehungen und Völkerrecht an der Universität Bonn. Diese Professur wird von Verteidigungsministerium und Auswärtigem Amt finanziert.“

Im Sprechtext heißt es kritisch weiter: „Eine wissenschaftliche offensive des Verteidigungsministeriums an einer zivilen Uni, das lässt viele hellhörig werden.“ Schließlich zitiert der Bericht noch den bekannten Christoph Butterwegge, Lehrstuhlinhaber an der Uni Köln, der der Professur ebenfalls ablehnend gegenübersteht: „Wenn das Verteidigungsministerium außerhalb der Bundeswehr-Universitäten eine solche Professur einrichtet, dann ist damit offensichtlich bezweckt, eine Instanz zu schaffen, die scheinwissenschaftlich rechtfertigt, was das Verteidigungsministerium plant, nämlich eine Ausweitung der Einsatzmöglichkeiten der Bundeswehr.“ (jw)

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